Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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"Wir wollen nur leben"
400 Demonstranten fordern in Dippoldiswalde menschliche Zustände auf der B 170
Von Mandy Schaks

Etwa 400 Leute folgten gestern dem Aufruf der Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge". Sie demonstrierten in Dippoldiswalde gegen die wachsende Lkw-Lawine und legten die B 170 für den Schwerlastverkehr lahm.

Ein Straßencafe lud gestern Nachmittag mitten auf der B 170/E 55 zu Kaffee und Kuchen ein. Über Kundschaft mussten die Kellner nicht klagen. Die Gastwirte waren Mitglieder der Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge", die Gäste vorwiegend Anwohner der B 170. Von solchen ruhigen Minuten an der Hauptverkehrsader im Weißeritzkreis können sie sonst nur träumen. Gemütliches Kaffeetrinken an der viel befahrenen Straße ist seit Jahren unmöglich. Die meisten Leute sind inzwischen froh, wenn sie mit heiler Haut die B 170 passieren können. Schwerlaster wälzen sich unablässig durch die Orte zwischen Bannewitz und Altenberg. Und das lassen sich die Menschen nicht mehr bieten.

Es gab in den vergangenen zwei Jahren etliche Anläufe, auf die unhaltbaren Zustände auf dieser Straße Landes- und Bundesregierung aufmerksam zu machen. Gebracht hat es bisher nichts - außer noch mehr Verkehr. Das Maß scheint jetzt voll. Es kam gestern erstmals öffentlich zum Schulterschluss zwischen Betroffenen und Kommunalpolitikern. Alles, was im Weißeritzkreis Rang und Namen hat, ging mit den Bürgern auf die Straße. Hatten sich bislang nur Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU) und Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) offen Seite an Seite mit der Bürgerinitiative gezeigt, mischten sich gestern fast sämtliche Spitzenpolitiker unter die insgesamt rund 400 Demonstranten.

Und nicht nur das: Sie kletterten reihenweise auf einen Auto-Anhänger und griffen unter dem Beifall der Bürger zum Mikrofon. "Ich habe bisher an die Demokratie geglaubt", sagte Landrat Bernd Greif (CDU). Monatelang hatte er versucht, auf diplomatischem Weg die Verkehrsprobleme zu klären, Gehör bei Land und Bund zu finden. Vergeblich. "Ich bin erschüttert, wie diese Demokratie aussieht", sagte er. Auch Andrea Dombois fand deutliche Worte an die Adresse der Regierenden: "Ich wünsche mir nicht immer nur Antworten, was nicht geht, sondern was möglich ist." Bürgermeister Thomas Kirsten schleppte sogar ein Plakat mit sich herum, auf dem stand: "Wir wollen nur hier leben und wohnen! Das man dafür schon demonstrieren muss!" Er sagte, das sei traurig. "Ich hoffe, dass wir in Dresden gehört werden."

Die B 170 war zwischen 16.30 und 17 Uhr für den Lkw-Verkehr blockiert.

Sächsische Zeitung, Freitag, 14. Mai 2004

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