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B 170 - Fluch und Segen

Bürgermeister sind hin- und hergerissen zwischen alter und neuer Trasse

Von Mandy Schaks

Die geplante Trasse für eine neue B 170 zwischen Dippoldiswalde und Waldbärenburg erhitzt die Gemüter. Die Politiker indes halten sich ziemlich bedeckt.

"Im Galopp-Verfahren wird hier eine neue Straße durchgepeitscht", sagte Gottfried Köhler aus Oberfrauendorf zum Bürgerforum in Niederfrauendorf. Und er warf dem Reinhardtsgrimmaer Bürgermeister Klausjürgen David (Freie Wähler) vor: "Wir sollen überfahren werden."

David war partout nicht dazu zu bewegen, sich für oder gegen die geplante neue B 170 auszusprechen, die auch Frauendorfer Gebiet berührt. "Ich weiß nicht, wofür oder wogegen ich sein soll", entgegnete David. "Uns liegt noch gar nichts vor."

Darauf berief sich auch Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) in der Bürgerfragestunde zur Stadtratssitzung. "Wir wissen im Moment auch nicht mehr, als in der Zeitung steht. Man muss die Vor- und Nachteile abwägen", sagte er diplomatisch und landete mit dieser Äußerung prompt im Fettnapf.

Doch Kirsten versprach, dass sich der Ausschuss Umwelt und Technik damit im neuen Jahr beschäftigen wird. Und er hält Wort: Am 13. Januar steht das Thema auf der Tagesordnung. Kirsten hat zu der Beratung auch Fachleute eingeladen, die es genauer wissen müssten.

Inzwischen hat der Altenberger Bürgermeister auch noch einmal in Ruhe über die neue Trasse nachgedacht und kann ihr durchaus positive Seiten abgewinnen. "Unter der Voraussetzung, dass die alte B 170 nicht wieder für den Transitschwerlastverkehr geöffnet und dafür ausgebaut wird", sagte er. Das Charmante an dieser Lösung sei dazu noch, die jetzige Trasse wäre mindestens gleich noch mal ein Jahr für die Transit-Lkws dicht. Und wenn dann die neue Straße fertig ist, wäre das alte leidige Problem endgültig vom Tisch.

Die Eingriffe in die Natur, die mit dem Bau einer neuen Trasse verbunden sind, will Kirsten nicht klein reden. Doch unter heutigen Gesichtspunkten lasse sich ein Straßenneubau ganz anders verwirklichen, könnten alle Belange berücksichtigt werden. Dann wäre das Tal der Roten Weißeritz von Dippoldiswalde bis Altenberg frei für eine touristische Nutzung.

Davon träumt auch der Schmiedeberger Bürgermeister Karl-Günter Schneider (CDU). "Das Tal könnte sich entwickeln, die Gemeinde würde attraktiver", kommt er schon ins Schwärmen. "Wir wollen auch mal einen Biergarten oder ein Cafe vorm Laden." Daran ist gar nicht zu denken, so lange der Transitverkehr durch das Tal donnert.

Ob das mit einer neuen B 170 allerdings anders würde, bezweifelt der Dippser Bürgermeister Horst Bellmann (Unabhängige Bürger). Zwar stellte auch das sächsische Wirtschaftsministerium in Aussicht, dann die jetzige B 170 vom Rang herunter zu stufen. Doch lässt sich damit auch die Tonnage begrenzen? Werden dann keine Lkws mehr fahren? "Das heißt es noch nicht", sagte Bellmann. Zum einen muss die einheimische Wirtschaft auch ihre Ware transportieren. Zum anderen mündet am Abzweig Sadisdorf in Schmiedeberg die B 171 auf die jetzige B 170. "Und dieser Verkehr läuft weiter", schlussfolgert Bellmann. "Wer will diese Lkws denn aufhalten?" Aus seiner Sicht klappt das nur, wenn auf der alten B 170 eine Maut verlangt wird.

Er tut sich schwer damit, dass die Transit-Lkws dann vielleicht über eine neue Trasse rollen. "Denn wer Straßen baut, der erntet Verkehr", steht für Bellmann fest. "Doch stimmen wir dem nicht zu, haben wir wieder den alten Salat und den ganzen Schwerlastverkehr in den Orten drin."

Ganz energisch gegen die neue B 170 spricht sich der Bannewitzer Bürgermeister Christian Zeibig (parteilos) aus. "Auf der alten Bundesstraße würde doch dann immer noch Fahrzeuge rollen, und das nicht zu knapp. Unsere Einwohner müssten dann mit dem doppelten Verkehr leben, den sie jetzt aushalten müssen. Vom Eingriff in die Natur will ich gar nicht erst reden", sagt er. Deshalb will er einen Protestbrief gegen die zweite Trasse an das Landratsamt und das sächsische Wirtschaftsministerium schreiben, um schon im Vorfeld der Meinung aus Bannewitz Gehör zu verschaffen. "Eine neue B 170 ist für unsere Gemeinde nicht zumutbar", ist Zeibig überzeugt.

Sächsische Zeitung Dienstag, 7. Januar 2003

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