Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Protest auf Österreichs AutobahnenProtest auf Österreichs Autobahnen
Inntal- und Tauernautobahn blockiert

Österreichische Transitgegner haben am Freitag die zwei wichtigsten nach Italien führenden Autobahnen stundenlang blockiert. Schon am Vormittag sperrte die Polizei wegen einer Protestkundgebung gegen den starken Lastwagen-Verkehr über den Brenner die Inntalautobahn A12 bei der Anschlussstelle Vomp in beiden Richtungen.

Die auf zwölf Stunden angesetzte Autbahnblockade der A12 führte jedoch nicht zu den befürchteten Staus. Personenwagen wurden von der Polizei bereits frühzeitig über Umgehungsstraßen umgeleitet. „Wir haben verstärktes Verkehrsaufkommen mit gelegentlichem Stop-and-Go, aber insgesamt fließt der Verkehr“, sagte ein Polizeisprecher in Innsbruck der dpa. Eine mehrstündige Blockade der Tauernautobahn A10 bei Zederhaus wurde am Nachmittag bereits vorzeitig aufgehoben.

Vor beiden Sperren stauten sich jedoch zahlreiche Lastwagen, die erst nach der Aufhebung der Blockade weiterfahren durften. Österreichs Verkehrsminister Hubert Gorbach kritisierte die Blockaden, zeigte jedoch Verständnis für die Probleme der Demonstranten.
Das „Transitforum Tirol“ hatte zu dem Protest aufgerufen, um damit auf den ständig wachsenden LKW-Verkehr über den Brenner aufmerksam zu machen. Nach Angaben des Transitforum-Vorsitzenden Fritz Gurgiser sind allein im vergangenen Jahr zwei Millionen Lastwagen in beiden Richtungen über den Brenner gefahren. In den ersten vier Monaten diesen Jahres hat das Verkehrsaufkommen nach offiziellen Statistiken weiter zugenommen. Im Bundesland Tirol leben bereits 30000 Menschen in Gebieten, die wegen der hohen Abgasbelastung offiziell als gefährdet gelten.

Die Bürgerbewegung fordert unter anderem eine weitere Ausdehnung der Fahrverbote für Lastwagen und den beschleunigten Bau des Brenner-Basistunnels. Sie kritisierten auch eine neue EU-Richtlinie vom 21. April, die zu einer Senkung der LKW-Maut über den Brenner führen könnte.

Am frühen Freitagnachmittag wurde auch der Übergang Heiligenkreuz an der österreichischen Grenze zu Ungarn für etwa vier Stunden wegen einer Protestaktion geschlossen. Hier demonstrierte eine Bürgerbewegung gegen den Ausbau einer Schnellstraße. Autofahrer wurden aufgefordert, auf andere Grenzübergänge ausweichen (dpa)

Sächsische Zeitung 27. Mai 2005

Homepage des Transitforum Tirol: http://www.transitforum.at/

"Stirbt unser Tal, Brüssel ist's egal"

Am Freitag zeigten Tiroler Transitgegner mit Transparenten auf der Inntalautobahn Flagge.
VOMP. Die Sonne brennt auf den Asphalt. Die Autobahn ist leergefegt. Heurigentische stehen herum. Einige 100 Transitgegner sind am Freitag trotz sommerlicher Hitze bereits zu Mittag zum Auftakt der zwölfstündigen Autobahnblockade in Vomp präsent - gekommen mit Rad, zu Fuß oder per Skater.
Christian Dandler, Religionslehrer aus einer der Tiroler Luftsanierungsgemeinden im Unterinntal, betreut den Info-Stand des Transitforum Austria. Die Menschenmenge wächst, je kühler es wird. "Wir erwarten bis zur Nacht einige Tausend", meint ein Einsatzleiter.
Die ÖBB luden erstmals mit einem Sonderticket um drei Euro zur Fahrt mit der Bahn in ganz Tirol ein. Das trägt zum Image bei. Am Anti-Transit-Infotisch liegen einheimische Äpfel und Nudeln. Daneben ein Apfel aus China: "Was glauben Sie, wie viele Transitkilometer der hinter sich hat?", fragt Dandler. Auch auf die ökonomischen Auswirkungen des Transit will man aufmerksam machen.
Werden auf der Straße ausländische Billig-Produkte hin- und hergekarrt, beginnt die regionale Wirtschaft zu leiden. "Und bei uns gehen die Arbeitsplätze verloren." Ein Aktivist der Anti-Transitinitiative "Lebenswertes Wipptal" stellt ein Transparent auf: "Stirbt unser Tal, Brüssel ist's egal", steht darauf in großen Lettern geschrieben.
Drei Transitrouten führen durch das Tal Richtung Brenner: Autobahn, Bundesstraße und Züge. "Die Lärmbelastung ist unerträglich", sagt Evelyn Schlögl aus dem Wipptal. Wie viele ist sie wegen "der Zukunft der Kinder" da. Dem Bau des Brennerbasistunnels steht sie skeptisch gegenüber. "Solange der Lkw-Verkehr mit Steuergeld so billig gehalten wird, geht keiner freiwillig in einen teuren Tunnel."
Gefordert wird eine Wegekostenrichtlinie, die den Verkehr von der Straße auf die Schiene lenkt. Ein Radfahrer stoppt auf der Autobahn: "Hätten Sie Sonnencreme für mich?" Es ist heiß. Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach zeigte Freitagmorgens am Innsbrucker Bahnhof Verständnis für die Kundgebung auf der Autobahn. Er habe einst auch in der Hainburger Au demonstriert. Nur dürften diese Aktionen "nicht zur Regelmäßigkeit" werden. Sonst würden andere leiden, etwa die Tiroler Wirtschaft. Der Brennerbasistunnel werde auf jeden Fall gebaut, "wie auch immer der nächste Verkehrsminister heißt".

VON SUSANNE KUMMER (Die Presse) 28.05.2005

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