Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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An sieben Ampeln muss das Auto warten
Essensdienste stehen an den vielen Baustellen
Von Vicky Allisat

Die B 170 ist eine Hauptverkehrsader, über die auch die verschiedenen Essensdienst im Landkreis ihre Kunden versorgen. Aber angesichts der Verkehrsprobleme auf der Straße ist ein pünktliches Mittagessen für manche so selten wie ein Lottogewinn.

Heidi Erthel will mit dem Lieferwagen auf die Altenberger Straße in Schmiedeberg biegen. Vor ihr stauen sich die Autos an einer Baustellenampel. Die Ampel wird grün, der Verkehr rollt. Es scheint unmöglich, sich in die fahrende Menge einzureihen. Sie wird unruhig. Ein Blick auf die Uhr, Minuten vergehen.

Sieben Baustellenampeln liegen auf der täglichen Tour von Heidi Erthel vom Essensservice „Zum Mittagsmahl“ aus Geising. Von den Straßensperrungen und Verengungen ganz zu schweigen. „Die Ampel in Schmiedeberg ist die Schlimmste“, erzählt sie genervt. Da stehen die Autos manchmal von Obercarsdorf bis kurz vor Kipsdorf. Die Baustellen sind das eine Problem, das Verhalten der Autofahrer untereinander ein ganz anderes. „Im Stau lässt dich kaum jemand rein. Da parkt man lieber das Auto und läuft zu Fuß.“

Pünktlich sein, das ist wie ein Fünfer im Lotto

Die LKW-Fahrer erscheinen ihr besonders rücksichtslos. „Sie versperren mit ihren Lastwagen manchmal ganze Ausfahrten.“ Für Heidi Erthel entstehen unangenehme Wartezeiten, dadurch kann sie ihre Termine nicht einhalten. „Pünktlich zu sein, ist wie ein Fünfer im Lotto“ – ein bitterer Scherz.

Ihr Essensservice „Zum Mittagsmahl“ hat wegen den vielen Baumaßnahmen seit dem Hochwasser 2002 seine Fahrrouten neu legen müssen. Heidi Erthel ist früher von Zinnwald über Altenberg nach Schmiedeberg bis Dippoldiswalde gefahren. „Das ist aus Zeitgründen heute nicht mehr zu schaffen.“ Jetzt fährt sie nur noch bis Obercarsdorf. Und dennoch kommt sie oft zu spät. „Wir sind auf das entgegengebrachte Verständnis angewiesen und sehr dankbar dafür“, so Heidi Erthel. Jede Minute ist kostbar. Für Smalltalk mit den Kunden bleibt da keine Zeit, auch wenn die Älteren schon vor der Haustür auf sie warten. Eine Firma in Seyde hat für sie sogar die Mittagspause um zwei Stunden verlegt.

Vollsperrungen sind unlösbare Probleme

Auch Bernd Fiedler, Geschäftsführer vom Mensa-Service Dippoldiswalde kennt das Problem B 170. Er plant wegen den Baustellen zwar einen gewissen Zeitpuffer ein, doch auch das ist nur begrenzt möglich. „Ich kann ja nicht den Ersten um 6 Uhr früh beliefern, und der Letzte bekommt sein Essen erst gegen 15 Uhr. Die Zeitverzögerungen durch die Baustellen sind aber nicht das Schlimmste. Das größte Problem ist eine Vollsperrung.“

Die gab es zuletzt aufgrund eines Unfalls in Dippoldiswalde vor etwa vier Wochen. „Die Kreuzung oberhalb in Dipps war glücklicher Weise noch offen, so sind wir über Elend und Oberfrauendorf zu unseren Kunden nach Schmiedeberg gefahren. Bis nach Ulberndorf sind wir jedoch nicht mehr gekommen. Da stauten sich die Autos bereits. Unseren Kunden konnten wir erst nach der Auflösung des Staus ihr Essen bringen“, so Bernd Fiedler. „Das ist ärgerlich.“

Umgehungsstraßen sind für Heidi Erthel meist keine Lösung. Sie hat auch Kunden direkt im Baustellenbereich. Bauarbeiten auf den Nebenstraßen, wie im Pöbeltal, Schmiedeberg in Richtung Hennersdorf oder am Glashütter Berg bringen ein zusätzliches Zeitproblem. Über 30 Kilometer fährt sie pro Tag zusätzlich, nur aufgrund von Umleitungen.

Die entstehenden finanziellen Einbußen können die Lieferdienste meist nicht ausgleichen. „Es ist eine schwierige Situation. Aber das muss man halt einfach hinnehmen“, so Heidi Erthel.
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