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Millionen für Abwasserkanäle

Der Bannewitzer Bürgermeister Christian Zeibig über Investitionen, Wahlen und die Zukunft der Mittelschule

Als begehrter Wohnstandort im Grünen ist Bannewitz Nutznießer der Nähe Dresdens. Dennoch muss die stets wachsende Gemeinde um ihre Mittelschule fürchten. Zu wünschen übrig lässt auch die Gewerbeentwicklung – zwei Themen, zu denen Bürgermeister Christian Zeibig (parteilos) auf 2003 rückblickend Stellung nimmt.

Herr Zeibig, während andere Gemeinden im Weißeritzkreis immer mehr Einwohner verlieren, legt Bannewitz stets zu. Wie viele Menschen leben eigentlich zwischen den Ortsteilen Possendorf und Bannewitz?

Aktuell sind es 10 610, also rund 130 mehr als vor Jahresfrist. Wir sind ganz klar Nutznießer der Nähe der Stadt Dresden. Viele Menschen kommen aus Dresden nach Bannewitz zum Wohnen, arbeiten aber weiterhin in der Landeshauptstadt. Dadurch haben wir aber auch eine gewisse Verantwortung gegenüber unserem großen Nachbarn. Wir wollen zum Beispiel für eine intakte Landschaft sorgen, damit sich die Dresdner gern bei uns erholen. Dazu gehört auch, dass wir Rad- und Gehwege schaffen, geplant ist dies unter anderem zwischen Gittersee und Cunnersdorf, aber auch eine Verbindung von Goppeln nach Leubnitz ist im Gespräch. Der Rad- und Fußweg entlang der B 170 spielt bereits in den Plänen des Straßenbauamtes eine Rolle.

Obwohl die Gemeinde wächst, wird ihr die Mittelschule streitig gemacht. Zumindest gilt Bannewitz nach jüngsten Äußerungen aus dem Landratsamt als Wackelkandidat …

Die Kommunikation zwischen Kultus-Ministerium, Gemeinde und Regionalschulamt ist nicht zufriedenstellend. Wir haben alles aus der Zeitung erfahren. Vor zwei Jahren sind wir mit der Schule immerhin in ein großes Förderprogramm reingekommen, konnten Fenster, Dächer und Sanitärtrakt sanieren. Fachkabinette sind neu entstanden, die Sporthalle wurde auf Vordermann gebracht. Kurz: Wir haben unheimlich viel in diese Schule gesteckt. Deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar, wenn sie jetzt in diesem Zusammenhang erwähnt wird. Ich gehe davon aus, dass sie nur der Vollständigkeit halber genannt wird.

Die Planer schauen aber nicht nach Investitionen, sondern nach Schülerzahlen und diese sehen weniger rosig aus.

Wie gesagt, hat Bannewitz mehr als 10 000 Einwohner, wir kommen gar nicht daran vorbei, eine Mittelschule zu haben. Wenn sie trotzdem geschlossen wird, gehen die Kinder nach Dresden. Sollte gerade diese Überlegung hinter der Ankündigung stecken – wenn also die Bannewitzer Schüler helfen sollen, eine Dresdner Schule vor der Schließung zu bewahren –, das wäre schlimm.

Sie profitieren von der Nähe Dresdens auch in punkto A 17. Dieses Jahr wird ein gemeinsamer Autobahnanschluss fertig. Erhoffen Sie sich davon wirtschaftliche Impulse?

Das Gewerbe hat sich bei uns zuletzt nicht besonders entwickelt. In den letzten zwei Jahren zum Beispiel haben wir in Welschhufe kein einziges Grundstück verkauft. Und das trotz erheblicher Abstriche bei den Preisen. Was wir im dortigen Gewerbegebiet einst für 170 Mark (rund 86 Euro) angeboten haben, würden wir heute für 40 bis 50 Euro hergeben. Es stehen ja noch 20 000 Quadratmeter zum Verkauf. Aber man kann nicht unzufrieden sein: Schauen sie auf die Großmärkte samt den Arbeitsplätzen, die sich an der Zschauke angesiedelt haben. Um auf die Frage zurückzukommen: Ja, vielleicht wird es durch den Autobahnanschluss Impulse geben.

Die Gemeinde ihrerseits investiert weiter. Was ist 2004 geplant?

Es ist erheblich, was im Abwasserbereich passieren soll. Allein der Schmutzwasserkanal Welschhufe wird über eine Million Euro kosten. Insgesamt werden zwölf Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro realisiert, gebaut werden Schmutzwasserkanäle und Regenrückhaltebecken, so zum Beispiel in Nöthnitz. Außerdem investieren wir in die Bildung: Während die Mittelschule ein Physikkabinett bekommt, wird die Bannewitzer Grundschule im Rahmen des Medios-Programms mit neuen Computern ausgestattet. In der Possendorfer Grundschule steht eine Fassadensanierung an.

Der Verkauf des Grundstücks für den neuen Netto-Markt in Bannewitz soll 300 000 Euro in die Gemeindekasse spülen. Ist das Geld schon verplant?

Wenn es da ist, können wir über weitere Maßnahmen nachdenken. So müsste das Bannewitzer Gerätehaus noch einen Schulungsraum bekommen und in Cunnersdorf warten die Feuerwehrgaragen auf eine Sanierung.

Nicht mit Geld zu lösen ist ein anderes Problem. Einige Gemeinderäte wollen nur noch bis zur Wahl im Juni weiter machen. Bewerber scheinen bislang Mangelware zu sein.

In der Tat macht mir Sorgen, dass viele aufhören wollen. Deshalb habe ich den Parteien bereits im Juni 2003 gesagt, rechtzeitig nach geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten. Wir haben doch genügend gute Leute, die sachkundig und kritisch sind. Welches Parteibuch jemand hat, ist mir wurscht.

In weiser Voraussicht hat der Rat beschlossen, die Zahl der Abgeordnetensitze nicht zu erhöhen.

Bereits bei über 10 000 Einwohnern wäre dieser Schritt möglich gewesen. Aber wir können das auch noch machen, wenn wir auf die 20 000 zugehen.

Sächsische Zeitung, 13. Januar 2004

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