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Lkws schlüpfen aus allen Löchern
Verkehr. Transit-Laster weichen von der viel befahrenen B 170 auf Nebenstrecken aus – zum Leidwesen der Anwohner.

Wir merken ganz deutlich, dass der Schwerlastverkehr angestiegen ist“, sagt Geisings Bürgermeister Frank Gössel (CDU). „Wenn auf der B 170 nur die kleinste Kleinigkeit ist, auch nur Stau, kommen die Lkws sofort durchs Müglitztal. Und manchmal gleich zehn Stück hintereinander.“

Die Fahrer seien so gut mit Funk ausgerüstet, dass sie sich im Nu über Schlupflöcher verständigten. Selbst die Baustellen auf der Müglitztalstraße hielten sie nicht davon ab. „Sie kommen bei uns immer noch schneller voran als woanders“, mutmaßt Gössel.

Anlieger klagen über Belastung

Und er mag gar nicht daran denken, wenn der Bau-Rummel auf der B 170 erst richtig los geht. Zwar soll noch in diesem Monat die Hochwaldstraße öffnen und Entlastung bringen, doch die Forststraße nimmt nur Pkw-Verkehr auf. Die Transit-Lkws müssen weiter über die B 170 oder werden versuchen, dieses Nadelöhr zu umgehen. „Die B 170 bricht uns dieses Jahr noch das Genick“, prophezeit auch Gössels Amtskollege, Thomas Kirsten (Freie Wähler) aus Altenberg.

Das Landratsamt kann diese Einschätzungen allerdings nicht teilen. „Uns ist unklar, welche Lkws zum Beispiel im Müglitztal lang fahren“, sagt Rainer Frenzel, der Leiter des Kreisentwicklungsamtes. Mitarbeiter seien tagtäglich im Kreisgebiet unterwegs, könnten aber nicht bestätigen, dass Transit-Lkws verstärkt auf Nebenstrecken ausweichen. Dafür hat Frenzel eine Erklärung: „Der Verkehr auf der B 170 fließt trotz etlicher Baustellen.“

Anlieger freilich – und das ist auch Frenzel klar – sehen das anders. Erst jüngst hatte sich Steffen Thierfelder an die SZ gewandt. Der Schmiedeberger klagt über Lärm, Abgase und Geschäftseinbußen: „24 Stunden am Tag rattert der Verkehr vorbei.“ Und die Polizei meldet regelmäßig Stau auf der B 170.

Das bekommen sogar die Hermsdorfer zu spüren. „Wir wissen uns nicht mehr zu helfen“, berichtete kürzlich Rudolf Wächter aus Neuhermsdorf. „Schwere Lkws fahren durch den Ort und versuchen, den Weg bis zur Grenze abzukürzen.“ Und zu allem Verdruss würden viele Fahrer noch aufs Gaspedal drücken. „Die haben doch 70, 80 Stundenkilometer drauf.“ Mittlerweile können die Hermsdorfer erst einmal aufatmen: Die Transit-Lkws sind weg – einer Baustelle sei Dank. Die Straße ist für schweren Lkw-Verkehr sowohl von Frauenstein aus als auch von Altenberg dicht.

Lkw-Verbot ist nicht möglich

Wenn die Bauarbeiter weg sind, geht der Zirkus wieder los, vermutet Wächter. Er fordert Geschwindigkeitsbegrenzungen. Doch da macht die Kreisbehörde wenig Hoffnungen. Der Weißeritzkreis stehe schon in der Kritik, weil er im Vergleich zu anderen Regionen bereits am meisten den Verkehr eingeschränkt habe, so Frenzel.

Zudem ergaben nächtliche Kontrollen mit der Polizei zum Beispiel auf der B 170, dass gar nicht so viele Raser unterwegs sind wie oft vermutet. Weniger als zehn Prozent der Fahrer seien laut Frenzel schneller als erlaubt gewesen. Und wer sich dann noch über Nebenstrecken quäle, schleiche auch in aller Regel weiter.

Auch der Hermsdorfer Bürgermeister Peter Zönnchen (parteilos) sieht Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht als Allheilmittel. Für ihn gibt‘s nur eine Lösung: „Der Lkw-Verkehr muss hier weg.“ Die Chancen dafür stehen aber schlecht. „Ich habe mich kundig gemacht“, sagt Amtskollege Frank Gössel aus Geising. „Ein Lkw-Verbot ist nicht möglich, nur eine Tonnagebegrenzung. Das geht aber auch nicht wegen dem Lieferverkehr.“

Je mehr Gössel nachdenkt, umso bewusster wird ihm: Die Stadt muss dringend auf der Müglitztalstraße an Engstellen baulich etwas tun. Und das dürfte den Transit-Lenkern überhaupt nicht gefallen ...

Von Mandy Schaks, Sächsische Zeitung 04. 05. 2005

Kommentar: Wappnen
Die Menschen, die direkt an Hauptverkehrsadern wohnen, sind zu bewundern. Mit unendlicher Geduld ertragen sie die täglichen Verkehrslawinen. Immer in der Hoffnung, dass diese Belastungen irgendwann einmal ein Ende nehmen. Ein Lichtlein sehen sie inzwischen im Tunnel: Die Fertigstellung der Autobahn von Dresden nach Prag. Den Termin der Inbetriebnahme sehnen viele herbei, weil dann hoffentlich der Schwerlast-Transitverkehr auf der B 170 und den Nebenstrecken im Weiße-ritzkreis zurückgeht.
Da nun auch die Staatsregierung laut über Maut-Pflicht auf der B 170 nachdenkt, dürfte diese Hoffnung nicht unbegründet sein. Doch für diese Situation muss sich der Weißeritzkreis schon heute wappnen. Transit-Lkws weichen aus, wie sich bereits jetzt zeigt. Und Schlupflöcher zum Beispiel durchs Müglitztal gibt es auch dann noch.

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