Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Kinder drängen schwere Laster von der B 170
Straßenblockade in Possendorf mit 300 Teilnehmern
Von Domokos Szabó

„Laut!“ Die zweijährige Saskia aus Possendorf hält sich die Ohren zu. Vor ihrer Nase rollt ein schwerer Laster nach dem anderen auf der Bundesstraße 170 lang. Knapp 2 800 sollen es inzwischen laut der Bürgerinitiative „Lebenswertes Erzgebirge“ pro Tag sein. Anlass genug für die Verkehrsgeplagten, ihren Unmut mit einer erneuten Straßenblockade zum Ausdruck zu bringen.

Punkt 17 Uhr machten gestern die Demonstranten die Transitstrecke zur tschechischen Grenze dicht – und die Kreuzung in Possendorf zu einem provisorischen Spielplatz. Ein gutes Dutzend Knirpse ließ sich nicht lange bitten und nahm die Fahrbahn mit Malkreiden, Bällen und weiterem Spielgerät in Besitz. Die Kinder waren es denn auch, für die Holger Flegel, Sprecher der Bürgerinitiative, mehr Lebensraum einforderte. „Gebt ihnen mehr Platz“, sagte er vor über 300 Demonstranten. Doch davon sei die Realität weit entfernt. Ob jung oder alt, wer die B 170 überqueren möchte, braucht heute viel Mut und flinke Beine, so Flegel. Die Anwohner leiden unter Abgasen und Verkehrslärm, mit 70 bis 75 Dezibel gehe letzterer „in den Bereich der Körperverletzung“. Auf Transparenten verlangten die Demonstranten unter anderem die Einhaltung von Lärm- und Abgasnormen. Die Forderungen der Initiative gehen noch ein Stück weiter: Dazu zählen unter anderem ein Nachtfahrverbot, Geschwindigkeitsbegrenzungen und regelmäßige Kontrollen. Nach Eröffnung der Prager Autobahn müsse noch eine Tonnagebegrenzung dazu kommen, sagte Flegel. Mit Kritik bedachte er die CDU-Landesregierung, die sich einer echten Lösung verweigere.

Entgegen sämtlicher Bedenken habe sie die Rollende Landstraße abgeschafft. Die in Aussicht gestellte Ortsumgehung Marienberg bedeute keine Verbesserung, so Flegel. Dadurch werde nur noch mehr Verkehr ins Erzgebirge gelenkt.

Gestern jedenfalls litt der Verkehrsfluss kaum unter der halbstündigen Demonstration. Der einzige Zwischenfall: Lasterfahrer reagierten auf die Blockade, bei der auch ein Anti-Lkw-Lied gesungen wurde, mit einem Hupkonzert. 30 Polizisten waren zwischen Dresden und Dipps im Einsatz, um ein Chaos zu verhindern. Offensichtlich nicht zum letzten Mal. Flegel kündigte bereits neue Aktionen an.

Sächsische Zeitung, Donnerstag, 01. Juli 2004

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