Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Seit 2001 ist es viel zu laut
Dippoldiswalder Gymnasiasten untersuchen Lärmbelastung entlang der B 170
Von Karin Grießbach

Sie wohnen in Obercarsdorf und gehen ans Gymnasium Dippoldiswalde. Christin Thieme und Christian Baierl untersuchten die Lärmbelastung an der B 170 und fanden bestätigt, was viele Anwohner seit Jahren erfahren. Seit 2001 wurde es deutlich lauter
.

"Sonntag ab 22 Uhr ist es besonders schlimm, dann reißt die ganze Nacht die Lkw-Kolonne nicht ab", erzählt Christin Thieme. Die Achtzehnjährige wohnt mit ihren Eltern in Obercarsdorf direkt an der B 170. Das Fenster des Zimmers ihres Bruders Tobias zeigt zur Straße, die nur zwei Meter entfernt ist.

Im Rahmen einer besonderen Lernleistung untersuchte die Schülerin des Glückauf-Gymnasiums Dipps gemeinsam mit ihrem Schulkamerad Christian Baierl, der ebenfalls in Obercarsdorf wohnt, fast zwei Jahre lang die Belastungen, denen die Bevölkerung entlang der B 170 zwischen Dresden und Zinnwald ausgesetzt ist. Das Hauptaugenmerk galt dabei dem Lärm.

Fühler in der Straße messen den Verkehr

Nur wenige Meter von Christin Thiemes Wohnhaus entfernt sind am Abzweig Sadisdorf Sensoren in die Straße eingelassen, mit denen Fahrzeuge gezählt werden können. Diese Werte werden beim Dresdner Straßenbauamt registriert. Über ein Ingenieurbüro aus der Landeshauptstadt erhielten die Schüler neben diesen Messwerten auch Angaben zur Verkehrszusammensetzung, zum Straßenbelag, Neigung und zulässiger Höchstgeschwindigkeit. Aus allen Angaben wurde am Computer die Lärmbelastung berechnet und für den Zeitraum von 1997 bis 2001 in einer Tabelle dargestellt. Während von 1997 bis 2000 nur ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, schnellt der Wert 2001 drastisch in die Höhe.

Präsentation der Arbeit bei "Jugend forscht"

Der Schwerlastverkehr verdoppelte sich mit Eröffnung der neuen Grenzzollanlage in Zinnwald. Die Lärmbelastung lag mit 72 Dezibel wesentlich über dem Immissionsgrenzwert von 64 Dezibel. Die Schüler ermittelten, dass sich für eine hörbare Absenkung um drei Dezibel der Verkehr halbieren müsste. Die beiden Schüler bedauern, dass sie keine aktuellen Werte über das Ingenieurbüro bekamen. Für weitere Informationen befragten sie entlang der Straße zwischen Dippoldiswalde und Schmiedeberg 100 Haushalte. Zu 95 Prozent sagten die Menschen, dass sie sehr stark unter der Lärmbelastung leiden und große Angst vor Unfällen mit Gefahrguttransporten haben. Viele wohnen schon über 20 Jahre an der B 170 und bestätigten eigene Beobachtungen, dass seit drei Jahren der Schwerlastverkehr immer stärker zunimmt.

"Mein Vati arbeitet in Altenberg in der Rehaklinik", erzählt Christin Thieme. "Die letzten Wochen kam er nur noch schwierig auf Arbeit. Die Polizei leitete die Pkws um, weil die Europastraße vollkommen dicht war." Die Schüler haben den Eindruck, dass der Verkehr seit dem 1. Mai noch zunimmt.

Sie müssen am Nachmittag gegen 14 Uhr lange warten, bis es ihnen gelingt, durch eine kleine Lücke in der LKW -Kolonne für ein Foto über die Straße zu huschen. Die Familie von Christian Baierl leidet zwar nicht direkt unter der Lärmbelastung. Ihr Haus liegt weit genug weg. Die Eltern haben allerdings große Probleme mit dem Auto in der Kellerkurve in Obercarsdorf auf die B 170 aufzufahren. "Da stehen wir meist einige Minuten" erzählt der Achtzehnjährige. Für das Training mit dem Rennrad meidet er mit seinen Sportkameraden die Bundesstraße so weit es nur geht.

Sächsische Zeitung, Montag, 10. Mai 2004

Sie geben die Hoffnung auf Lösungen nicht auf


Die Gymnasiasten präsentierten ihre Ergebnisse beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Radeberg. Sie wurden im Bereich Biologie eingeordnet. Beide hatten den Eindruck, dass sich die Jury kaum für ihre Arbeit interessierte. "Einige wussten nicht einmal, wo die B 170 liegt," wundern sie sich. "Einer fragte mich, wie viele Leute entlang der Straße wohnen und meinte, dass wegen 10 000 Betroffener wohl kaum etwas passieren wird", erbost sich Christian Baierl noch heute.

Die beiden Abiturienten wollen die Hoffnung auf Lösungen nicht aufgeben. In ihrer Arbeit sind zu dem Schluss gekommen, dass nur ein stärkerer Ausbau der "Rollenden Landstraße" wirklich eine Entlastung bringen kann. Allerdings müssten Gesetze die Lkws zwingen, diese auch zu benutzen. "Es wäre schön, wenn sich die zuständigen Ämter für unsere Dokumentation interessieren, dann war die ganze Arbeit nicht ganz umsonst," wünscht sich Christin Thieme. Ihr skeptischer Blick verrät, dass sie nicht so recht daran glaubt.

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