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Schneekettenpflicht nur bei Gefahr
Verkehr. Immer wieder blockieren Lkws ohne Schneeketten den Winterdienst und den Verkehr auf der B 170.

Geisings Bürgermeister Frank Gössel (CDU) kommt ins Schwärmen, wenn er an seinen Urlaub in der Schweiz denkt. Rigoros winkt dort die Polizei alle Autos und Lkws raus, die ohne Schneeketten in die Berge wollen und das Schneekettenschild versehentlich oder ganz bewusst übersehen haben. Erst wer sich der Auflage unterzieht, darf weiter fahren. So ein ähnliches Regime wünscht sich Bürgermeister Gössel auf der B 170. Die staugeplagten Anwohner würden es sicher auch begrüßen. Die SZ ging deshalb der Sache nach.

Kettenpflicht nur mit Schild

Generell gibt es in Deutschland nicht einmal eine Winterreifenpflicht, bedauert Mario Steiner, Leiter des Direktionsbüros der Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge. Diskutiert wurde darüber schon, doch bis jetzt hat der Gesetzgeber noch nichts vorgeschrieben. Anders ist das mit der Schneekettenpflicht für Pkws und Lkws. Diese besteht. Aber nur, wenn ein entsprechendes Schild die Kraftfahrer darauf hinweist.

So wie in Kipsdorf. Dort steht kurz vor dem Ortseingang Richtung Altenberg und dem Lkw-Rastplatz ein ganz spezielles Verkehrsschild. „Je nach Wetterlage kann es vom Landratsamt, der Polizei oder der Straßenmeisterei Altenberg aufgeklappt werden“, sagt Thomas Rechentin, 1. Beigeordneter des Weißeritzkreises. Festgelegt wurde das auf einer Runde im Innenministerium, in der ein Maßnahmekatalog beschlossen wurde. Mit Hilfe eines Krisenmanagements sollen solche Vorfälle wie am 16. Februar künftig verhindert werden. Damals ging stundenlang nichts mehr auf der B 170, weil Lkws quer standen oder nicht von der Stelle kamen. Sie behinderten sowohl den Pkw-Verkehr als auch die Räumtechnik.

Deshalb nun die Schneekettenpflicht generell ab Kipsdorf einzuführen, lehnt das Landratsamt ab. „Das ist nicht machbar“, sagt Rechentin. Denn wenige Tage nach dem Schneefall ist die Straße frei von Schnee. Würden dann trotzdem Lkws mit Ketten über die B 170 fahren, würden sie sowohl ihre Schneeketten als auch die ohnehin schon lädierte Bundesstraße zerstören. Deshalb werde die Schneekettenpflicht nur verordnet, wenn es eine „Gefahrenlage“ gibt.

Die Kontrolle, ob sich die Fahrer an die Pflicht halten, obliegt der Polizei. Die ist bei Wintereinbrüchen meist an vielen Stellen gefragt. Schwerpunkte neben der B 170 sind auch die Autobahnen. Deshalb kann die Polizei keine Kontrolle rund um die Uhr garantieren. „Alle verfügbaren Kräfte werden aber eingesetzt“, verspricht Steiner.

Vorwarnschild wird aufgestellt

Fast genauso wichtig wie die Kontrolle ist die zügige Benachrichtigung der Lkw-Fahrer, die an solchen Tagen in Richtung Grenze fahren. Wie in den vergangenen Wochen zu beobachten war, haperte es da noch gewaltig. Erst jetzt, am Ende des Winters, gibt es ein wenig Hoffnung, dass sich da etwas ändert. Im Maßnahmekatalog wurde festgelegt, dass kurz nach der Ausfahrt von der A 17 auf die B 170 ein Schild „Achtung, ab Kipsdorf Schneekettenpflicht“ die Kraftfahrer warnen soll.

„Es soll zwischen der Autobahnabfahrt und dem Hochbehälter in Bannewitz deutlich sichtbar aufgestellt werden“, kündigt Kreis-Sprecherin Dorothea Boldt an. Das ausklappbare Schild wurde bereits in Auftrag gegeben und wird in der nächsten Woche geliefert. Den passenden Platz werden Straßenbauamt und Landratsamt gemeinsam bestimmen, sagt Frau Boldt.

Polizeirat Steiner verspricht sich einiges vom Schild: „Ich hoffe, dass die Fahrer auf das Schild achten und die Informationen ernst nehmen.“ Wenn ein Lkw-Fahrer keine Schneeketten mit hat, sollte er sich mit seinem Fahrzeug einen Parkplatz suchen und dann auf besseres Wetter warten.

Von Maik Brückner, Sächsische Zeitung 12. 03. 2005

Mit Schild und Kamera

Das Aufstellen des Vorwarnschildes „Schneekettenpflicht ab Kipsdorf“ ist nur eine Maßnahme, die das Landratsamt zusammen mit der Polizei und dem Freistaat beschlossen hat, um den Verkehr auf der B 170 besser in den Griff zu bekommen. Außerdem wurde festgelegt, bei Stau die Lkws auch auf der A 17 zwischen Bannewitz und Dresden-Prohlis anzustauen und den Einsatz von Überwachungskameras zu prüfen.

Kommentar von Maik Brückner: Sehr spät

Das beschlossene Maßnahmepaket lässt hoffen. Arbeiten Kreis, Polizei und Straßenbauamt künftig noch enger zusammen, wird es sicher viel seltener zum Verkehrschaos auf der B 170 kommen. Hilfreich wird sicher die Aufstellung des Schildes „Schneekettenpflicht ab Kipsdorf“ sein. Die Idee ist nicht neu. Jahrelang stand ein ähnliches Schild auf der Bergstraße in Dresden. Erst im Zuge ihres Ausbaus verschwand es. Nun besinnt man sich auf seine präventive Funktion und stellt es weiter oben in Bannewitz auf. Die Idee hätte man vorher – und nicht erst am Ende des Winters – haben können. Aber vielleicht musste es erst Verkehrschaos geben, damit man sich an Dagewesenes erinnert


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