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Deutsche im Plan, Tschechen zittern noch

Böhmische Bürgerinitiative macht Tschechiens Autobahnbauern zu schaffen
Von Maik Brückner

Die Zahlen sind gigantisch: Nach dem EU-Beitritt von Tschechien und den anderen mittel- und mittelosteuropäischen Ländern wird der Güterverkehr allein in Deutschland um 60 Prozent ansteigen. Und damit nicht genug. „Wir gehen davon aus, dass der Güterverkehr im grenznahen Bereich um 300 Prozent anwachsen wird„, sagte Bernd Rohde vom sächsischen Wirtschaftsministerium am Mittwoch unter Berufung auf eine Prognose.

Sowohl der Freistaat als auch Tschechien sind sich der damit verbundenen Probleme bewusst und bemühen sich, Abhilfe zu schaffen. Denn: „Es gibt zu wenig Grenzübergänge, wo Lkws durchfahren können„, sagte Tschechiens stellvertretender Verkehrsminister Jiri Kubinek. Deshalb traf er sich erst kürzlich wieder einmal mit seinen sächsischen Kollegen, um über die weiteren Grenzöffnungen zu sprechen.

In Dresden hat man schon konkrete Vorstellungen: „Wir haben den Bau einer Straße zwischen Karlsbad, Zwickau und Leipzig beim Bund angemeldet„, sagte Rohde. Auch der kleine Grenzverkehr für Fahrzeuge bis drei oder 7,5 Tonnen soll weiter erleichtert werden. Eine Querung der Grenze sollte alle zehn Kilometer möglich sein. „Es gab einmal 50 Übergänge zwischen Sachsen und Böhmen. Wir hoffen, dass wir jetzt die Hälfte davon wieder herstellen können„, sagte Rohde. Dazu bemühe man sich bei der EU und beim Bund um Geld.

Eine spürbare Entlastung werde die im Bau befindliche Autobahn A 17 zwischen Dresden und Prag bringen. Stolz konnte Rohde verkünden, dass man Baurecht an allen drei Bauabschnitten habe. Nur an einer Brücke ist noch zu klären, welche Firma den Zuschlag bekommt. Ansonsten ist auf deutscher Seite alles im Plan. Rohdes Ministerium geht davon aus, dass die A 17 bis Mitte 2004 bis Dresden-Süd frei gegeben werden kann. „Vielleicht sind wir im nächsten Jahr bis Pirna fertig.„ Rohde hofft, dass beide Seiten anschließend zügig die restliche Strecke termingerecht bis 2006 fertig stellen, wie es zwischen beiden Ländern vereinbart ist.

Das hofft auch Kubinek. Der Minister musste aber einräumen, dass es auf seiner Seite Probleme mit einer Bürgerinitiative gibt. Speziell geht es um die Durchquerung des Böhmischen Mittelgebirges zwischen Usti nad Laben (Aussig) und Lovosice (Lobositz). Diese gilt als Unikum in Europa und sollte entsprechend den Gesetzen der Tschechischen Republik geschützt werden, forderte Vera Bartoskova von der Bürgerinitiative „Pilger des Böhmischen Mittelgebirges„. Schon bei der Trassenführung habe die Regierung gegen geltendes Recht verstoßen. Um den Eingriff in die Natur zu minimieren, fordert sie und andere Bürgerinitiativen, dass ein zehn Kilometer langer Tunnel durch das Gebirge gebaut wird.

Minister Kubinek wies genauso wie Petr Lausman von der Prager Straßen- und Autobahndirektion den Vorwurf, gegen Naturschutzgesetze verstoßen zu haben, zurück. Lausman betonte aber, dass man noch 15 Genehmigungen für die Querung des Mittelgebirges brauche. Liegen sie vor, wird die weitere Planung ein Jahr dauern. „Sollte jemand Protest einlegen, kann es drei Mal solange dauern„, sagte Lausman. Wesentlich leichter ist für seine Behörde das letzte Teilstück von Usti bis zur Grenze zu meistern. An dem 22 Kilometer langen Stück wird nicht nur geplant, sondern auch schon gebaut. Manche Abschnitte sind sogar fertig gestellt.

Lausman ist optimistisch, dass 2006 die Autobahn von Dresden bis Usti zu befahren ist. Eine zweispurige Weiterfahrt bis Lovosice ist eher fraglich. „Wir hoffen, dass wir es bis 2006 schaffen, wenigstens eine Fahrbahn fertig zu stellen,„ sagte der Straßenfachmann.

Sächsische Zeitung, 07. 11. 2003

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