Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

Gästebuch | Forum | Kontakt | Impressum
Presse 2005 | Presse 2004 | Presse 2003 | Presse 2002
aktuelle Aktionen | Aktionen der Vergangenheit | Tour de Natur |
Bürgerinitiative | Bündnis 90/Die Grünen | SPD | PDS | CDU | andere |
Briefe von Bürgern/Initiativen | Briefe von Parteien | Antworten |
0

 

Abenteuer Schulweg
Schüler und Lehrer staugeplagt / Unterrichtsausfälle häufen sich
Von Regine Schlesinger

Die B 170 und die mit ihr verbundenen Belastungen sind häufiges Thema in der SZ. Doch wie beeinflusst der starke Verkehr auf dieser Bundesstraße das Leben der Menschen tatsächlich? Dieser Frage geht die SZ mit dieser Serie nach. Heute: Die B 170 als Schulweg.

Denise Vogel wohnt in Cunnersdorf bei Bannewitz und erlebt den Schulweg nach Dippoldiswalde als tägliches Abenteuer. Schulschluss hat die Gymnasiastin meist 14.45 Uhr. Eine halbe Stunde später fährt ihr Bus vom Dippser Busbahnhof ab.

Hat sie Glück, ist sie rechtzeitig in Possendorf, um den Umsteigebus nach Bannewitz zu erwischen. Dann bleiben ihr nur noch 200 Meter Fußweg bis nach Hause. Meist aber ist der Bus nach Bannewitz schon fort. Dann dauert der Fußmarsch eine halbe Stunde. Vor 16 Uhr ist das Mädchen kaum zu Hause. „Früh gibt es die gleichen Probleme. Der Bus ist nie pünktlich, wenn ich mit ihm fahre, komme ich zu spät in die Schule“, ärgert sich Denise.

Wecker klingelt zwei Stunden vor Schulbeginn


So wie ihr geht es auch vielen anderen Schülern des Gymnasiums. Nur die wenigsten wohnen in Dipps. Für alle anderen ist der Schul- ein Fahrweg und der führt häufig über die B 170, wo die Busse im Stau stehen, an Baustellenampeln warten müssen oder von Lkw ausgebremst werden. Auch Tina Jaintsch, Sindy Kohl und Vera Kaupert können ein Lied davon singen. Normalerweise brauchten sie früh erst 6.53 Uhr in Schmiedeberg in den Bus zu steigen, schließlich sind es bis Dipps nur ein paar Kilometer. Doch dann kämen sie regelmäßig zu spät. „Also müssen wir früh schon vor halb sechs aufstehen, um einen zeitigeren Bus zu erwischen. Die Schule fängt aber erst halb acht an“, erklärt Tina Jaintsch.

Es passiert oft, dass Schüler zu wichtigen Kontrollarbeiten zu spät kommen oder sie ganz verpassen, nicht, weil sie sich drücken wollen, sondern weil ihr Schulweg wieder mal länger dauerte als geplant.

Auch die Lehrer selbst gehören zu den Leidtragenden der unhaltbaren Zustände auf der B 170. Edelgard Dannenberger wohnt in Dresden. „Die Fahrzeit ist länger geworden, ich muss früh immer zeitiger los“, hat sie festgestellt. Immer wieder in Zeitnot geraten die Kollegen, die sowohl im Gymnasium in Dipps als auch in Altenberg unterrichten oder auch nur in Altenberg vom einen Haus des Gymnasiums zum anderen fahren wollen. Erst kürzlich fielen zwei Stunden Latein in Dipps aus, weil die Fachlehrerin zwischen Altenberg und der Kreisstadt im Stau steckte.

„Das sind leider keine Einzelbeispiele. Die verkehrsbedingten Unterrichtsausfälle häufen sich. Im nächsten Schuljahr müssen 14 Kollegen regelmäßig zwischen beiden Schulorten pendeln. Ich weiß nicht, wie das werden soll“ , sagt Schulleiter Dr. Frank Heyne.

Kultusministerium um Hilfe gebeten


Die Schulkonferenzen beider Schulen, die mit Beginn des neuen Schuljahres fusionieren werden, baten jetzt in einem dringlichen Schreiben das Kultusministerium um Hilfe. Dr. Heyne drückte vor wenigen Tagen das gleiche Schreiben dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) bei einem Besuch in Dipps in die Hand. Reaktionen darauf erhielt die Schule bislang nicht.

Die würden auch andere Schulleiter sehr interessieren, deren Schüler und Lehrer ebenfalls täglich mit dem Verkehrschaos auf der B 170 konfrontiert sind. Dazu gehören die Mittel- und Grundschulen von Schmiedeberg, aber auch die Förderschule in Ulberndorf, deren Schüler aus dem ganzen Kreisgebiet kommen. „Es passiert oft, dass Schüler auf Grund des starken Verkehrs zu spät zum Unterricht erscheinen“, bestätigt Angelika Fiedler von der Schmiedeberger Grundschule.

Denise Vogel ist jetzt erst einmal froh, dass die Ferien vor der Tür stehen und der Stress mit der täglichen Fahrerei ein Ende hat. Doch es sind nur ein paar Wochen, dann beginnt das ganze Drama von neuem.

Brief der Gymnasien

Aus der Stellungnahme der Schulkonferenzen der Gymnasien in Dipps und Altenberg zu den Problemen, vor denen die Schulen durch die B 170 stehen:

Lärmbelästigungen, die Schlaf- und psychische Störungen verursachen;

hohe Abgas- und andere Schadstoffbelastungen;

Verkehrsbehinderungen, durch die immer mehr Zeit für den Weg von und zur Schule benötigt wird, die außerdem den Schulweg unberechenbar und gefährlich machen und zu verspätetem Unterrichtsbeginn oder auch Ausfall von Unterricht führen, weil entweder Schüler oder Lehrer nicht rechtzeitig zum Unterricht da sein können.

Sächsische Zeitung, Mittwoch, 30. Juni 2004

Über uns | Site Map | Privacy Policy | Kontakt | ©2005 Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge"