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Viel Verkehr zwischen Nachbarn
Austausch von Wirtschaftsgütern mit Tschechien wächst / Wer EU-Geld will, sollte Kooperationen eingehen
Von Manfred Schulze

Der Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union wird in Sachsen bislang vor allem als gigantischer Lastwagen-Stau wahrgenommen – zumindest von den Bewohnern entlang der Bundesstraße 170. War es vorher dort schon kaum erträglich, so reiht sich neuerdings Brummi-Stoßstange an -Stoßstange, und das rund um die Uhr.

Freude hingegen bei der Wirtschaftsstaatssekretärin Andrea Fischer (CDU) über das Zusammenwachsen der Wirtschaft: „Wir haben bereits im vergangenen Jahr einen stark gestiegenen Warenverkehr mit unserem Nachbarland gehabt, mit einem Exportvolumen von 703 und einem Import von 811 Millionen Euro, das wird in diesem Jahr sicher noch deutlich übertroffen.“ Auf dem fünften tschechisch-sächsischen Wirtschaftsforum gestern in Leipzig weist sie gleichwohl auf den möglichst raschen Weiterbau der Autobahn von Dresden nach Prag hin; der droht südlich des Erzgebirgskamms Opfer zu werden im Streit mit Naturschützern. Immerhin, so die Staatssekretärin, könne die Region Sachsen-Böhmen-Schlesien nicht nur auf eine tolle Historie aus der Epoche der Industrialisierung als erster europäischer Ballungsraum verweisen, sondern habe eine ebenso wichtige Zukunft. Und da müssten auch Straßen her.

120 Firmen aus Sachsen pflegen schon Kontakte

Ansonsten ging es auf dem Symposium, das die Veranstalter mit Bedacht an den Rand der Leipziger Zulieferermesse und der Immobilienschau „Reallocation“ gelegt hatten, eher nett und paragraphenbesessen zu. Während Sachen aus den EU-Mitteln für die Regionalentwicklung stolze 5,1 Milliarden Euro einsetzen kann und dazu durch die vorgeschriebene Kofinanzierung des Bundes fast auf das Doppelte kommt, darf inzwischen auch Tschechien tief in die Brüsseler Töpfe greifen.

Ganz gleich, ob für die direkte Unterstützung von Investitionen in der Wirtschaft, Straßen- und Schienenbau, Ausbildung oder Umwelt – durch den Zielgebietsstatus eins der EU werden die grenznahen Gebiete nunmehr sogar noch reichlicher bedacht, als die Sachsens; für die wird diese oberste Förderkategorie bald nicht mehr gelten.

Auch deshalb, so erläuterte ein Beamter des Wirtschaftsministeriums aus Dresden, solle man sich schnellstens als kleiner Mittelständler einen Kooperationspartner von nebenan suchen. Denn grenzüberschreitende Förderungen seien durchaus möglich und sogar erwünscht.

Bisher gilt jedoch eher das Prinzip der vornehmen Zurückhaltung bei den Handwerkern und kleineren Unternehmen. Von den etwa 1 500 deutschen Firmen seien „etliche“ sächsisch, verkündet die Wirtschaftsförderung stolz und weiß zumindest für die Tschechen in Sachsen eine Zahl zu nennen: Rund zwei Dutzend seien es, meist kleine, touristische Betriebe. Allerdings pflegten bereits 120 sächsische Unternehmer intensive Kontakte. Schwerpunkt sei hier nicht nur die Zuliefererindustrie, sondern auch der Maschinenbau. Gerade erst wurde ein sächsisch-tschechisches Kompetenzzentrum für diesen Wirtschaftszweig gegründet, das bereits von den Fördermöglichkeiten profitiere.

Sächsische Zeitung, Mittwoch, 23. Juni 2004

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