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Lärm trifft auf taube Ohren
Schallschutz finden alle gut / Doch wer soll ihn bezahlen? / Dippser Rathaus sieht sich dazu außer Stande
Von Domokos Szabó

Lärm macht Stress, macht krank. Weil das so ist, erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den 28. April zum "Tag gegen Lärm". Doch damit ist der Schutz vor Krach noch lange kein Bürgerrecht - wie das Beispiel Verkehrslärm im Weißeritzkreis zeigt.

Entweder Kaffeetrinken unter freiem Himmel oder gesellige Unterhaltung. Die Hofmanns aus Schmiedeberg kennen in dieser Frage kein Und. Hunderte Autos und Lastwagen donnern stündlich vor ihrer Haustüre entlang. Tag und Nacht. "Im Garten kann man sich nicht unterhalten, so laut ist es", klagt Daniela Hofmann, die mit Mann, Kind und Eltern direkt an der B 170 wohnt. "Wenn ein Lkw vorbeikommt, wackeln bei meinen Eltern die Scheiben der Vitrine." Unerträglicher Straßenlärm, davon können Tausende Bewohner des Weißeritzkreises ein trauriges Lied singen. Als besonders verseucht gelten laut Landratsamt neben der B 170 zwischen Bannewitz und Altenberg die Dresdner Straße in Freital und die S 36 von Kesselsdorf bis Possendorf. "Aber auch andere Strecken sind erheblich belastet", sagt Behörden-Sprecherin Dorothea Boldt.

Jeder Zweite fühlt sich durch Lärm belästigt

Nach einer aktuellen Umfrage des sächsischen Umweltministeriums fühlt sich jeder Zweite im Freistaat durch Verkehrslärm belästigt. Deshalb appelliert Ressortchef Steffen Flath (CDU) an die Kommunen, den Lärmschutz bei ihren Planungen stärker zu berücksichtigen.

"Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich das anstellen soll?" gibt der Dippoldiswalder Bürgermeister Horst Bellmann (Unabhängige Bürger) den Ball zurück. Gegen Verkehrslärm sei er schon. Dennoch sehe er sich außer Stande, als Rathaus-Chef in den Lärmschutz privater Grundstücke zu investieren.

In Freital indes steht die Verteidigung gegen Krach und Schall - jedenfalls auf Papier. Dem Rathaus zufolge seien bereits Anfang 1999 "Schallimmissions- und Konfliktpläne" vorgelegt worden. Irgendwie habe man aber die Sache seitdem aus dem Blick verloren. Nun soll sich das ändern, verspricht Baubürgermeister Ulrich Kretzsch-mar (CDU) auf SZ-Anfrage.

Nichtsdestotrotz gilt die Weiße-ritzstadt laut Landratsamt bereits heute als positives Beispiel, schon allein wegen der im Bau befindlichen Umgehungsstraße. Auch im Allgemeinen nimmt die Behörde die Kommunen in Schutz und verweist auf die Verantwortung von Landes- und Bundesbehörden. Insbesondere gehe es um eine entsprechende Verordnung des Bundes, wonach Schallschutzmaßnahmen nur bei Straßenneu- bzw. -ausbau Pflicht sind. Sprecherin Boldt: "Das ist problematisch und für die betroffenen Anwohner nicht verständlich."

Sächsische Zeitung, Mittwoch, 28. April 2004

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