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Party am Wernberg-Köblitzer Marktplatz Ernüchterung in der Nacht

Schwerlast-Sperre: Party am Wernberg-Köblitzer Marktplatz - Brummi-Fahrer ignorieren Verbot

Wernberg-Köblitz. Es ist ein bisschen wie bei einer Sonnenfinsternis. Auf einmal wird es ruhig in Wernberg-Köblitz. Unheimlich ruhig. "Ich glaub, ich krieg Entzugserscheinungen", sagt Reinhard Hirmer. Seit zehn Minuten hat kein Lastwagen mehr den Ort passiert.

Fünf Stunden nach der offiziellen Freigabe des neuen Autobahnkreuzes beginnt die Polizei am Mittwochabend damit, den Verkehr auf die neue Strecke umzuleiten. Jahrelang haben die Wernberg-Köblitzer auf diesen Moment gewartet. Sie haben die Fenster weit geöffnet, kommen am Marktplatz zusammen. Die Straßencafes sind voll. "Wann ist es endlich soweit?", fragt ein Fahrradfahrer Bürgermeister Georg Butz. Er schaut auf die Uhr. "Normalerweise müsste man es jetzt schon merken", antwortet er. Alle Blicke richten sich auf das Hauseck, um das immer noch ein Sattelschlepper nach dem anderen biegt.

Pfiffe für die Brummis

Frustration macht sich breit. Auch bei den "Drahtglaskickern", die mit vier Kisten Bier neben der St. Anna-Kirche Stellung bezogen haben. Soll es das gewesen sein? Die Lastwagen, die jetzt noch durch Wernberg-Köblitz donnern, ernten Pfiffe der Passanten. "Die hätten die Autobahn doch schon am Nachmittag freigeben können", schimpft Franz Käsbauer. Er radelt los Richtung Wittschau, um zu sehen, was sich an der neuen Ortsumgehung tut.

Unmut auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor dem Gasthaus "Zum schwarzen Bären". Der Wirt trägt Biertische vor das Haus. Die Gäste warten bei kühlen Weizen auf den großen Moment, Gläser klirren. "Aus Richtung Vohenstrauß, glaub ich, kommt schon keiner mehr", wirft Reinhard Hirmer in die Runde. "Das ist ein Traum. Ich werde heute Nacht schlafen, wie in einem Drei-Sterne-Hotel."

Da hastet Franz Käsbauer aus Wittschau zurück. "Die haben schon gesperrt", bestätigt er. Zufriedene Gesichter vor dem "Schwarzen Bären". Endlich, so sagt einer aus der Biertischrunde, verstehe man beim Heraussensitzen sein eigenes Wort wieder. Auch bei dem Hobby-Fußballteam auf der anderen Straßenseite knallen jetzt die Korken. Die "Drahtglaskicker" hatten mit einem Rundmail zum "Burning out der B 14" geladen. Für Karin Hanauer fallen heute "Ostern und Weihnachten zusammen". "Wir sind so froh. Das war nicht mehr auszuhalten."

Immer mehr Menschen kommen auf dem Marktplatz zusammen. Demonstrativ langsam radeln zwei Männer über die Straße. "Die Bürger holen sich ihre Stadt zurück", konstatiert Bürgermeister Butz zufrieden. Am Mittwochmorgen hätten sie damit angefangen, ihre Häuser zu beflaggen. "Da haben wir im Rathaus natürlich auch mitgemacht." Im ganzen Markt hängen blau-weiße Fahnen. Sogar die Sparkasse hat ihre Flagge aufgezogen. "Mir wird was fehlen", scherzt Thomas Großmann. "Ich werde jemand einstellen müssen, der in meiner Wohnung nachts die Schränke wackelt."

Die Wernberg-Köblitzer sind vereint im B 14-Taumel. Für Samstag haben die Geschäfte in der Ortsmitte zu einem Markt eingeladen. Gleichzeitig steigt in der Naabaue das Mutter Anna-Fest. Mittlerweile kommen auch aus Richtung Schnaittenbach keine Lastwagen mehr. Draußen, vor den Toren des Marktes, blitzen die Blaulichter eines Streifenwagens. Polizisten leiten die aus Schnaittenbach anrollenden Lastwagen auf die A 93. Brav blinkt die ganze Kolonne nach links.

Böses Erwachen

Irgendwann spätabends müssen die Polizisten ihren Dienst eingestellt haben. Aus der Drei-Sterne-Nacht für Reinhard Hirmer wird nichts. Allein zwischen Mitternacht und zwei Uhr registriert die Polizei 60 Sattelschlepper, die die Ortsdurchfahrt von Wernberg-Köblitz verbotenerweise befahren. Die Anwohner finden keine Ruhe: Die ganze Nacht über steht das Telefon der Einsatzzentrale nicht mehr still.

Quelle: Oberpfalznet 29. 07. 2005

siehe auch [1] und [3]

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