Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

Gästebuch | Forum | Kontakt | Impressum
Presse 2005 | Presse 2004 | Presse 2003 | Presse 2002
aktuelle Aktionen | Aktionen der Vergangenheit | Tour de Natur |
Bürgerinitiative | Bündnis 90/Die Grünen | SPD | PDS | CDU | andere |
Briefe von Bürgern/Initiativen | Briefe von Parteien | Antworten |
0

 

A 17: Mit Tempo in den Stau
Von Jana Klameth

Eröffnung. Seit gestern hat Dresden mit der Autobahn A 17 eine komfortable Südumfahrung. Die SZ hat die Strecke getestet.

Dresden-Gompitz, gestern gegen 14 Uhr: Der übliche Stau quält sich auf der Kesselsdorfer Straße (B 173) stadtein- und -auswärts. Endlich kommt die Ampel in Sicht, und das blaue Schild signalisiert: Freie Fahrt auf der Autobahn gen Süden!

Am Vormittag war die 8,8 Kilometer lange Strecke mit viel Politprominenz eröffnet worden. Jetzt, vier Stunden später, rollt hier der Verkehr, als wäre es nie anders gewesen. Ich beschleunige auf die erlaubten 120 Stundenkilometer, muss aber gleich wieder abbremsen: Ab Altfranken gelten 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Fast alle halten sich daran, manche fahren sogar weit langsamer – vermutlich wollen sie die neue Strecke nur mal testen. Viel zu sehen gibt’s freilich nicht; entweder verhindern hohe Lärmschutzwälle die Sicht, oder man passiert gerade einen der drei Tunnel.

Richtig eilig haben es eigentlich nur die Lkws. Sie müssen sich nicht mehr durch die Stadt quälen. „Der heute frei gegebene Autobahnabschnitt bedeutet für die Dresdner eine riesige Entlastung“, jubelt denn auch Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP). Die meisten Brummis verlassen die Autobahn bereits an der nächsten Abfahrt in Dresden-Südvorstadt. Hier geht’s auf die B 170 und weiter nach Tschechien. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Osterzgebirge“ befürchtet das Schlimmste für die ohnehin gebeutelten Anwohner der Bundesstraße. „Wir schätzen, dass rund 5 000 Lkws mehr als bisher die Bundesstraße nutzen, es ist ja jetzt so bequem“, sagt Andreas Warschau, Chef der Grünen im Weißeritzkreis und Mitglied der Initiative.

Einen Vorgeschmack bekommen Kraftfahrer und Anwohner bereits am gestrigen Nachmittag: Als ich den Lkws in Richtung Dippoldiswalde folgen will, geht erst mal gar nichts mehr. Eine Ampel steht auf Rot. Doch auch als Grün wird, rollt es nicht. Die Bundesstraße ist rettungslos verstopft. Ein Lkw am anderen, auf der Überholspur die Pkws, die sich einfädeln wollen. Denn schon nach wenigen Metern wird die B 170 zweispurig. Ich wende bei erster Gelegenheit und fahre wieder auf die Autobahn, weiter Richtung Prohlis. Dieser Abschnitt war bereits im Oktober eröffnet worden. Der Verkehr ist dicht, aber es rollt zügig. Bis etwa 1,5 Kilometer vor der Abfahrt in Prohlis, dem vorläufigen Ende der Autobahn. Im Schneckentempo kriecht ein Auto nach dem anderen auf den Autobahnzubringer. Dort rollt es wieder – bis zur Ampel an der Ecke B 172. Wieder Stau, denn fast alle Fahrzeuge wollen Richtung Pirna weiter. Mir reicht es. Ich wende und fahre wieder zurück. An der Abfahrt Südvorstadt nehme ich diesmal den Weg ins Dresdner Zentrum. Und – welch Wunder – es flutscht regelrecht. Grüne Welle auf der vierspurig ausgebauten Bergstraße. In fünf Minuten bin ich mitten im Dresdner Zentrum. Hier haben Autobahnamt und die Stadt Dresden ganze Arbeit geleistet. Was man bei der Kesselsdorfer Straße, dem Zubringer zur Anschlussstelle Gorbitz, nicht sagen kann. Nächstes Jahr sollen dort die Arbeiten erst beginnen – wenn alles gut geht.

Sächsische Zeitung 23. 12. 2004

Über uns | Site Map | Privacy Policy | Kontakt | ©2005 Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge"