Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Kreischa verliert Einwohner

Bevölkerung. Städte und Gemeinden im Süden des Kreises verlieren Einwohner und das Wachstum des Speckgürtels ist langsamer geworden.

Umzug oder Arbeitslosigkeit? Vor dieser Frage stand Marlen Landowsky im vergangenen Jahr. Die junge Frau hat sich für Ersteres entschieden. Von ihrem Heimatort Löwenhain zog sie nach Lindau an den Bodensee. An der nahen deutsch-österreichischen Grenze arbeitet sie als Grenzspediteurin wie schon bis zum Juni 2004 in Zinnwald. „Die Arbeit macht mir Spaß. Ich wüsste nicht, was ich sonst machen sollte“, sagt die junge Frau. Gern hätte sie mit ihren Kollegen in Zinnwald weiter gearbeitet. Doch nach dem Beitritt Tschechiens zur EU im Mai 2004 musste die Spedition Gerlach ihr Personal abbauen, weil weniger Zollformalitäten an der Grenze abgewickelt wurden. Gehen mussten die jüngsten und damit auch Marlen Landowsky. Nur ungern verließ die junge Frau Freund und Familie. Jedes zweite Wochenende fährt sie deshalb zurück in die Heimat.

Geising verliert Einwohner

Das Schicksal von Marlen Landowsky ist kein Einzelfall. Das belegen die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz. Nach wie vor verlieren die Städte und Gemeinden im Süden des Kreises Einwohner. Davon ist auch Geising betroffen. Ein herber Schlag war der Rückzug der Zollverwaltung von der Grenze. „Viele Mitarbeiter wurden an die Schweizer Grenze versetzt“, sagt Bürgermeister Frank Gössel (CDU). Auch der Umzug des Seniorenheims von Lauenstein nach Bärenstein schlug mächtig ins Kontor. Gössel ist froh, dass sich die frei gewordenen Wohnungen der Zöllner nun langsam wieder füllen.

Ganz anders sieht die Lage im mittleren und nördlichen Kreisgebiet aus. Die Städte und Gemeinden konnten entweder leicht dazugewinnen oder verloren nur ein paar Einwohner (siehe Grafik).

Überraschend ist, dass Bannewitz und Kreischa erstmals Einwohner verloren haben. Das räumt auch der Bannewitzer Gemeindechef Christian Zeibig (parteilos) ein: „Es gibt eine gewisse Stagnation.“ Zum einen hätten die Aktivitäten der Häuslebauer nachgelassen. Zum anderen ist die Sterberate ein wenig höher als die Geburtenrate. Und aus Bannewitz habe er gehört, dass einige mit der Verkehrsbelastung durch die B 170 nicht zurecht kamen. „Sie haben Ruhe erwartet“, so Zeibig. Nun haben sie der Gemeinde den Rücken gekehrt.

Derartige Probleme plagen die Einwohner von Reinhardtsgrimma nicht. Die Dörfer sind weit genug von der B 170 entfernt und Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) kann einen stetigen Einwohneranstieg feststellen. Die Gründe dafür reichen von der guten Erreichbarkeit Dresdens bis hin zu günstigen Baulandpreisen. „Wir haben noch attraktive Standorte“, sagt Dreßler. Vor allem in schon bebauten Gebieten gebe es noch preiswerte voll erschlossene „Lücken“ zu kaufen.

Landrat bleibt optimistisch

Ebenfalls ein Einwohnergewinnerort im ersten Halbjahr 2004 ist Tharandt. Die Stadt im Wald ist ein beliebter „Wohnstandort für Dresd-ner“, sagt Bürgermeister Hagen Sommer (parteilos). Nicht nur die Nähe zur Landeshauptstadt sondern auch die Infrastruktur im Ort zahle sich aus. „Kindereinrichtungen und Schule sind vorhanden“, hebt Sommer hervor. Landrat Bernd Greif (CDU) beobachtet seit Jahren die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Er ist „verhalten optimistisch“, dass der Wegzug in den nächsten drei bis fünf Jahren kleiner wird oder sogar abebbt. Dann werde sich die Arbeitsmarktsituation im Kreis gebessert haben. Erste Anzeichen dafür gebe es, sagt Greif. Im Vergleich zu 2003 gab es 2004 etwa 250 Arbeitsplätze mehr. Zu verdanken habe man dies auch der feinmechanischen- und der Geräteindustrie. Diese Firmen werden auch in Zukunft ausbilden und junge Leute einstellen. Angesichts der rückläufigen Schülerzahlen dürften Jugendliche der Region nun eher eine Arbeit bekommen und bräuchten nicht mehr wegziehen. Und wer einen sicheren Arbeitsplatz habe, denke anders über Familienplanung. „Wir werden alles tun, um Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen“, sagt Greif.

Von Maik Brückner, Sächsische Zeitung 01. 02. 2005

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