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Morgens halb zehn

Einheimische nehmen die Hochwaldstraße
Stop and Go zwischen Dipps und Altenberg

Morgens halb zehn in Deutschland – das ist schon ein geflügeltes Wort. Die SZ sieht sich um, was um diese Zeit im Osterzgebirge passiert. Heute auf der B 170 zwischen Altenberg und Dippoldiswalde.

Franz Herz

Neun Uhr in Altenberg, das müsste eigentlich reichen, um ohne zu rasen gegen halb zehn in Dipps zu sein. Wer allerdings vor Oberbärenburg nicht auf die Hochwaldstraße abzweigt, verpasst seine Termine. So kommen auch einheimische Autofahrer um halb zehn zu ihrem Stau-Erlebnis zwischen Kipsdorf und Schmiedeberg.

Vorne fährt ein slowakischer Lkw. Sein Fahrer knipst kurz die Warnblinkanlage an, und bleibt stehen. Dahinter stellt sich ein Mercedes mit Duisburger Kennzeichen und hinter diesen ein weiterer Lkw aus Tschechien. Sie haben die offene B 170 schon längst wieder für sich entdeckt.

Zwei Ampelphasen Geduld, das muss zurzeit jeder mitbringen, egal, wo er im Osterzgebirge unterwegs ist. Aber dann wird die Zeit lang. Doch interessant ist zu gucken, wer so auf der Straße entgegen kommt. Einheimische sind praktisch gar nicht darunter. Norweger, Schweden, etliche Holländer mit ihren unvermeidlichen Wohnwagen, viele Autos aus allen Ecken Deutschlands rollen hoch in Richtung Grenze. Aber nicht einmal eine Hand voll Fahrzeuge mit DW-Kennzeichen sind bei einem Schub dabei, den die Ampel durchlässt. Es sind wahrscheinlich Fahrer, die beruflich genau diese Straße fahren müssen, die Schwester eines Pflegedienstes, ein Taxi, ein großer Kombi. Andere Einheimische umgehen offenbar die B 170 möglichst.

Ampelphase für Ampelphase ruckeln sich die Autos vorwärts. Schließlich, nach dem siebten oder achten Halt lässt das grüne Licht eine Reihe von Fahrzeugen an dem Stützmauerbau vorbei. Beschleunigen lohnt nicht, am Gebäude von Formtec blinkt der slowakische Lkw wieder beidseitig, der nächste Stau beginnt. Am Straßenrand laufen drei hübsche Mädchen vorbei, nicht schnell, aber viel schneller als die Autos in der Schlange. Etliche Ampelphasen später, kurz vor der Ampel sind die drei Hübschen in weiter Ferne zu sehen. Zu Fuß zu gehen, ist derzeit auf der B 170 zwischen Altenberg und Dipps offenbar die beste Fortbewegungsart, nicht nur um halb zehn.

Sächsische Zeitung 13 August 2003

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