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Gerüstet für wahre Alpträume
Von Jörg Stock

Anschaffung. Die Freitaler Feuerwehr kriegt ein modernes Auto für Gefahrguteinsätze. Kreis und tschechische Nachbarn sollen profitieren.

Die Kipsdorfer hatten ein riesen Schwein: Nur ein Paar Tropfen brandgefährliches Formaldehyd waren ausgelaufen von den 23 Tonnen, die im Bauch eines umgekippten Tanklastzuges in einem Grundstück lagen. Die Beinahekatastrophe hatte im Juni 2001 unzählige Einsatzkräfte auf Trab gebracht. Auch der Gefahrgutzug der Feuerwehr Freital war im Einsatz – mit seinem großväterlichen Fahrzeug, Baujahr 1966.

Der Oldie hat bald ausgedient, vielleicht schon dieses Jahr. In Freital soll ein neuer Gerätewagen Gefahrgut stationiert werden. Steffen Braun, Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt, ist optimistisch: „Das Auto wird in den nächsten Wochen ausgeschrieben“, sagt er. „Ende des Jahres könnte der Wagen schon in Freital auf dem Hof stehen.“

Das gute Stück wird um die 400 000 Euro kosten. Am Anschaffungspreis muss sich die Große Kreisstadt aber nicht beteiligen. Drei Viertel der Summe fließen aus europäischen Fördertöpfen und den Eigenanteil von 100 000 Euro übernimmt der Kreis. Im Gegenzug wird Freital für den Unterhalt des Autos verantwortlich sein.

Der neue Gerätewagen bildet zukünftig das Rückgrat des kreislichen Gefahrgutzuges. Diese Sondereinheit umfasst knapp 50 Kameraden aus Feuerwehren entlang der B 170 sowie aus Freital und Wilsdruff. Diese sind im Umgang mit Gefahrstoffen geschult und verfügen außerdem über Chemikalienschutzanzüge in ihren Heimatwehren. Mit diesen „Ganzkörperkondomen“ ist die Erkundung und Menschenrettung bei Unfällen mit Gefahrgut möglich.

Dass der neue Gerätewagen bitter nötig ist, daran lässt Steffen Braun keinen Zweifel. „Das Gefahrenpotenzial ist hoch, in erster Linie wegen der B170.“ Kreisbrandmeister Dietmar Torau rechnete schon 2001 mit etwa 400 Gefahrgut-Lastern täglich auf der Verkehrsader. „Vier bis acht Unfälle mit Gefahrgut ereignen sich pro Jahr im Kreis“, erklärt er.

Mit dem Wegfall der Rollenden Landstraße und der Teilöffnung der A 17 sei das Aufkommen gefährlicher Stoffe weiter gestiegen, sagt Torau. Dazu kämen noch Risiken durch die Züge der Sachsenmagistrale, die Autobahn bei Wilsdruff, die ammoniakgekühlte Bobbahn in Altenberg und zahlreiche Gefahrgüter in den Betrieben.

Die Gefahrenanalyse einer eigens aufgestellten Arbeitsgruppe unter Steffen Brauns Leitung überzeugte Landrat Bernd Greif (CDU) und auch die europäischen Förderstellen. Letztere machten das Geld fürs neue Einsatzauto auch deshalb locker, weil es bei Bedarf in Tschechien helfen soll. „Das ist mit dem Feuerwehrchef der Region Ustí nad Labem abgesprochen“, sagt Dietmar Torau.

Konkrete Alarmpläne gibt es für den „Auslandseinsatz“ zwar noch nicht. Aber das soll bald nachgeholt werden. Übrigens wird die Neuanschaffung auch in Dresden für zufriedene Mienen sorgen. Denn Freital hat mit der Residenz einen Vertrag über gegenseitigen Beistand bei Gefahrgutunfällen und empfiehlt sich dann als starker Partner.

Sächsische Zeitung 04. 02. 2005

 

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