Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Jeder zweite Lkw ist nicht intakt
Polizei fischt immer wieder bei Kontrollen Sünder auf der B 170 aus dem Verkehr / Unfälle sind rückläufig

Der Verkehr auf der B 170 rollt unablässig und geht den Anwohnern auf die Nerven. Welche Erfahrungen die Polizei damit macht, darüber sprach die SZ mit Gerhard Wellner, Sprecher der Polizeidirektion Pirna.

Viele Anwohner entlang der B 170 meinen, der Verkehr hat zugenommen. Können Sie das bestätigen?

Generell nimmt die Verkehrsdichte zu – nicht nur auf der B 170. Aber auf dieser Straße ist mit der EU-Osterweiterung ein Anstieg zu verzeichnen, insbesondere durch die Zunahme des grenzüberschreitenden Schwerverkehrs.

Was unternimmt die Polizei, um an diesem Brennpunkt für mehr Sicherheit zu sorgen? Sind beispielsweise mehr Streifenwagen auf der Straße unterwegs?

Mit der EU-Osterweiterung hat die Polizei nicht automatisch mehr Personal und Ausrüstung erhalten. Verkehrsüberwachungen finden im Rahmen unserer Möglichkeiten statt. In unseren Bemühungen, für eine hohe Sicherheit auf den Straßen zu sorgen, bildet die B 170 dennoch einen Kontrollschwerpunkt. Durch Polizeibeamte des Polizeireviers Dippoldiswalde sowie der Inspektion Verkehr/Zentrale Dienste werden Geschwindigkeits- und Gefahrgutkontrollen durchgeführt.

Wie viele Lkw und Pkw rollen inzwischen durchschnittlich auf der B 170?

Die Anzahl der grenzüberschreitenden Lkw schwankt stark in Abhängigkeit vom Wochentag. Die höchste Belastung registrieren wir regelmäßig mittwochs. Laut Bundesgrenzschutz passierten im Juni insgesamt 66 081 Lkw über 3,5 Tonnen und im Juli 55 111 Lkw den Grenzübergang Altenberg. Pkw waren es im Juni insgesamt 337 892 und im Juli 463 365.

Was rauscht da täglich durch die Orte?

Das ist unterschiedlich. Es gibt eine automatische Zählstelle am Possendorfer Berg. Diese registrierte im Juni eine durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke von rund 18 500 Fahrzeugen. Die Zählstelle in Obercarsdorf passierten wiederum laut Straßenbauamt Dresden etwa 12 500 Fahrzeuge. Der Anteil des Schwerverkehrs beträgt dabei mehr als acht Prozent. Zum Vergleich: Die automatische Zählstelle auf der B 172 in Heidenau registrierte im Juni durchschnittlich täglich ungefähr 25 000 Fahrzeuge.

Erwarten Sie mit der Eröffnung des Autobahnzubringers in Bannewitz eine weitere Zunahme des Verkehrs?

Der Verkehr wird dadurch nicht sprunghaft ansteigen, aber – wie ich bereits sagte – nimmt er ohnehin zu. Die Eröffnung des Autobahnzubringers bringt aber für die Stadt Dresden eine enorme Erleichterung. Viele Fahrzeuge, die jetzt die Stadt Dresden passieren, um dann über Bannewitz und die B 170 nach Tschechien zu gelangen, werden die Landeshauptstadt meiden.

Steigen mit dem Verkehr auch die Unfälle?

Insgesamt passierten im Bereich der Polizeidirektion Pirna – dazu gehören der Weißeritzkreis und der Landkreis Sächsische Schweiz – bis Juli weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr. Aber die Anzahl der dabei Verunglückten bewegt sich auf Vorjahresniveau. Und es gab mehr Schwerverletzte. Auf der B 170 kristallisieren sich als Unfallschwerpunkte heraus die Kreuzung B 170/S 36 in Possendorf, die Kreuzung B 170/Boderitzer Straße (Obi) in Bannewitz, die Baukahre am Abzweig Oberbärenburg und die Kellerkurve in Obercarsdorf.

Kontrolliert die Polizei auch den Zustand der Lkws?

Lkw-Kontrollen finden täglich statt. Den Schwerpunkt bildet die Grenzübergangsstelle Altenberg. Dort kontrollieren wir gemeinsam mit dem Bundesgrenzschutz. Aber auch entlang der B 170 und auf den übrigen Straßen werden diese Kontrollen durchgeführt, überwiegend mit Mitarbeitern des Bundesamtes für Güterverkehr. Das ist auch notwendig – etwa 50 Prozent aller kontrollierten Lkws weisen Beanstandungen auf. Dabei handelt es sich überwiegend um Verstöße gegen Sozialvorschriften wie das Überschreiten von Lenk- und Ruhezeiten. Aber es gibt auch Verstöße gegen Ladungssicherung und technische Mängel. Mit diesen Kontrollen wollen wir Unfällen vorbeugen.

Es gibt immer wieder Beschwerden von Anwohnern der B 170, dass Lkw-Fahrer das Sonntagsverbot nicht einhalten? Täuscht der Eindruck?

Laut Straßenverkehrsordnung gilt, dass an Sonn- und Feiertagen von null bis 22 Uhr Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen sowie Anhänger hinter Lastkraftwagen nicht verkehren dürfen. Ausnahmen sind darin aber ebenfalls geregelt. Die Anzahl der am Sonntag mit Erlaubnis fahrenden Lkw ist aber nach wie vor gering und auch mit der EU-Erweiterung kaum gestiegen.

Wie teuer wird es, wenn sonntags ohne Erlaubnis trotzdem ein Lkw-Fahrer hinterm Steuer erwischt wird?

Der Regelsatz für Verstöße gegen das Sonntagsfahrverbot beträgt für den Kraftfahrer selbst 40 Euro plus ein Punkt in Flensburg. Aber derjenige, der diese Fahrt anordnete oder zuließ, kann auch mit 200 Euro und einem Punkt belangt werden.

Schmiedeberg ist seit Monaten eine Baustelle. Passierten dadurch mehr Unfälle?

In Schmiedeberg und Umgebung gab es in letzter Zeit in Zusammenhang mit den Baustellen keine besonderen Vorfälle. Es kam lediglich zu leider unvermeidbaren Behinderungen und Beeinträchtigungen des Verkehrs aufgrund der hohen Verkehrsdichte.

Gespräch: M. Brückner/M. Schaks

sächsische Zeitung 27. September 2004

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