Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Heißer Asphalt und kochende Autofahrer

Wer auf der B 170 ins Osterzgebirge fahren will, braucht ein starkes Nervenkostüm
Von Andreas Rentsch

Bereits um elf Uhr kocht der Asphalt. Die Volksseele auch. „Mir dröhnt der Kopf“, sagt Adelheid Schulze, „jeden Tag acht Stunden lang.“ Die Frau arbeitet an der Elf-Tankstelle Karsdorf und hat noch gut reden. Denn hier ist das Stau-Chaos der B 170 noch weit weg. Wie Perlen auf einer Kette aufgereiht rollen Autos, Reisebusse und Laster durch den Ort – aber sie rollen. 14 Kilometer weiter südlich sehe das schon ganz anders aus: „Die Urlauber steigen bei mir geschafft aus ihren Wohnmobilen und erzählen, dass sie zwischen Altenberg und Dippoldiswalde zwei Stunden im Stau gestanden haben. Fix und fertig sind die.“ Schlecht für Frau Schulzes Nerven, gut fürs Geschäft mit Erfrischungsgetränken. Den Leuten, die in Richtung Grenze fahren, gibt sie noch einen Tipp mit auf den Weg: „Planen Sie anderthalb Stunden ein!“

Auf das Schlimmste gefasst, fädeln sich die Autofahrer auf der Bundesstraße wieder in die Fahrzeugkolonne. Ab Obercarsdorf wird die Prophezeiung wahr. Hier beginnt das Stakkato der Baustellenampeln. Bis zum Ortsausgang von Schmiedeberg sind es drei, jede nur wenige hundert Meter von der anderen entfernt. Daneben wühlen Bagger in der trockenen Erde, Staub wirbelt herum. Thomas Just steht mittendrin. „Ständig fahren Autofahrer bei Rot über die Ampel“, schimpft der Kipper-Fahrer. „Sie sehen, dass wir aus der Baustelle raus wollen und nennen uns auch noch Rindviecher.“ Dann geht minutenlang gar nichts mehr und der Puls der Beteiligten steigt auf 180.

Zum vierten und vorerst letzten Mal leuchtet es Rot hinter dem Abzweig nach Schellerhau. Weiße Linien glänzen auf dem Asphalt. Arbeiter schieben eine Ramme über den Fahrbahnrand. „Vergangenes Wochenende hat es sich von hier bis Altenberg gestaut“, sagt Busfahrer Hartmut Richter. Eine Stunde habe er für die Tour von Dipps nach Altenberg gebraucht. Aber auch in der Woche geht es nicht viel flotter. Dann blockieren Transit-Lkws die Europastraße.

Immerhin darf der Landrat des Weißeritzkreises neuerdings die B 170 sperren, wenn es dort gar zu bunt wird. Allerdings kommt Bernd Greif erst am Montag aus dem Urlaub – und seines Wissens war das Chaos bisher sowieso noch nicht schlimm genug, sagte er der SZ. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: „Richtig kritisch wird es am Ferienende in drei Wochen.“

Sächsische Zeitung, Samstag, 2. August 2003

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