Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Straßenbauer starten Schlussspurt

Die Monate sind gezählt, bis Pirna in puncto Verkehr aus provinziellem Tiefschlaf gerissen wird. Im Mai 2005 soll die Autobahn A 17 bis zur Kreisstadt führen. Damit ist sie dann direkt ans überregionale Straßennetz angeschlossen.

Peter Hilbert

Autobahnzubringer Pirna

Die Straßenbauer am Pirnaer Autobahnzubringer könnten zu Wasserbauern werden. Zumindest, wenn sie das immer wieder nachlaufende Nass nicht in den Griff bekommen würden. Doch das haben sie. Nunmehr werden die Fluten oberhalb des künftigen Zubringer-Tunnels an der Äußeren Kohlbergstraße aufgefangen und zum bereits fertigen Regenrückhaltebecken gepumpt, wo es versickert. Über eine andere Variante würden sich zwar sicher die Stadtwerke freuen. Wenn das Wasser nämlich ins Kanalsystem geleitet würde. Doch dann würde jeglicher Kostenrahmen gesprengt.

Mit dem Wasser wäre Schwierigkeit Nummer eins bewältigt. Die Nummer zwei musste schon im Vorfeld gemeistert werden. Denn der 130 Meter lange Tunnel kann nicht wie gewöhnlich gebaut werden, erläutert Straßenbauamtschef Dietmar Pietsch. Besitzer von anliegenden Grundstücken wollten ihre Flächen nicht verkaufen.

Damit konnten diese nicht für Diagonalverankerungen der Spundwände des Tunnels genutzt werden, auf die dann Betonplatten draufgehoben werden. Also geht‘s nunmehr nach einer anderen Technologie vorwärts. Mit Rammen sind Bohrpfähle zur Abstützung in den Untergrund getrieben worden. Die Tunneldecke ist betoniert. In Kürze rückt schwere Technik an, die dann die Durchfahrt darunter ausbaggert. Spätestens im Juni soll der Tunnel fertig sein, so dass sich die Bauleute ganz auf die vierspurige, 26 Meter breite Trasse konzentrieren können. Die wird Ende 2004 übergeben, versichert Pietsch.

Dresdner Ostumfahrung

Ist das geschafft, hat sich der westliche Straßenring um Pirna geschlossen. Dann geht’s Richtung Norden weiter. Derzeit prüft das Wirtschaftsministerium die Pläne für die neue Trasse zur B 6. Pietsch hofft, dass im Januar die Entscheidung fällt. Die neue S 177 soll künftig östlich an Bonnewitz und westlich an Wünschendorf und Eschdorf vorbei führen. Allerdings wird für Wünschendorf auch eine östliche Variante geprüft. Gehen Pietschs Pläne auf, kann die Umgehung von Bonnewitz 2007 freigegeben werden. Die gesamte neue Verbindung bis zur B 6 soll 2008 in Betrieb gehen. Der Straßenbauamtschef hofft, dass Gelder aus dem EU-Fond für Regionalentwicklung für dieses Projekt fließen werden.

A17-Abschnitt B 170-Pirna

Indes sind die Autobahnbauer auf der A 17 mit Hochdruck dabei, die Trasse gen Tschechien zu errichten. Anfang 2003 haben die Arbeiten im Abschnitt zwischen der B 170 und Pirna begonnen. „Was seitdem geschehen ist, gleicht einem kleinen Wunder", zeigt sich Bernd Rothe zufrieden. Als Bereichsleiter der bundeseigenen Planungsgesellschaft Deges ist er für die A 17 zuständig. Die kleinen Brücken sind zum Großteil fertig, das Bauwerk übers Müglitztal auch. Und das früher als geplant. „Auch der Streckenbau läuft mit Volldampf", berichtet Rothe. Im Oktober 2004 soll die A 17 bis zur Anschlussstelle Nickern fertig sein, im Mai 2005 bis Pirna. Allerdings wird es anfangs für einige Monate eine Einschränkung geben. Auf der Lockwitztalbrücke wird pro Richtung nur eine Fahrbahn zur Verfügung stehen.

Lückenschluss bis Grenze

Der Bauauftrag für die Seidewitztalbrücke ist laut Rothe kürzlich erteilt worden. Anfang 2004 beginnen auch die Arbeiten an der Nasenbachtalbrücke und am 300 Meter langen Harthetunnel bei Börnersdorf. Geplant ist, dass der Bau der Grenzbrücke im zweiten Halbjahr 2004 startet, genauso wie der Straßenbau. Alles natürlich möglichst ökologisch, versichert Rothe. Eigens wegen der seltenen Fledermausart Kleine Hufeisennase werden Flugschneisen angelegt, die über kleine Brücken führen. Mitte 2006 sollen dann die Tiere darüber fliegen können, wenn die A 17 komplett freigegeben wird.

Zahlen & Fakten a 17

Gesamtlänge: 45 Kilometer;

Breite: 29,5 Meter, vierspurig, zwei 11,5 Meter breite Richtungsfahrbahnen, ein 3,5 Meter breiter Mittelstreifen;

Bauwerke: Drei Tunnel, 58 Brücken, davon elf Großbrücken, sieben Anschlussstellen, eine Grenzzollanlage bei Börnersdorf, zwei Parkplatzanlagen, eine Autobahnmeisterei;

Geschätzte Baukosten: 550 Millionen Euro;

Verkehrsprognose: täglich 70 000 Fahrzeuge bei Dresden, täglich 25 000 Fahrzeuge an der Staatsgrenze;

Auf 12,7 Kilometern Länge wird der zweite Abschnitt der A 17 von der B 170 bis Pirna ab Mai 2005 führen.

Anschlussstellen sind in Nickern, Röhrsdorf und Pirna geplant;

Vier Großbrücken überspannen die Täler: über den Nöthnitzgrund (220 m) und den Gebergrund (280 m), über das Lockwitz- (720 m) und das Müglitztal (350 m);

19,3 Kilometer lang wird der dritte Abschnitt von Pirna bis zur Staatsgrenze, der Mitte 2006 freigegeben werden soll;

Zehn Autobahnbrücken sind in diesem Abschnitt geplant, darunter die Großbrücken über das Seidewitztal (605 m) und über den Nasenbach (205 m);

In Pirna soll eine B 172-Umgehung den Verkehr in Richtung Sächsische Schweiz leiten.

Sächsische Zeitung, 06. Januar 2004

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