Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Steffen Thierfelder klagt über Abgase, Lärm und Staub

Steffen Thierfelder klagt über Abgase, Lärm und Staub entlang der B 170. Zudem beeinträchtigten die Belastungen nicht nur sein Schmiedeberger Reisebüro, sondern viele Gewerbetreibende.Foto: SZ/Egbert Kamprath

B170 wird ein Nadelöhr
Bis zu 16 Baustellen sind in diesem Jahr auf der Transit-Strecke geplant.

Steffen Thierfelder weiß nicht mehr weiter. Er wohnt in Schmiedeberg, direkt an der viel befahrenen B 170 und hat dort auch ein Geschäft. „24 Stunden am Tag rattert der Verkehr vorbei, man kann nicht mehr schlafen, und die Geschäfte haben Einbußen“, schildert er die unerträgliche Situation. Versuche, die Schwerlast-Transporte zu zügeln, blieben erfolglos. Im Gegenteil, seit dem EU-Beitritt Tschechiens vor einem Jahr rollt’s wie geschmiert. Bis zu 3 000 Lkws sind mittlerweile täglich unterwegs. „Und es ist kein Ende abzusehen“, so Thierfelder.

In seiner Verzweiflung wandte er sich nun an den Bundespräsidenten Horst Köhler mit der Bitte um Hilfe. Der Schmiedeberger sieht nur eine Chance, um die Anwohner zu entlasten: Die Rollende Landstraße (RoLa) zwischen Dresden und dem tschechischen Lovosice muss wieder in Betrieb genommen werden. Thierfelder mag nämlich gar nicht daran denken, wenn in den nächsten Wochen auch noch die Bagger erneut die B 170 erobern und Pkws über Umleitungen ins Gebirge gelotst werden. „Damit bleiben uns die ohnehin wenigen Kunden in den Geschäften wieder weg und die Schwerlaster können sich weiter vor unserer Haustür austoben.“

Auch Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) denkt mit Grausen an die kommenden Monate. Von Bannewitz bis Altenberg wird es voraussichtlich insgesamt bis zu 16 Baustellen auf der B 170 geben. Und das ist noch nicht alles. Denn auch ringsum drehen sich die Bagger. So wird beispielsweise auch die Kreisstraße durch Schellerhau – eine absolute Holperpiste – voraussichtlich ab Ende Juli unter halbseitiger Sperrung grundhaft saniert. Am Abzweig nach Geising sind schon Bauarbeiten im Gange, um den Zubringer zur neuen A 17 in Schuss zu bringen.

„Der Zustand gerade der B 170 ist nicht der beste“, räumt Kirsten ein. „Aber die Frage ist, ob man nicht bis zur Fertigstellung der Autobahn einige Bauarbeiten verschieben kann.“ Er will auf jeden Fall noch einmal mit dem Straßenbauamt Dresden sprechen und Varianten prüfen.

In Schmiedeberg könnte es klappen. Der Straßen- und Fußwegbau im Pöbeltal soll ins nächste Jahr verschoben werden, damit diese Strecke jetzt als Puffer mit zur Verfügung steht, sagt Bürgermeister Karl-Günter Schneider (CDU). „Wir haben eine Verlängerung der Flutgelder beantragt“, so der Gemeinde-Chef, „aber noch keine Antwort.“

Denn das ist die Crux: Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2002 müssen schleunigst über die Bühne gebracht werden, „sonst ist das Geld weg“, weiß auch Vize-Landrat Thomas Rechentin (CDU). So kommt eine Baustelle zur anderen – Flutschäden, Frostaufbrüche, Verschleiß, Sicherheitsmaßnahmen.

„Das alles ist schon bitter“, ist sich Rechentin über die Konsequenzen im klaren. Gemeinsam habe man nach Kompromissen gesucht. Dazu gehört auch, die Hochwaldstraße wieder für den Pkw-Verkehr zu öffnen. Rechentin ist zuversichtlich, dass sich das Landratsamt dazu unproblematisch mit dem Forstamt einigen kann. Ziel sei, Mitte April, spätestens ab 1. Mai den Forstweg als Umleitungsstrecke zwischen Dippoldiswalde und Altenberg freizugeben. Die Hochwaldstraße soll dann bis zum Herbst zur Verfügung stehen.

Von Mandy Schaks, Sächsische Zeitung 12. April 2005

Kommentar: Hart geprüft

Die Anwohner an der B 170 sind nicht zu beneiden. Genauso wenig wie die Kraftfahrer, die täglich diese Strecke nutzen müssen. Der Verkehr wird immer dichter. Das ist bereits mit dem bloßen Auge zu erkennen. Und die Belastungen nehmen dadurch zu. Das dicke Ende kommt aber erst noch, weil erneut an vielen Stellen in diesem Jahr gebaut wird. Dass das notwendig ist, dürfte unstrittig sein. Holperstrecken und Gefahren gibt es schließlich genug. Doch auf welches Konto geht denn das?

Mal abgesehen von den Flutschäden ist die Straße schwer gezeichnet von der Lkw-Lawine. Die B 170 führt von Bannewitz bis Altenberg durch kleine Städte und Dörfer. Die Trasse ist für solche Schwergewichte in derartigen Kolonnen nicht ausgelegt. Man kann nur hoffen, dass mit der A 17 der Spuk vorbei ist und die Menschen halbwegs zur Ruhe kommen.

Geplante Baumaßnahmen auf der B 170
Stabilisierung der Böschung am Grenztunnel Altenberg, Juni-September
Neubau einer Stützwand in Altenberg, Juli-September
Fuß- und Radweg in Altenberg, Ortsausgang bis Abzweig Schellerhau, Juli/August
Instandsetzung der dritten Spur von der Baukahre bis zum Schellerhauer Abzweig, Juli
Druckminderschacht in Waldbärenburg, im dritten Quartal
Rohrauswechslung in Kipsdorf, im zweiten Quartal
Stützwandbau in Kipsdorf, April bis Juni
Gas- und Trinkwasser-Leitung in Schmiedeberg voraussichtlich bis Juni
Radweg Obercarsdorf - Ulberndorf, Juli bis September
Ausbau in Obercarsdorf, August 2005 bis August 2006
Deckenbau Ortskernumgehung Dippoldiswalde, Ende Juni-Juli
Südlich Karsdorf mit Ausbau des Knotenpunktes am Abzweig Hermsdorf/Wilisch, Juli bis November
Deckenbau Ortsdurchfahrt Rundteil, Ende Juni bis Anfang Juli
Radweg Possendorf, Juli-September
Abwasserkanal Hänichen, September

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