Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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B 170 darf doch durch den Wald

Tag und Nacht eine lärmende Schlange von Pkw und Lastern vor der Haustür: So sieht seit der EU-Erweiterung und dem Wegfall der Zollgrenze zu Tschechien der Alltag an der Bundesstraße 170 aus. Der unaufhörliche Verkehr durch die anliegenden Ortschaften hat längst heftige Proteste unter den Bewohnern ausgelöst.

Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab, zumindest für einen kleinen Teil der Betroffenen: Die sächsische Staatsregierung und der Weißeritzkreis wollen das Verkehrsproblem an der B 170 noch in der nächsten Woche durch eine Entlastungsstraße entschärfen. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung am Sonntag soll die so genannte Hochwaldstraße zwischen den Orten Oberfrauendorf und Falkenhain kurzfristig als Umgehungsstraße um Schmiedeberg nutzbar gemacht werden.

Demnach will Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) die Öffnung der rund sechs Kilometer langen Hochwaldstraße am Mittwoch verkünden. Inzwischen hat die zuständige Forstverwaltung Altenberg bereits die Anweisung erhalten, die schnellstmögliche Räumung der Forststraße von dort noch lagernden Holzstapeln zu organisieren. Im günstigsten Fall könnte schon ab Donnerstag der Verkehr über die Waldroute fließen.

Nachgeben musste dafür Umweltminister Steffen Flath (CDU). Noch Mitte Mai hatte er diese Variante mit einem „Definitiv nein“ abgelehnt. Eine Forststraße könne nur im Katastrophenfall genutzt werden, in Friedenszeiten gehe das nicht, hatte das Umweltministerium mit Rücksicht auf die Natur erklärt.

Offenbar ist der Katastrophenfall nun eingetreten. Drei Monate vor der Landtagswahl würde die Landesregierung mit der Öffnung der Straße den Druck aus einem sehr unpopulären und eventuell stimmenraubenden Problem nehmen. Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei lehnten jede Stellungnahme ab. Der Landrat des Weißeritzkreises, Bernd Greif (CDU), betonte, er habe bei einem Arbeitstreffen in dieser Woche von Minister Flath lediglich die Zusage erhalten, dass eine Öffnung der Forststraße geprüft werde. Es solle dazu noch weitere Gespräche geben.

Die asphaltierte, aber nur einspurige Hochwaldstraße kann ausschließlich den Pkw-Verkehr aufnehmen. Der Schwerlastverkehr wird weiter auf der B 170 durch Schmiedeberg fahren. „Aber schon eine Öffnung des Forsts für den Pkw-Verkehr würde uns helfen“, erklärt Landrat Greif. Es gehe nicht nur um weniger Durchgangsverkehr nach Tschechien und in andere Erzgebirgsorte während der Urlaubssaison, sondern auch um mehr Beweglichkeit für die Bevölkerung vor Ort.

Ungeklärt bleibt, ob die Privatfirmen, die das Holz als Besitzer räumen müssten, dazu so schnell bereit sind – sie müssten ein Zwischenlager finden und bezahlen. Auch hilft die Verkehrsentlastung in Schmiedeberg im südlicheren Altenberg niemandem. (SZ/stm)


Sächsische Zeitung, Sonntag, 20. Juni 2004

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