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Hoffen und Bangen an der A 17
Von Peter Hilbert

Die Eröffnung des nächsten Autobahnabschnitts am 22. Dezember löst gemischte Gefühle aus.

Für Martin Stickler geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Wird am 22. Dezember die A 17-Tunnelkombination zwischen Dölzschen und Coschütz eröffnet, verabschiedet sich der 42-jährige Bauleiter der Walter Bau AG von seinem bisher größten Projekt.

der bauleiter

Vier Jahre lang hat der aus Österreich stammende Bergbauingenieur an den Bauwerken gearbeitet und mit seiner Familie in Bannewitz gewohnt. Seine beiden Kinder sind hier geboren. „Besonders für sie ist es schwierig, sich von der vertrauten Umgebung zu trennen“, weiß der Familienvater. Er hat jetzt noch monatelang mit der Baudokumentation zu tun. So entstehen Bauwerksbücher, in denen Details penibel festgehalten sind. „Ich werde aber immer wieder stolz sein, wenn ich durch die A 17-Tunnel fahre“, sagt Stickler.

der Paketfachmann

Helmut Braun klopft dem Bauleiter symbolisch auf die Schulter: „Die A 17 ist eine ganz feine Sache.“ Braun ist Geschäftsleitungs-Assistent des Deutschen Paketdienstes (DPD) in Kesselsdorf. Braun profitiert gleich im doppelten Sinne von der neuen Trasse, nämlich dienstlich und privat. Sein morgendlicher Arbeitsweg von der Dresdner Südvorstadt ins Gewerbegebiet Kesselsdorf, bisher eine zeitaufwendige Angelegenheit, wird ab nächstem Mittwoch nur noch zehn Minuten dauern. Und für sein DPD-Depot, das Pakete in den gesamten Großraum Dresden bringt, ist die A 17 ein echter Befreiungsschlag. Denn die ist dann durchgängig von der A 4 bis zur Anschlussstelle Prohlis befahrbar. 20 000 Paket-Sendungen werden täglich ausgeliefert. Ein nicht unbeträchtlicher Teil in den Südraum von Dresden. „Bei unseren Touren sind wir dann viel schneller dort“, sagt Braun. Die nervenraubenden Touren durch Freital entfallen dank der neuen Direktverbindung.

die bürgermeister

Genau auf diesen Effekt hofft Freitals Baubürgermeister Ulrich Kretzschmar (CDU). „Der Durchgangsverkehr wird abnehmen. Das bringt uns eine erhebliche Entlastung.“ Ein Problem gibt es allerdings – für diejenigen, die nach Kesselsdorf zur Autobahn wollen. Doch auch dort gebe es Hoffnung. Ende nächsten Jahres soll die neue S 36 zur Anschlussstelle führen.

Für Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) ist das nur ein kleiner Trost. Zwar hält er den Kesselsdorfer A 17-Anschluss, der jetzt eine ganz andere Bedeutung erhält, für eine tolle Sache. Damit ist seine Stadt auch in Richtung Süden ans überregionale Verkehrsnetz angebunden. Doch Rother drängt darauf, dass endlich die B 173-Umgehung für Kesselsdorf kommt. „Denn mit Eröffnung des neuen A 17-Abschnitts wird die Lage dort immer prekärer“, befürchtet er.

Über die gute Anbindung am anderen A 17-Ende freut sich Kreischas Bürgermeister Frank Schöning (Freie Bürgervertretung). Vor allem für die mehr als 1 000 Mitarbeiter der Bavaria Kliniken und die Patienten habe der Verkehrsweg große Bedeutung.

Der Bannewitzer Bürgermeister Christian Zeibig (Wählervereinigung) sieht der A 17-Eröffnung mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. Einerseits würde es schon schnellere Verbindungen geben. Die jedoch andererseits für seine Ortsteile Belastungen mit sich bringen. Deshalb fordert er nach wie vor ein Nachtfahrverbot für die B 170 und drängt im gleichen Atemzug auf die S 191-Umgehung für Goppeln und Rippien.

die anwohnerin


Die Goppelnerin Annelies Dietze sieht der Tunnel-Eröffnung gelassen entgegen. „Wir werden uns überraschen lassen.“ Vorteile sieht sie schon mit der direkten Anbindung vor der Haustür. Was sie am meisten stört, ist die fehlende Ortsumgehung und dass es noch immer keinen Fußweg am stark befahrenen Goppelner A 17-Zubringer, der Leubnitzer Straße, gibt. „Wenn so viele Millionen ausgegeben werden, darf es nicht an einem Fußweg scheitern“, findet sie.

Sächsische Zeitung 20. Dezember 2004

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