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Heftige Kritik an Klaus Brähmigs Äußerungen zur B 170

Haben Sie Fragen zum aktuellen Geschehen in Dippoldiswalde? Anregungen? Wollen Sie einfach mal Ihre Meinung loswerden? Oder vielleicht jemandem Danke sagen? Wir versuchen, Ihnen zu helfen.

Endlich wird der Kreuzbachweg in Dippoldiswalde wieder auf Vordermann gebracht. "Es wurde aber auch die allerhöchste Zeit", meldete sich gestern Ilse Göbel aus der Kreisstadt zu Wort. Lange musste sie warten, bis die Stadt sich auch dieses Flutschadens annahm. Nun soll der früher Sand geschlemmte Weg betoniert werden. "Wenn er fertig gestellt ist, können ältere Menschen wieder unbescholten in die Stadt laufen", freut sich die Dippoldiswalderin, die in der Sache schon selbst im Rathaus der Kreisstadt vorstellig wurde.

Dietrich Papsch aus Schellerhau blieb gestern Morgen fast der Frühstücksbissen im Halse stecken, als er die Äußerungen des Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig (CDU) zur Problematik B 170 in der SZ lesen musste. An der Misere mit den Schwerlasttransportern sei nicht die Dresdener Staatsregierung, sondern die rot-grüne Bundesregierung schuld, meint der Christdemokrat. Das sei eine "Unwahrheit", sagt Dietrich Papsch. Es liege "allein in sächsischer Macht, auf der B 170 ein Nachtfahrverbot (für Lkws - d.Red.) durchzusetzen, die Gefahrguttransporter von der Straße zu verbannen oder die Aufrechterhaltung der Rollenden Landstraße (RoLa) zu entscheiden." Auch Brähmigs Kritik am Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten weist der Schellerhauer zurück. Der Stadtchef hat Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) zur Stadtratssitzung eingeladen, damit er über die Wahrnehmung der Fürsorgepflicht des Freistaates gegenüber den Anwohnern der B 170 Stellung nimmt. Brähmig wirft Kirsten in dieser Sache Wahlkampf vor. "Man muss schon sehr hartleibig sein, diese Perversität und den Schwachsinn zu verkraften. Da kommt ein Bundestagsabgeordneter her und kritisiert einen gewählten Bürgermeister, weil der sich für die geplagten Menschen und seinen Ort engagiert und sich gegen den menschen- und naturzerstörenden Transitwahnsinn einsetzt." Von Brähmig hingegen habe er zum Straßenbau noch nichts gehört, empört sich Papsch. "Der Kirsten ist einer, der mit uns auf die Straße gegangen ist."

Ähnliche Kritik an Brähmigs Darstellungen äußerte Petra Ehrlich aus Falkenhain. "Ich habe mich über Herrn Brähmig sehr aufgeregt", erzählt sie am Telefon. Der Bundestagsabgeordnete zeichne sich durch große Unkenntnis aus. Selbst wenn die B 170 verlegt worden wäre, hätte es Altenberg nichts genützt, denn die Stadt hätte keine Ortsumfahrung bekommen. Auch weist sie Brähmigs Hinweis auf die Untätigkeit der Bundesregierung zurück. Die B 170 führt durch Sachsen und deshalb sei der Freistaat für die Sicherheit zuständig, meint sie.

Auch Martina Köhler aus Oberfrauendorf findet Brähmigs Standpunkt "nicht in Ordnung". Es sei bekannt, dass eine neue Straße für mehr Verkehr sorgt. Auch nach dem Bau der neuen B 170 wäre das so gewesen, meint die Oberfrauendorferin. Deshalb geht sie anders als der Bundestagsabgeordnete davon aus, dass die neue B 170 "für Altenberg noch mehr Probleme gebracht hätte". Schließlich hätte Altenberg gar keine Ortsumgehung bekommen.

Martina Köhler fordert Brähmig auf, endlich zu handeln. Unter anderem sollte er sich dafür einsetzen, dass die RoLa als Alternative ausgebaut und dass nach der Fertigstellung der Prager Autobahn der grenzübergreifende Schwerlastverkehr nach Tschechien über die A 17 und nicht über die B 170 geführt wird.

Einen anderen Akzent in der Diskussion um die B 170 setzte gestern Alfred Richter aus Altenberg. Er wundere sich über Bürgermeister Kirsten. Als die neue Grenzabfertigungsanlage in Zinnwald vor zehn Jahren geplant wurde, hatte die Stadt beim Genehmigungsverfahren ein Mitspracherecht. Schon damals war klar, dass an diesem Übergang etwa 3 000 Lkws pro Tag abgefertigt werden würden. Doch für Kirsten spielte das damals keine Rolle, erinnert er sich. Er habe sich "über jede Menge Arbeitsplätze beim Bundesgrenzschutz, Zoll und den Speditionen" gefreut. Kritik an dem absehbaren Verkehr äußerte er damals nicht, weiß Alfred Richter. Heute aber stelle sich Kirsten hin und wettere über den mit dem Grenzübergang entstandenen Verkehr. Für Alfred Richter ist dies nicht nachzuvollziehen.

Der Verkehr auf den Straßen war auch für Hans Güttler Anlass, sich am Lesertelefon zu melden. Der Altenberger fährt öfters mal durchs Pöbeltal und nach Rehefeld. An diesen Straßen wird zurzeit viel gebaut, und an einigen Baustellen regelt eine Ampel den Verkehr. Das sei oftmals sinnlos, findet er. So seien zwei Baustellen auf der Pöbeltalstraße und die eine im Wald nach Rehefeld so übersichtlich, dass der Verkehr mit Schildnern viel unkomplizierter vorbei geführt werden könnte. "So viele Autos fahren da nicht", meint Hans Güttler.

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 27.04.2004

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