Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Es kommt alles noch viel schlimmer auf der B 170

Von Franz Herz, Sächsische Zeitung 19. 12. 2005

Kurz vor Weihnachten räumten Bauleute die Sperrschilder von der Autobahn zwischen dem Dreieck Dresden und der Anschlussstelle Dresden-Süd, die in Bannewitz liegt. Damit geben sie den Weg frei für eine Verkehrslawine auf der B 170 quer durch den Weißeritzkreis und weiter ins böhmische Becken. Der Verkehr auf der Bundesstraße rollt seitdem immer zäher. Beim kleinsten Zwischenfall bricht er zusammen. Nach Schneefällen im letzten Winter ging gar nichts mehr. Selbst Feiertage in Tschechien und Deutschland sorgten für Chaos auf der Europastraße, wenn danach der Schwerverkehr wieder losrollte. Baustellen mit einer halbseitigen Sperrung verursachten kilometerlange Staus. Nach Unfällen stockte mehrfach der Verkehr zwischen Dresden und Teplice.

Die Bundesstraße ist für die Einheimischen zu einem unkalkulierbaren Verkehrsweg geworden. Busverbindungen hängen in der Luft, weil die Anschlusslinien schon weg sind oder selbst im Stau stehen. Schulunterricht kann nicht regulär beginnen, weil Kinder noch auf dem Weg feststecken. Angestellte und Arbeiter haben Schwierigkeiten, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein oder Termine für ihre Firma einzuhalten.

Im Monat April rollen rund 75 000 Lkw in Altenberg über die Grenze, wie das Landratsamt Anfang Mai informierte. Das ist fünf Mal mehr als noch im Jahr 2000. Und der Verkehr belästigt nicht nur die Anwohner. Die Schwerlaster fahren die Trasse kaputt, die nicht für solche Belastungen ausgelegt ist. Die Pneus der Laster haben tiefe Spurrillen in den Untergrund gedrückt. Das Straßenbauamt investiert im Jahr 2005 fünf Millionen Euro in die Straße, um diesem Verschleiß entgegenzusteuern und um die Sicherheit zu erhöhen. 17 Baustellen liefen im Sommer zwischen Dresden und Altenberg. Sie sorgten auf der zweispurigen Straße für zusätzliche Staus.

Und wie ein Krebsgeschwür breitet sich das Problem links und rechts von der Bundesstraße aus. Wenn im Weißeritztal der Verkehr steht, versuchen viele Lkw auf andere Verbindungen auszuweichen. Die Anlieger der Staatsstraßen im Weißeritzkreis beobachten das immer wieder. Ob die S 190 von Klingenberg über Dipps bis Glashütte, die S 178 im Müglitztal oder die Kammstraße (S 184), alle werden als Ausweichrouten benutzt. Selbst in Wohngebieten wie an der Wolframsdorfer Straße in Dipps kurven immer wieder Laster umher, die sich dort einen Weg suchen.

Dass mit der Fertigstellung der Autobahn Probleme auf den Weißeritzkreis zukommen, war absehbar. Im Jahr 2001 rechneten Experten mit einer Verkehrsbelastung von rund 3 500 Lkw am Tag. Es sollte viel schlimmer kommen. 5 000 Lastwagen am Tag sind inzwischen keine Seltenheit mehr.

Die Autobahn 17, die seit einem Jahr diese Verkehrsmassen ins Osterzgebirge bringt, soll gleichzeitig das Heilmittel für die Leiden an der B 170 sein. Nach ihrer Fertigstellung, die Ende nächsten Jahres geplant ist, würde der Schwerverkehr dort entlang rollen. Bisher ist keinem Versuch Erfolg beschieden, das akute Problem auf der B 170 zu lindern. Der Verkehrsplaner Reinhard Dietze erarbeitet im Auftrag des Weißeritzkreises ein Verkehrskonzept. Er schlug ein Nachtfahrverbot vor. Aber auch um diese Idee ist es derzeit wieder ruhig geworden – nur der Verkehr rollt ungebremst, Tag und Nacht.

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