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Ein Schlagloch am anderen

Ein Schlagloch am anderen: B 170 wird Dauerbaustelle
Immer mehr Lkws nutzen die Bundesstraße nach Tschechien. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Gelbes Warnlicht auf der B 170. Ein Fahrzeug des Straßenbauamtes steht am Rand, Mitarbeiter schaufeln Schlaglöcher zu. Langsam quält sich die lange Autoschlange an dem Verkehrshindernis vorbei. Eine Szene, die sich derzeit fast täglich auf der Bundesstraße zwischen Dresden und Altenberg beobachten lässt.

Löcher flicken mitten im Winter? Bringt das überhaupt was? „Die Straße zerbröckelt regelrecht an vielen Stellen, wir müssen einfach handeln“, sagt Dietmar Pietsch, Leiter des Straßenbauamtes Dresden. Dabei kommt so genanntes Kaltmischgut zum Einsatz. Das hält auch bei niedrigen Temperaturen, wenn auch nur vier bis sechs Wochen. „Immerhin“, meint Pietsch. „Tiefe Löcher wären schlimmer.“

Schuld an dem schlechten Straßenzustand ist nicht nur der Winter. Dietmar Pietsch: „Die Straße ist viel zu stark befahren.“ Deshalb habe das Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr auf der B 170 so wenig wie möglich gebaut, damit der Verkehr nicht ständig an Baustellenampeln steht. Diese Entscheidung, so der Amtschef, räche sich jetzt: „Die Straße fliegt uns um die Ohren.“

Zahlen belegen die überdurchschnittlich hohe Belastung. Nutzten vor der EU-Erweiterung täglich rund 1 800 Lkws die Strecke, so waren es im Oktober 2004 bereits 2 800. Im Januar dieses Jahres wurden sogar 2900 Laster gezählt. „Ich bin überzeugt, dass spätestens im Mai 3 500 Lkws pro Tag über die Bundesstraße rollen“, so Pietsch.

Dieses Problem hat man mittlerweile auch im Sächsischen Landtag erkannt. Auf PDS-Antrag gab es dazu Ende letzten Jahres eine Diskussion, und nach einem Änderungsantrag von SPD und CDU wurde eine Arbeitsgruppe zur Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der B 170 gegründet, die erstmals getagt hat.

„Eine schnelle Lösung hat da auch niemand“, glaubt der Bannewitzer Bürgermeister Christian Zeibig. Allen sei klar, dass es eine tatsächliche Entlastung erst geben wird, wenn die Autobahn A 17 über die Grenze führt. „Dann soll die B 170 von einer Europastraße zu einer Bundesstraße herabgestuft werden“, sagt Zeibig. Die Fachleute prognostizieren für die B 170 einen Rückgang des Lkw-Verkehrs auf 600 Fahrzeuge pro Tag.

Doch diese beinahe paradiesischen Zustände werden frühestens Ende 2006 Realität. Bis dahin, ist Zeibig überzeugt, wird es nur kleine Verbesserungen geben. So drängen die Bürgermeister zum Beispiel darauf, dass vor allem die Ampeln nahe der Autobahnauffahrt aufeinander abgestimmt werden. Zudem wurden eine ganze Reihe von Baumaßnahmen beschlossen. Das heißt: Die Bundesstraße wird – wie unmittelbar nach der Flut 2002 – wieder zur Dauerbaustelle. Der Straßenbelag wird erneuert in Rundteil, von Karsdorf bis zum Abzweig Oelsa, von Dippoldiswalde bis Obercarsdorf, am Abzweig Frauenstein und am Abzweig Schellerhau. Das soll nach und nach in diesem und im nächsten Jahr geschehen. Dazu kommt der Bau von drei Fußgängerampeln in Rundteil, Karsdorf und in Schmiedeberg sowie von Fuß- und Radwegen entlang der Bundesstraße in Bannewitz und zwischen Obercarsdorf und Dippoldiswalde. Und am Abzweig Geising müssen in diesem Sommer die Stützmauer sowie am Grenztunnel die Böschung erneuert werden. Auf der Agenda des Straßenbauamtes steht zudem die Beseitigung eines Unfallschwerpunktes: Der spitzwinklige Abzweig nach Hermsdorf am Wilisch soll durch einen rechtwinkligen ersetzt werden.

Von Jana Klameth, Sächsische Zeitung 16. 02. 2005

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