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„Du kleiner Fahrer, ich kleiner Polizist“

B 170. In Karsdorf müssen die Brummis wenden. Am Nachmittag geht nach einem Unfall nichts mehr.

Petr Nemeth versteht die Welt nicht mehr. Kopfschüttelnd und vor sich hin schimpfend steigt er aus seinem Lkw. Der Slowake kommt aus Dänemark und will mit seinem Laster weiter nach Ungarn. Doch in Karsdorf ist erst mal Schluss. Denn seit gestern 6 Uhr dürfen Lkws über zwölf Tonnen die B 170 zwischen Possendorf und Altenberg nicht mehr befahren. „Der Fahrer ist an 14 Schildern vorbeigebrettert, die auf die Sperrung hingewiesen haben“, sagt der Freitaler Polizeihauptkommissar Lutz Teistler – ebenfalls kopfschüttelnd. Sein Kollege geht auf Nemeth zu und redet beruhigend auf ihn ein: „Du bist ein kleiner Fahrer, ich bin nur ein kleiner Polizist und muss machen, was der große Chef beschlossen hat.“ Nemeth nickt ergeben und trottet hinter dem Beamten her. Wie alle Falschfahrer muss er 20 Euro Bußgeld zahlen. Minuten später sitzt er wieder auf dem Bock und steuert zurück Richtung Dresden.

Ähnliche Szenen spielen sich immer wieder ab. Allerdings viel seltener, als die Polizei anfangs befürchtet hat. Bis 14 Uhr fordern die Beamten ganze 34 Lkws zum Umkehren auf. „80 Prozent sind Ungarn und Rumänen, nur zwei Lkws kamen aus Deutschland“, sagt Teistler. Die meisten Fernfahrer, schätzt er, hätten offensichtlich von vornherein andere Routen gewählt. Damit das so bleibt, wird die Polizei bis Ende nächster Woche rund um die Uhr in Karsdorf sowie mit mobilen Kräften auf den Nebenstrecken die Lkws stoppen. Danach, so hofft man, können die Kontrollen etwas zurückgefahren werden.

Das Landratsamt des Weißeritzkreises, das die Einbahnstraßenregelung angeordnet hat, geht davon aus, dass jetzt täglich zwischen 1 500 und 2 000 Lkws weniger die Bundesstraße nutzen. „Das merkt man schon, der Geräuschpegel hat etwas abgenommen“ sagt Mathias Espig, der in Obercarsdorf direkt an der Straße wohnt. „Einige Laster fahren aber weiter Richtung Altenberg“, hat er beobachtet. „Stimmt“, sagt Polizeisprecher Mirko Göhler. Denn der regionale Schwerlastverkehr darf rollen. Und der macht rund 20 Prozent des Lkw-Aufkommens aus. Gestern gegen 16 Uhr war es dann aber doch noch ganz ruhig. In Oberhäslich gab es einen schweren Pkw-Unfall mit Schwerverletzten. Die B 170 musste deshalb komplett gesperrt werden.

Von Jana Klameth, Sächsische Zeitung 16. 03. 2006

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