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Unfall mit Bier-Lkw in Oberhäslich

Kistenweise Pils für die Mäuse
Oberhäslich. Eine Ladung Pilsner rutschte gestern auf der B 170 von der Ladefläche eines Lkw, der vermutlich zu schnell in die Kurve fuhr.

Bärbel Böttcher wollte gestern mal bis 7 Uhr ausschlafen, da weckt ihr Mann sie schon um sechs. Ein Sattelzug steht neben dem Parkplatz ihrer Autowerkstatt auf der B 170. Seine gelbe Plane hat rechts bereits eine Riesenbeule. „Wir wussten da noch gar nicht, was drin ist. Das hätte sonst was sein können. Aber direkt daneben standen zwei Autos von unseren Kunden, ein fast neuer Skoda und ein schöner Audi. Ich sagte nur zu meinem Mann: Schnell weg mit den Fahrzeugen, bevor was drauf fällt!“, erzählt sie.

Der tschechische Sattelzug ist voll beladen mit Pilsner Urquell unterwegs in Richtung Oschatz. Kurz vor sechs Uhr muss er in Oberhäslich zu schnell in die Kurve gefahren sein, vermutet die Polizei. Dabei verrutscht seine Ladung. Das merkt der 50-jährige Fahrer und hält sofort an, aber da ist es schon zu spät. Die Paletten mit Gerstensaft hängen nach rechts. Die drei Haltegurte reichen nicht mehr. Die Ladung drückt seitlich auf die Holzplanken. Eine Weile halten die aus, brechen aber um 6.20 Uhr, die Plane reißt, und die ersten Kisten poltern in den Straßengraben.

Autofahrer rufen die Polizei schon vorher, weil der Lkw auf der B 170 steht und die Straße in Richtung Dresden blockiert. Bis zum Nachmittag müssen die Beamten den Verkehr dort vorbei leiten.

Sie alarmieren die Feuerwehr, um den Lkw abzuladen. 25 Mann aus Oberhäslich, Dippoldiswalde, Ulberndorf und Reichstädt sind im Einsatz. „Wir müssen hier entladen. Es ist kein schwieriger Einsatz, aber die Kisten sind ganz schön schwer“, sagt Thomas Schmieder, der stellvertretende Leiter der Dippser Wehr. Ganz ungefährlich ist die Arbeit nicht. Immer wieder rutschen Bierkästen nach, die im 45-Grad-Winkel zur Seite hängen. 30 bis 40 gehen zu Bruch. „Da bekommen jetzt die Mäuse einen Rausch“, sagt einer der Floriansjünger.

Die Feuerwehrmänner stapeln die intakten Kästen im Hof der Autowerkstatt Böttcher wieder auf die Paletten. „In Deutschland dürfen die nicht mehr verkauft werden. Ich lasse die jetzt zum Hersteller zurückbringen“, sagt Havariekommissar Dieter Leonhard.

„Das ist schlimm hier in Oberhäslich. Immer wieder kommt so etwas vor. Wenn das eine Stunde später passiert wäre, hätte es die Kinder auf dem Weg zur Schule treffen können“, sagt Bärbel Böttcher. „Muss denn erst einmal jemand ums Leben kommen, bevor etwas dagegen geschieht?“

Von Franz Herz, Sächsische Zeitung 19. 03. 2005
Foto: SZ, Egbert Kamprath

Es ist nicht immer nur Bier (Kommentar von Franz Herz)

Eine verrutschte Ladung Bier auf der B 170, darüber kann man noch schmunzeln. Doch hat die Geschichte einen wesentlich ernsteren Hintergrund. Auf der B 170 rollen noch ganz andere Ladungen als einige Paletten Gerstensaft. Fast jeder zehnte Laster ist mit Gefahrgut unterwegs. Man darf sich gar nicht vorstellen, was wäre, wenn ein Ort an der Bundesstraße einmal evakuiert werden müsste, weil ein giftiger Stoff in der Luft hängt. Bannewitz, Dipps, Schmiedeberg, Altenberg schweben genauso in Gefahr wie Oberhäslich. Es reichen außerdem ganz alltägliche Gegenstände wie eine Ladung Holz, um die Fußgänger an der Straße und die anderen Autofahrer zu gefährden. Damit leben die Anwohner der Bundesstraße jeden Tag, aber sie leben damit alles andere als gut.

Chronik der Gefahren (in Oberhäslich)

11. Juli 2004. Ein betrunkener Alfa-Romeo-Fahrer fährt gegen einen Strommast und ein Haus.

26. Januar 2004. Die Polizei stoppt einen tschechischen Lkw, dessen Hinterrad schräg steht und heftig qualmt.

20. Juli 2001. Eine Ford-Fahrerin kommt in einer Rechtskurve ins Schleudern, stößt auf der Gegenspur gegen einen Lkw und rammt einen Grundstückszaun.

16. Juli 2001. Ein Lkw fährt zu schnell und rutscht in einen Vorgarten, dabei reißt sein Dieseltank auf.

10. Oktober 1999. Ein Lkw kracht in ein Wohngrundstück, reißt Sandsteinsäulen mit und das Hoftor weg. An der selben Stelle krachte am

18. Mai 1999 ein unaufmerksamer Lkw-Fahrer gegen das Haus und einen Strommasten.

Zahllose Unfälle passieren direkt vor und hinter dem Ort, wie am 20. April 1998, als ein Omnibus mit Kindern umkippte, der einem waghalsig überholenden Pkw ausweichen musste.

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