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Lkws rollen weiter ungebremst
Vorstoß. Was im Rheinland möglich ist, klappt im Weißeritzkreis offenbar noch nicht: Ein Fahrverbot für Schwerlaster auf der Bundesstraße.

In den nächsten Tagen wird mancher Anwohner der B 170 neidisch auf das kleine Nierstein in Rheinland-Pfalz schauen. Dort hat man es geschafft, dass ab dem 31. Mai kein Transit-Schwerlaster mehr auf der B 9 durch die Gemeinde fahren darf.

Das weckt sicher auch im Weißeritzkreis neue Erwartungen. Hier wie dort stieg der Lkw-Verkehr in den letzten Monaten erheblich an. „Bei einigen Zählungen kam man auf bis zu 90 Prozent mehr Lkw-Verkehr“, berichtet Karl-Michael Sander, erster Beigeordneter der Gemeinde Nierstein. Bei einer Kontrolle seien 30 von 80 Lkws beanstandet worden, weiß Sander aus Polizei-Statistiken. Die ersten Schwerlaster habe das schon abgeschreckt. Sie wählten von sich aus den Weg über die nahe Autobahn. In ein paar Tagen werden sie dazu verpflichtet.

So etwas wünschen sich Anwohner der B 170 schon lange. Doch Rainer Frenzel, Leiter des Kreisentwicklungsamtes, dämpft die Erwartungen. Bundesgrenzschutz, Landespolizei, Zoll und das Amt für Güterverkehr begutachteten bereits jetzt regelmäßig die Lkws. Deshalb glaubt er nicht, dass weitere Kontrollen zu rückläufigen Lkw-Zahlen führen werden. Auch mit weiteren Geschwindigkeitskontrollen ließen sich keine Erfolge erzielen. Bei Stichproben, die auch nachts durchgeführt wurden, seien nur etwa zehn Prozent der Lkws zu schnell gefahren, so Frenzel.

Zurzeit nimmt die B 170 etwa 80 Prozent des Schwerlastverkehrs von der Autobahnabfahrt in Bannewitz auf. Wie viele der Lkw-Fahrer Mautflüchtlinge sind, die anstatt über die bayrischen Autobahnen lieber durch das mautfreie Osterzgebirge in Richtung Süden und wieder zurück rollen, lässt sich laut Frenzel nicht feststellen. Klagen, dass diese Lkws verstärkt auf andere Straßen im Landkreis ausweichen, hört Frenzel selten. Nur wenn es auf der B 170 zu Problemen kommt, versuchten Lkw-Fahrer, u.a. über das Müglitztal, auszuweichen. Deshalb sieht das Landratsamt keine Veranlassung, den Vorschlägen des Bundesverkehrsministeriums zu folgen. Von da kam der Hinweis, bis zur Einführung der Maut auf ausgewählten Bundesstraßen den Verkehr auf diesen Ausweichstrecken „unattraktiv“ zu machen. Zum Beispiel durch verstärkte Polizeikontrollen.

Für die B 170 sehen weder Landratsamt noch Wirtschaftsministerium aber derzeit eine Chance für eine spürbare Entlastung. „Das ist das alte Problem“, sagte ein Sprecher des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Denn im Gegensatz zur B 9 bei Nierstein gibt es parallel zur B 170 noch keine Alternativstrecke. „Wir können nur hoffen, dass die A 17 so schnell wie möglich fertig wird“, sagt Frenzel.

Schwerlaster auf der B 170

Mit einer Verringerung des Schwerlastverkehrs auf der B 170 ist laut Landratsamt erst nach der Fertigstellung der Autobahn Dresden-Prag (A 17) im Jahr 2006 zu rechnen.

Um den Schwerlastverkehr auf der B 170 dann zu minimieren, hat das sächsische Wirtschaftsministerium laut Pressestelle die Mautpflicht für die Straße beim Bund beantragt. Eine Entscheidung, ob es dazu kommt, ist noch nicht gefallen.

Noch bis zum Herbst sammelt das Bundesverkehrsministerium Daten über die Verkehrsströme. Erst danach werde festgelegt, welche Bundesstraßen mautpflichtig werden. Einen genauen Zeitpunkt dafür wollte das Bundesverkehrsministerium aber nicht nennen.

Von Maik Brückner, Sächsische Zeitung 24. Mai 2005

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