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Ganze vier Meter fehlen für den Fensterzuschuss
Ein Waldbärenburger bekommt keine Förderung für Schallschutzfenster, weil sein Haus weit genug von der Straße steht / Warten auf die A 17
Von Maik Brückner

Der gebürtige Dresdener Peter Stolle saniert seit 1999 ein schönes Haus in Waldbärenburg. Eine Förderung zum Kauf neuer Fenster hat er nicht bekommen, da das Gebäude zu weit von der B 170 entfernt ist. Nun hofft er auf die baldige Fertigstellung der A 17.

Als Peter Stolle den Marienhof in Waldbärenburg zum ersten Mal sah, wusste er gleich: Das Haus will ich haben. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert er sich an jenen Sonntag im März 1999, als ihm das bewusst wurde. „Es lag noch Schnee, aber es war schönes Wetter und es rollten keine Lkws vorbei“. Das es am Sonntag lag, war Peter Stolle voll bewusst. Ahnend, dass der Schwerlasttransport zu einer echten Belastung werden könnte, wartete er doch ab, ob die Autobahn nach Prag gebaut wird. Erst als das klar war, schlug er zu und kaufte das ehemalige Ferienhaus, dass mitten in einem großen Garten steht.

Peter Stolle wusste, dass er viel Zeit in den Marienhof investieren wird, denn die Mangelwirtschaft der DDR und der Leerstand nach der Wende haben deutliche Spuren am Haus hinterlassen. „Hier ist der Hausschwamm drin“, erzählt der 44-Jährige und zeigt auf das Loch gleich hinter der Eingangstür. Nach und nach saniert er in Eigenregie das Haus von oben nach unten. Seine Freunde bescheinigen ihm, „dass er Handwerkliches im Blut hat“, erzählt er. Deshalb kann er vieles allein machen. „Man kann viel lernen beim Bauen, wenn man keinen Druck hat“, erzählt Peter Stolle, der die Sanierung des imposanten Gebäudes zu seinem Hobby gemacht. Als Vorbild dienen ihm alte Fotos und Postkarten vom Marienhof. Peter Stolle hätte auch ein neues Haus bauen können, doch er wollte eines mit etwas Besonderem. Und so etwas ist nur bei älteren Häusern zu finden, weiß der selbstständige Bauberater und Handelsvertreter.

Noch heute, fünf Jahre nach dem Kauf bereut er seine Entscheidung nicht, obwohl so ein Altbau mehr Arbeit macht als ein Neubau. So musste der Waldbärenburger auch die Fenster erneuern lassen. Von Nachbarn erfuhr er, dass der Einbau von Schallschutz-Fenstern gefördert wird (siehe Kasten rechts). Deshalb wandte sich Peter Stolle 1999 an das Straßenbauamt Dresden. Das ließ ihm über ein beauftragtes Büro mitteilen, dass er keinen Anspruch auf die Förderung hat, da die Immissionswerte an der der Bundesstraße zugewandten Südseite seines Hauses weder tags, noch nachts überschritten werden. Sein Nachbar hatte Glück, er bekam den Zuschuss, da sein Haus vier Meter näher zur Straße liegt. Peter Stolle hat es hingenommen. „Ich habe da nicht weiter geforscht, welche Grundlagen bei der Messung angewendet worden“, sagt er.

Besonders schlimm war es vor dem 1. Mai

Er fand sich mit der Begründung ab und baute sich Fenster der Schallschutzklasse drei ein. Mit ihnen hat er bisher gute Erfahrungen gemacht. „Die Fenster sind dicht“, erläutert er. Doch das Haus wurde so gebaut, dass das Schlafzimmer Richtung Süden liegt. Deshalb hat der Waldbärenburger auch manch schlaflose Nacht verbracht, da man ja nicht immer bei geschlossenen Fenster schlafen kann. Besonders schlimm war es kurz vor dem 1. Mai in diesem Jahr, als sich mehr Lkws nach Tschechien drängelten als sonst, weil in Böhmen die Mehrwertsteuer angehoben werden sollte.

Besserung wohl erst nach Fertigstellung der A 17

Dieser Ansturm ist jetzt mittlerweile vorbei, wenngleich die Zahl der Brummis auf der B 170 seiner Meinung schon zugenommen hat, was ihn mächtig ärgert. „Abends, wo andere draußen sitzen, kann ich den Freibereich nur eingeschränkt nutzen, weil es zu laut ist“, sagt Peter Stolle. Und in der Tat. Beim Vor-Ort-Termin der SZ bestätigte sich dies. Eine Besserung verspricht sich Peter Stolle erst, wenn die A 17 nach Prag fertig gestellt ist und die B 170 für den grenzüberschreitenden Verkehr mautpflichtig wird. Solange werden er und die anderen Anwohner der Bundesstraße noch ausharren Sehnsüchtig wartet der Waldbärenburger deshalb mit seiner Lebensgefährtin auf die Autobahn-Freigabe 2006/07. Dann will er auch die Sanierung des Marienhofes beendet haben. Obwohl, so richtig fertig ist man ja mit einem Haus nie. Peter Stolle hat mit dieser Weisheit kein Problem. Schließlich ist das Hausbauen seit 1999 sein Hobby.

Sächsische Zeitung, Dienstag, 3. August 2004

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