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Zwischen Staus und Sonnenschein
Bisher ist die Urlaubersaison 2004 im Osterzgebirge durchwachsen / Das gute Wetter seit Mitte Juli lässt hoffen
Von Franz Herz

Bis Mitte Juli war dieser Sommer eher kühl und ließ es gerne mal regnen. Seitdem zeigt er ein ausgesprochen freundliches Gesicht. Genau das richtige Wetter für einen Urlaub im Osterzgebirge. Aber die Urlauber entscheiden nicht allein nach dem Wetter.

Manchem Hotelier im Osterzgebirge fällt es zurzeit schwer, optimistisch zu sein. Zwar spielt das Wetter mit. Es lockt noch manche Familie, kurz entschlossen einige Tage Urlaub zu machen. Andere Punkte hemmen den Tourismus. „Wir sind nicht das typische Haupturlaubsgebiet, wo man drei Wochen in den Jahresurlaub hinfährt“, sagt Jochen Löbel, Geschäftsführer des Lugsteinhofs in Zinnwald. „Bei uns verbringen die Leute ihren zweiten oder dritten Urlaub im Jahr.“ Wenn aber die Menschen ihr Geld zusammenhalten, dann sparen sie sich vielleicht diese zusätzliche Reise.

Lugsteinhof will keinen Frust mit der B 170

Bauarbeiten auf vielen Straßen nerven schon die Einheimischen. Wie geht es erst den Fremden, die sich nicht auskennen? „Für uns gibt es nur noch eine einzige Zufahrt, die von Siebenlehn über Freiberg, Frauenstein und Rehefeld nach Zinnwald. Etwas Anderes teilen wir unseren Gästen nicht mehr mit. Den Frust mit der B 170 tun wir ihnen gar nicht erst an“, sagt Löbel. Das „Hotel am Rennberg“ im Schmiedeberger Ortsteil Schönfeld ist tatsächlich nur über eine Straße erreichbar. Nicht zuletzt deswegen liegt die Auslastung derzeit noch unter der vergangener Jahre, sagt Mitarbeiterin Angela Rosenheinrich. Die Ferienzeit ist aber am Rennberg schon immer keine Hauptsaison. „Wir haben eher Gäste, die ihre Ruhe haben und gut essen wollen“, sagt sie.

Auch die Hirschbachmühle zwischen Hirschbach und Kreischa litt lange unter den Straßenbauarbeiten. „Jetzt sind es vor allem Geschäftsreisende und die Gäste von Familienfeiern, die bei uns übernachten“, sagt Monika Ziebart, Ehefrau des Inhabers Horst Ziebart. „Der Trend geht mehr und mehr dahin, dass die Besucher nur kurz bleiben“, sagt sie. Touristen, die Dresden besichtigen, aber nicht in der Stadt übernachten wollen, nehmen auch im Paulsdorfer Hof an der Talsperre Malter Quartier, wie Restaurantleiterin Antje Menzer mitteilt. „Wir waren dieses Jahr schon gut belegt. Seit das Wetter mitspielt, wurde es noch besser“, sagt sie.

Klaus Forger, Inhaber der Felsenburg in Bärenfels, war bisher mit dieser Urlaubssaison zufrieden: „Seit Mai lief es gut.“ Andreas Kunzmann, der Geschäftsführer des Berghotels Friedrichshöhe, hofft, dass der August mit seinem besseren Wetter wieder ausgleicht, was der Juli reingerissen hat. „Das war ein schlechter Monat, auch wenn es sich am Ende noch etwas gebessert hat.“ Die Gründe sieht er aber nicht im Wetter, sondern in der allgemeinen Wirtschaftslage. Zwar gibt es durchaus Gäste, die schnell entschieden, das anhaltende Hochdruckgebiet für einen Urlaub im Osterzgebirge zu nutzen. „Aber die machen mein Hotel nicht voll“, sagt Kunzmann.

Viele Sachsen, einzelne Holländer und Tschechen


Die Gäste in unserer Region kommen wieder mehr aus den angestammten Regionen, den sächsischen Großstädten und dem Berliner Raum. Besucher aus den alten Bundesländern bleiben eher aus. Eine Ausnahme bildet hier die Felsenburg. „Fast aus ganz Deutschland kommen die Leute, besonders aus Baden-Württemberg. Dort sind wir auch mit viel Werbung hingegangen“, sagt Klaus Forger. Holländer sind nicht in großer Zahl im Osterzgebirge, aber doch wahrnehmbar. „Bei unserer Drei-Berge-Tour hatten wir neulich welche dabei“, erinnert sich Jochen Löbel. Auf dem Campingplatz sind mehrere zu Gast, hat Ute Marschner, die Leiterin der Touristeninformation in Altenberg, beobachtet. Ihr fallen vor allem unter Tagestouristen immer wieder Tschechen auf, die im Galgenteich oder im Raupennest baden. „Das bietet ein Potenzial für die Zukunft. Es war ja schon in früheren Jahrzehnten so, dass Tschechen das Erzgebirge als Reiseziel gesehen haben“, sagt sie.

„Seit Mitte Juli ist die Situation wieder hoffnungsfroh“, sagt Sabine Gottschalk, Mitarbeiterin der Fremdenverkehrsgemeinschaft Östliches Erzgebirge. Bei ihr buchen die Urlaubsinteressenten immer kurzfristiger und sie wollen vorher wissen, was sie erwartet. Dafür wird beispielsweise ein Familienpauschalpaket geschnürt. Darin sind Übernachtungen, Besuche im Wildpark, der Märchenwiese Reinhardtsgrimma und im Erlebnisbad Paulsdorf enthalten.

Sächsische Zeitung, Dienstag, 10. August 2004

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