Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Kantorin außer Atem, Brautpaar zu spät
Der Verkehr nimmt das Licht, die Ruhe zum Arbeiten und Gästen die Erholung / Probleme für die kirchliche Arbeit
Von Franz Herz

Bei einer Hochzeit ist viel zu organisieren und kann auch manches schief gegen. Aber dass das Brautpaar am Sonnabendmittag im Stau stecken bleibt, das gibt es wohl nur auf der B 170. Am 19. Juni war eine Trauung in der Schmiedeberger Kirche auf 13 Uhr angesetzt – und selbst am Sonnabend um diese Zeit stand der Verkehr auf der 170 im Ort.

Die Kantorin fuhr mit dem Auto aus Ulberndorf. Als sie merkte, dass sie nicht vorankam, stellte sie das Fahrzeug am Stadion ab und eilte zu Fuß zur Kirche. So war sie schneller als mit dem Auto und kam gerade noch rechtzeitig. „Aber wir warteten ja alle noch auf das Brautpaar. Die beiden standen ebenfalls im Stau und hatten 20 Minuten Verspätung, obwohl sie zeitig losgefahren sind“, erzählt Pfarrer Johannes Lorenz.

Auch im Alltag macht die Verkehrsbelastung den Kirchgemeinden entlang der Bundesstraße zu schaffen, wie das Beispiel Schmiedeberg zeigt. „Zu Besuchen in Kipsdorf muss ich immer eine Zeitreserve einplanen“, sagt Lorenz.

Die Schmiedeberger Kirche liegt zurückgesetzt, so ist die Belastung etwas gemindert. Das Pfarrhaus steht unmittelbar an der B 170. Hier brennt immer Licht, wenn sich beispielsweise die Kinder treffen. „Wenn ein Lkw vor den Fenstern des Gruppenraums steht, ist es auf einen Schlag finster.“ Dass seit der Flut ein Stück Geländer zur Straße fehlt, macht dem Pfarrer außerdem Sorgen. „Gerade mit Kindern kann das gefährlich werden“, sagt Lorenz.

Weitere kirchliche Einrichtungen in Schmiedeberg sind das evangelisch-freikirchliche „Martin-Luther-King-Haus“ am Lutherplatz und die Jugendbildungsstätte „Winfriedhaus“ des katholischen Bistums Dresden-Meißen in Naundorf unmittelbar an der Bundesstraße. „Wir hatten Gäste, die kamen zwei Stunden später als geplant, weil sie so lange auf der Straße standen“, berichtet Klaus Geiger, der Leiter des King-Hauses. Viele Gäste besuchen die Einrichtung, um sich zu erholen. „Wenn die aber bei ihren Ausflügen gleich wieder im Stau stehen, ist das wirklich nicht einfach.“ Auch nachts stört es die Gäste deutlich, wenn sie das ständige Bremsen und wieder Gasgeben der Lkws hören.

Der Lärm zwingt auch im Winfriedhaus zum Umplanen. „Wir verlegen die Kurse vorwiegend in die hinteren Räume von der Straße weg in Richtung Weißeritz. „Alles Ruhige, Meditative kann nur dort stattfinden oder wir suchen uns eine ganz ruhige Zeit“, berichtet Pfarrer Gregor Giele, der Leiter des Winfriedhauses. Im Garten steht auch ein Pavillon, um an der frischen Luft arbeiten zu können. „Aber das geht nur noch mit spaßigen Dingen, wo der Lärm weniger stört. Inhaltliche Arbeit im Freien ist nicht mehr möglich. Gerade für Jugendgruppen ist das schade“, sagt Giele. Selbst in der Kapelle, die in den 1990er Jahren gebaut wurde und von vornherein keine Fenster auf der Straßenseite hatte, wird es problematisch. „Wenn der Gottesdienst voll ist, muss man lüften. Dann ist der Lärm doch wieder zu hören“, berichtet Giele.

Sächsische Zeitung, Sonnabend, 07. JUli 2004

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