Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Die Rückkehr ins Haus ist noch völlig offen
"Lichtblick" übernimmt drei Monatsmieten für Altenberger Familie
Von Volkmar Fischer

Die Stiftung "Lichtblick" der Sächsischen Zeitung bezahlt einer Altenberger Familie drei Monatsmieten in einer Übergangswohnung. Im März war ein Lkw in ihr Haus gefahren, und zurzeit ist es nicht bewohnbar.

Elke Wolf will stark sein, denn ihre beiden Kinder sollen sich geborgen fühlen. Nach dem 23. März, der das Leben der Altenberger Familie mit einem Schlag veränderte, ist das jetzt besonders wichtig. Damals fuhr früh um 4 Uhr ein tschechischer Lkw in ihr Haus an der B 170 und machte es mit einem Schlag unbewohnbar.

"Unsere 17-jährige Nicole und ich haben die Sache jetzt einigermaßen verkraftet. Doch Andreas ist erst neun und noch ganz schön verängstigt. Eine Psychologin meinte, dass sich das oft erst nach mehreren Monaten wieder gibt", sagt Frau Wolf.

Oft bleibt nur das Telefon

Die 37-Jährige lässt sich gerade zur Verwaltungsfachangestellten umschulen und muss an vieles zugleich denken. Wenn sie Trost und Rat braucht, wünscht sie sich ihren Mann Tino herbei. Doch der ist weit weg. Er arbeitet in der Nähe von Köln als Leiter einer Lok-Werkstatt und ist viel in Deutschland und im Ausland unterwegs. Nach Hause kommt er nur am Wochenende, und so bleibt für den Austausch über die täglichen Sorgen und Nöte nur das Telefon.

Nach dem Unfall war er natürlich gleich da, musste aber bald wieder fort. So trägt Frau Wolf die große Last vor Ort fast allein. Doch sie spürt auch, wie andere ihr helfen wollen. "Die Stadt hat uns bisher gut unterstützt und sogar ein Spendenkonto für uns eingerichtet", berichtet sie. Unterstützung käme auch von Verwandten, Freunden und Bekannten. Dafür sei sie sehr dankbar.

Nach dem Unfall war die Familie für ein paar Tage im Altenberger Hotel "Zum Erzgebirge" untergekommen. Dann bot ihr die Stadt eine Mietwohnung am Platz des Bergmanns an, und dort ist sie seit April zu Hause. "Hier können wir wieder etwas zur Ruhe kommen, aber ein Ersatz für unser Haus ist das nicht", sagt Frau Wolf. Das hätten sie 1993 gekauft und in den vergangenen Jahren mit viel Mühe und all ihrem ersparten Geld modernisiert. Als Abschluss der Arbeiten habe jetzt nur noch ein neuer Fassadenanstrich gefehlt.

Ob Wolfs wieder in ihr Haus zurückkehren, ist noch völlig offen. "Die Bauaufsicht hätte es am liebsten abgerissen", berichtet die Alternbergerin. Doch dann hätte ein von der Familie beauftragter Gutachter festgestellt, dass man es wieder aufbauen könne. Das Geld dafür haben Wolfs aber nicht. So hoffen sie auf eine angemessene Versicherungssumme für ihren auf rund 185 000 Euro geschätzten Schaden. Doch dazu gibt es noch keine Auskunft. Und da es sich um einen internationalen Haftpflichtschaden handelt, kann sich die Sache noch eine Weile hinziehen.

Es könnte aber auch ganz anders kommen. So haben Wolfs gehört, dass der Abzweig nach Geising in der Nähe ihres Hauses ausgebaut werden soll und dafür Platz gebraucht wird. Deshalb haben sie ihr Grundstück jetzt auch dem Straßenbauamt zum Kauf angeboten, doch auch dazu gibt es noch keine Antwort.

Harte Zeiten für die Familie

Inzwischen läuft die Kreditabzahlung für das Haus weiter. Außerdem müssen solche Kosten wie Baufirmen, Gutachter und die jetzige Miete beglichen werden. "Im Moment kommen wir finanziell gerade so hin, doch wir haben sicher noch ein paar harte Zeiten vor uns", schätzt Elke Wolf ein. Um so mehr freut sie sich deshalb, dass die Stiftung "Lichtblick" der Sächsischen Zeitung die ersten drei Monatsmieten samt Nebenkosten von je 610 Euro für die Übergangswohnung übernimmt. Das wäre eine große Hilfe.

Doch auch auf der B 170 müsste etwas geschehen. "Auf jeden Fall sollten die Gefahrguttransporte gestoppt und ein Nachtfahrverbot für Lkw eingeführt werden", erklärt die Altenbergerin. Die Politiker würden erklären, dass das nicht durchsetzbar sei. Doch damit dürfe man sich nicht abfinden, sonst könnte eines Tages noch viel Schlimmeres passieren, als am Morgen des 23. März.
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