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„Wir dürfen nicht in die Röhre gucken“

Ortschefs entlang der B 170 erleichtert über Kreistagsbeschluss / Doch Skepsis bleibt

Dippoldiswalde. „Ich kann mit der Entscheidung des Kreistages leben“, sagt Christian Zeibig (parteilos). Der Bürgermeister von Bannewitz hatte die brisante Parlamentssitzung zur B 170 vergangene Woche im Publikum mit verfolgt. Er machte sich erhebliche Sorgen. Wenn eine neue Trasse zwischen Dippoldiswalde und Waldbärenburg gebaut wird und Bannewitz sowie Altenberg dabei nicht berücksichtigt werden, wären beide Orte verloren. Die Einwohner würden im Verkehr ersticken.

Doch dazu soll es nun nicht kommen. Der Kreistag fordert Ortsumfahrungen von Bannewitz bis hoch zur Grenze. Das Teilstück zwischen Dipps und Waldbärenburg soll nur als erste Maßnahme zur Verkehrsentlastung der Anwohner an der B 170 angepackt werden. Zeibig ist über diese Entscheidung erst einmal erleichtert.

„Ich kann mich nicht gegen strategische Ziele wehren“, sagt er. „Mit dieser Lösung bin ich einigermaßen zufrieden.“ Er fügt aber zugleich hinzu: „Wie diese Lösung aussieht, das kann ich jetzt noch nicht sagen.“ Die Pläne müssen erst auf den Tisch. „Wir haben schon Probleme mit der S 36“, bleibt der Bürgermeister auf der Hut. Und jeder Straßenbau bedeute Eingriffe in die Natur. „Deshalb finde ich gut, dass der Landrat zugleich beauftragt wurde, ein Verkehrskonzept für den Weißeritzkreis zu erarbeiten.“ Das Papier soll bis zum 31. März 2004 vorliegen.

Sein Amtskollege aus Dippoldiswalde, Horst Bellmann, begrüßt ebenfalls, dass sich eine Kreistagsmehrheit für die Forderung fand, nicht nur eine Teillösung für die Verkehrsprobleme auf der B 170 zu schaffen, sondern eine, die von Dresden bis zum Grenzübergang Altenberg reicht. Bellmann sitzt selbst mit im Kreistag für die Freien Wähler und stimmte für dieses Paket. Angesichts der Prognosen, die auch nach Inbetriebnahme der A 17 ein hohes Verkehrsaufkommen für die B 170 voraussagen, sei das der richtige Weg. „Als erster Schritt wäre die Entlastungsstrecke zwischen Dipps und Altenberg gut“, sagt er. Aber trotz des entsprechenden Kreistagsbeschlusses sieht er keinen Grund zum Jubeln. „Zwar steht die neue Trasse jetzt im Bundesverkehrswegeplan drin, aber irgendwo ganz hinten, deshalb bin ich sehr skeptisch, ob sie überhaupt kommt“, sagt Bellmann.

Auch Thomas Kirsten, Bürgermeister von Altenberg, zugleich Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag, hat für das Verkehrspaket gestimmt. „Der Verkehr auf der Straße wird bleiben“, sagt er. Es müsse daher eine Lösung her, damit die meisten Menschen auch mit dem Verkehr leben könnten. Mit Umfahrungsstraßen würden die Schwerlaster aus den Orten herauskommen.

„Wo genau die Trasse aber lang geht, das ist in dem Beschluss jedoch nicht festgelegt worden“, erklärt Kirsten. Ob die auf dem Kreistag vorgestellte Variante der Weisheit letzter Schluss sei, wisse er nicht. Sicher sei jedoch, „dass man die Orte Bannewitz und Altenberg kaputt macht, wenn die Transit-Lkws auch weiterhin dort hindurch fahren.“

Er ist froh, dass im Kreistag eine Gesamtlösung gefunden wurde. Eine Trasse, welche die Schwerlaster nicht zugleich aus Altenberg heraus bringt, brächte nichts. „Es muss für alle Orte eine Umgehung geben“, sagt er. Wenn die Pläne jedoch für Altenberg und Bannewitz nichts taugten, dann dürfe der erste Abschnitt auch nicht gebaut werden.

Kirsten fordert deshalb eine Ortsumgehung von Zinnwald bis auf die neu zu bauende Straße der B 170 zwischen Dippoldiswalde und Waldbärenburg. „Momentan sehe ich dabei nur eine Tunnellösung“, erklärt er.

„Es kann auf keinen Fall sein, dass 2005 die erste Trasse fertig ist und der Rest schaut dann in die Röhre“, sagt er. (SZ/ks/schl/bbr)

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 09.07.2003

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