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Lkws fahren immer häufiger durch Rehefeld
Ortschaftsrat fordert Tonnagebegrenzung und Gefahrguttransport-Verbot für S 182
Von Maik Brückner

Ein Verbot des Gefahrguttransportes und eine Einschränkung des Schwerlastverkehrs über die Staatsstraße S 182 durch Rehefeld fordert der Ortschaftsrat in einem offenen Brief. Die Räte sehen durch den zunehmenden Verkehr den Tourismus im Ort bedroht.

Bei den Einwohnern des kleinen, idyllischen Dorfes Rehefeld-Zaunhaus steigt die Wut: Immer mehr Schwerlaster kurven über die schmale Talstraße zum Grenzübergang Altenberg. Das haben nicht nur Einheimische festgestellt. Auch der Bundesgrenzschutz (BGS) beobachtete ein höheres Verkehrsaufkommen, wie der Leiter des BGS in Altenberg, André Hesse, bestätigt. Schwerlaster, meist mit tschechischen Nummernschildern, nutzen verstärkt die Strecke von der Autobahnabfahrt Siebenlehn über Freiberg, Frauenstein, Rehefeld und Altenberg, um auf der Kammstraße am Lkw-Stau auf der B 170 vorbeizufahren.

Und das zum Unmut der Rehefelder. "Ob man den ,Brummifahrern' in jedem Fall die Schuld zuschieben kann, ist fraglich", heißt es in einem offenen Brief, den der Ortschaftsrat verfasst und drei Ministerien in Dresden sowie Bürgermeister Thomas Kirsten, der Landtagsabgeordneten Andrea Dombois und dem Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig geschickt hat. Darin heißt es, dass der Ortschaftsrat die Gründe der Lkw-Fahrer durchaus verstehe, da die Umfahrung der Aufstauspur Zeit spart. Außerdem tun die Schwerlast-Fahrer nichts Verbotenes, "denn die entsprechende Beschilderung einschließlich einer Tonnagebegrenzung existiert nicht".

Trotzdem verlangt der Ortschaftsrat in dem Schreiben, dass sich die Politiker und die Behörden endlich der Sache annehmen und den internationalen Schwerlasttransport einschränken. Dazu führt der Rat gleich mehrere Gründe an: Zum einen baut Rehefeld schon wegen seiner Lage im Gebirge voll auf den Tourismus als Einnahmequelle.

Giftige Brühe kann in Wilde Weißeritz laufen

Zum anderen dürfte der Zustand der Staatsstraße keinen Lkw-Verkehr zulassen: Die Straße ist nicht einmal breit genug, um einen Mittelstreifen aufzubringen, und es existiert kein Fußweg, so dass für Fußgänger "ein akutes Gefahrenpotential für Leben und Gesundheit" besteht. "Jedoch noch makaberer ist die Tatsache, dass die Talstraße, die von Transitern befahren wird, parallel zur Wilden Weißeritz verläuft", schreiben die Rehefelder. Sollte ein Gefahrguttransporter hier leck gehen, läuft die giftige Brühe in die Wilde Weißeritz, die unter anderem in die Trinkwassertalsperren Lehnmühle und Klingenberg fließt. Somit wäre die Trinkwasserversorgung nicht nur im Weißeritzkreis, sondern auch in Dresden gefährdet. Das ist keine Panikmache, denn die Rehefelder wissen nur zu gut, in welch hochsensiblem Gebiet sie wohnen. Das Dorf liegt nicht nur im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH), sondern auch im Trinkwassereinzugsgebiet. Das bedeutet auch Einschnitte für die Einwohner: So können die Rehefelder keine Ölheizung mehr installieren, da sie dafür keine Genehmigung bekommen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Ortschaftsrat eine vernünftige Lösung. Diese zu bekommen, wird nicht einfach sein. Das Wirtschaftsministerium, dass für die Staatsstraße zuständig ist, kann den Lkw-Verkehr nicht verbieten, denn grundsätzlich gilt: Auf einer Staatsstraße darf jeder fahren, erläutert Pressesprecherin Martina Pirk. Eine Tonnagebegrenzung oder ein Fahrverbot für Gefahrguttransporter kann nur die untere Straßenbehörde, also das Landratsamt, verhängen. "Aber nur, wenn es gute Gründe hat", so Frau Pirk. Vom Landratsamt war gestern keine Stellungnahme dazu zu bekommen. Landrat Bernd Greif will in der heutigen Kreistagssitzung zum Schwerlasttransport informieren, kündigte Pressesprecherin Dorothea Boldt an.

Sächsische Zeitung, Dienstag, 6. April 2004

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