Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

Shop | Gästebuch | Forum | Kontakt | Impressum
Presse 2005 | Presse 2004 | Presse 2003 | Presse 2002
aktuelle Aktionen | Aktionen der Vergangenheit | Tour de Natur |
Bürgerinitiative | Bündnis 90/Die Grünen | SPD | PDS | CDU | andere |
Briefe von Bürgern/Initiativen | Briefe von Parteien | Antworten |
0

 

Kreis will Blechlawine zügeln

Verkehrskonzept. Wie muss die Infrastruktur aussehen, damit sich der Kreis entwickeln kann, aber nicht überrollt wird?

Schreiben Sie lieber etwas Lustiges“, sagt Steffen Thierfelder. Er will sich nicht mehr herum ärgern mit der B 170 und der stinkenden, lärmenden Blechlawine, die auch Tag und Nacht vor seiner Haustür in Schmiedeberg vorbei rauscht. „Hier passiert nichts“, steht für ihn fest.

Er hat mehrfach versucht, dass sich an den unhaltbaren Zuständen etwas ändert. Sogar ein Minister saß bei ihm am Tisch, aus dem Hause von Bundespräsident Horst Köhler erhielt er Post. Doch die Lkws fahren und fahren und fahren. Mehr denn je. Steffen Thierfelder ist enttäuscht von der Politik.

Und damit steht er offenbar nicht alleine da, wie selbst Politiker inzwischen erkennen müssen. „Leider habe ich das Gefühl, dass entlang der B 170 die Resignation überhand genommen hat“, sagt der Grünen-Chef im Weißeritzkreis, Andreas Warschau. Er gibt aber die Hoffnung nicht auf, dass doch Entlastungen möglich sind, wenn nur alle mitmachen. Dabei verweist er auf die Oberpfalz. Als jetzt ein weiteres Teilstück der A 6 freigegeben wurde, zog das Bayerische Staatsministerium des Inneren die Notbremse und sperrt die Bundesstraße 14 auf einem Abschnitt für den Schwerverkehr. Davon ausgenommen ist der Anliegerverkehr, heißt es in einer Pressemitteilung. Um die Zeit bis zur vollständigen Fertigstellung der Autobahnverbindungen bis 2008 zu überbrücken, wurde außerdem ein Verkehrskonzept entwickelt. Demnach sollen Lkws durch ergänzende Wegweisung über andere Routen gelotst werden, damit die Anlieger der B 14 entlastet werden. Außerdem fackelt Innenminister Günther Beckstein nicht und sperrt wegen dringender Baumaßnahmen einige Ortsdurchfahrten an der B 14 längerfristig für den überörtlichen Verkehr. „Ein solches Engagement vermisse ich leider in Sachsen“, sagt Warschau. „Die Erfolge in der Oberpfalz sollten uns aber Mut machen.“

Das Landratsamt des Weißeritzkreises fasst sich jetzt ein Herz und will sich nun auch an ein Verkehrskonzept wagen. Noch vor etwa einem Jahr schien das aussichtslos angesichts knapper Kassen und vager Verkehrsprognosen. Aber: „Die Verkehrssituation im Weißeritzkreis stellt uns vor zunehmend größere Probleme“, sagt Landrat Bernd Greif (CDU). Die Konflikte verschärfen sich. „Wir haben es nicht nur mit einem Verkehrs-, sondern einem Regionen-Problem zu tun“, macht Rainer Frenzel, der Leiter des Kreisentwicklungsamtes, deutlich. Insbesondere der Transit-Verkehr tangiere viele Lebensbereiche, ob nun den Tourismus, die Kultur oder Wirtschaft.

Dieser Ansatz ist auch der Schlüssel für die Geldschatulle. Über das Förderprogramm „Regionen Aktiv“ soll nun das Verkehrskonzept finanziert werden. Der Auftakt dazu ist am Montag mit einer Diskussionsrunde. Dort heißt es erst einmal, die verschiedenen Interessen auszuloten und gemeinsam Lösungsansätze zu suchen.

Kommentar: Nur Mut

Der kommende Montag müsste eigentlich ein Freudentag für den Weißeritzkreis werden. Das Landratsamt gibt den Startschuss für das längst fällige Verkehrskonzept. Wunder darf freilich von solch einem Papier keiner erwarten. Deshalb kann auch ein Landratsamt noch lange nicht zum Beispiel auf einer Bundesstraße 170 schalten und walten, wie es den Anliegern gefällt. Dafür braucht der Kreis auch weiter Partner, die Unterstützung der zuständigen Behörden im Land und beim Bund. Wenn der Kreis aber nicht klar die Konflikte aufzeigt und seine Ziele formuliert, kann er erst recht nichts durchsetzen. Ein Verkehrskonzept ist dafür zweifelsfrei eine solide Grundlage. Deshalb ist nur zu wünschen, dass sich viele Betroffene daran beteiligen. Und der Mut niemanden verlässt, diese Ziele durchzukämpfen. Dazu braucht es einen langen Atem.

Der Weg zum Verkehrskonzept

Das Landratsamt des Weißeritzkreises ergreift jetzt die Initiative und veranstaltet am Montag, dem 15. August, um 14 Uhr im Landratsamt in Dippoldiswalde auf der Dr.-Friedrichs-Straße im Haus 2 (Saal) einen Auftakt-Workshop.

Dazu eingeladen sind Vertreter des Straßenbauamtes Dresden, des sächsischen Wirtschaftsministeriums, aus Unternehmen und benachbarten Landkreisen.

Ausdrücklich erwünscht ist aber auch die Teilnahme der Bürger, um die verschiedenen Aspekte beleuchten und gemeinsam nach Lösungen suchen zu können.

Landrat Bernd Greif (CDU) stellt dazu vorab einige Thesen in den Raum:

Erstens: Die Ansprüche an die Verkehrsinfrastruktur sind nicht nur vielfältig, sondern teilweise auch konfliktträchtig. Forderungen nach einer Entlastung des Weißeritzkreises vom Transit-Lkw-Verkehr und einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens stehen Forderungen nach einer guten und leistungsstarken Anbindung gegenüber.

Zweitens: Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region. Entwicklungschancen im Wettbewerb der Regionen müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zu den damit verbundenen Belastungen stehen.

Drittens: Der Weißeritzkreis hat eine sehr dichte Verkehrsinfrastruktur mit räumlich konzentrierten Schwerpunkten – die B 170, das größte Nadelöhr mit zum Teil unerträglichen Belastungen für die Anwohner.

Viertens: Die Möglichkeiten des Landratsamtes Weißeritzkreis als untere Verkehrsbehörde, auf die Gestaltung des Verkehrsaufkommens und die -situation zur Entschärfung der genannten Konflikte Einfluss zu nehmen, sind aufgrund der gesetzlichen Instrumentarien äußerst begrenzt.

Von Mandy Schaks, Sächsische Zeitung 11. 08. 2005

Einladung (PDF)

Über uns | Site Map | Privacy Policy | Kontakt | ©2005 Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge"