Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Vierzigtonner rammt Wohnhaus
Schwerer Unfall in Altenberg / Hausbewohner und Fahrer bleiben unverletzt / B 170 stundenlang gesperrt

Mit dem Schrecken kamen vier Altenberger am Montagmorgen davon, als ein tschechischer Vierzigtonner in ihr Haus fuhr. Auch dem Fahrer ist nichts passiert. Den Sachschaden beziffert die Polizeidirektion Pirna auf 200 000 Euro.

Maik Brückner

Diese Nacht wird Enrico Mai nicht so schnell vergessen. Es ist Montagmorgen kurz nach 4 Uhr, als er von einem Knall aus dem Schlaf gerissen wird. Der 34-Jährige wohnt im Obergeschoss des Hauses Zinnwalder Straße 12 in Altenberg. Er steht auf und bemerkt, dass im Wohnzimmer das Fenster offen ist. Im Flur trifft er seine Schwester Elke Wolf, deren Familie im Erdgeschoss wohnt. "Es gab einen Riesenhieb, dann war alles voller Staub", erinnert sie sich.

Wenig später steht sie mit Tochter Nicole (17) und Sohn Andreas (9) vor dem Haus und sieht das Dilemma: Die Schnauze eines tschechischen 40-Tonners ragt fast ins Wohnzimmer. Von der Außenwand ist im Erdgeschoss nichts mehr zu sehen, im Zimmer türmen sich Steine. Obwohl der Lkw zerknautscht ist, bleibt der Fahrer unverletzt. Auch Familie Wolf und Enrico Mai sind mit dem Schrecken davon gekommen. Elke Wolf benachrichtigt die Polizei und ihren Mann, der momentan im Rheinland arbeitet.

Zu schnell unterwegs

"Der 26-jährige Lkw-Fahrer war mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs", berichtet Polizeisprecher Gerhard Wellner. Statt der erlaubten 50 km/h ist er nach erster Sichtung des Fahrtenschreibers 65 km/h gefahren. In der leichten Rechtskurve am Abzweig nach Geising kam er nach links ab und versuchte gegenzulenken. Das aber zu beherzt, deshalb rammte sein mit 18 Tonnen Stoffballen beladener Laster das zweistöckige Wohnhaus.

Wie die Polizei informiert, sei die Straße vereist gewesen. Das Straßenbauamt, dessen Altenberger Meisterei mit dem Winterdienst betraut ist, behauptet hingegen, dass die Fahrbahn "trocken war". Deshalb "erfolgte in der Nacht zum 23. März kein Einsatz des Winterdienstes." Die Glätte erklärt der stellvertretende Amtsleiter Martin Schorlemmer mit Wasser, dass aus einem Grundstück "über den Gehweg auf die Fahrbahn" gelaufen sei. Die zum Unfallort Geeilten behaupten hingegen, dass die ganze Straße glatt gewesen sei.

Die Klärung der Unfallursache hilft der Familie auch nicht weiter. Dafür aber ein Angebot der Stadtverwaltung. "Wir stellen ein Ausweichquartier bereit", sagt Bürgermeister Thomas Kirsten. Enrico Mai hingegen plant, nach Dresden umzuziehen.

Kirsten hofft, dass das Gebäude zu retten ist. Sollte es abgerissen werden, kündigte Elke Wolf an, Altenberg zu verlassen. Das wolle er unbedingt verhindern, sagte Kirsten, der hofft, dass sich so etwas nicht wiederholt, wenngleich er auch um die Realität weiß: Zum 1. Mai tritt Tschechien der EU bei, am gleichen Tag fallen die Zollgrenzen, wenig später wird die A 17 bis zur Auffahrt Bannewitz frei gegeben. Das alles wird den Lkw-Verkehr auf der B 170 um 200 bis 300 Prozent anwachsen lassen und damit auch die Gefahren für die Anwohner. "Doch in Dresden interessiert das niemanden", wettert der Stadtchef. Minister Martin Gillo finde keine Zeit, sich das Problem mal vor Ort anschauen.

Gestern konnten die Altenberger erneut verfolgen, welche Auswirkungen so ein Unfall haben kann. Der Pkw-Verkehr musste zunächst über den AL-Schacht umgeleitet werden, die Lkw-Abfertigung kam zum Erliegen, da kein Laster an der Unfallstelle vorbeifahren durfte. Erst nach 10 Uhr gab die Polizei die Straße halbseitig für Autos frei.

Wiederaufbau ungewiss

Bis zum Mittag wollten die Mitarbeiter der Reinholdshainer Firma Kleber & Heisserer das Unglückshaus provisorisch gesichert haben. Ob das Haus wieder aufgebaut wird, hängt von der Einschätzung der Statiker ab.

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 24.03.2004

 

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