Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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B170: Bummelfahrt und Maßnahmepaket

AutokorsoDresden. Bis Dippoldiswalde waren es schon mehr als 200 Autos, darunter etwa die Hälfte Laster, die sich hinter dem kleinen orangefarbenen Multicar aufgereiht hatten. Und erst dort wird es richtig eng in Richtung Zinnwald. Das Auto mit dem Blinklicht gehörte zu einer Reihe von Fahrzeugen, mit denen die Bürgerinitiative (BI) "Lebenswertes Erzgebirge" gestern gegen den Transitverkehr auf der Bundesstraße 170 ins Osterzgebirge protestierte. Die Organisatoren hatten sich eine Bummelfahrt ausgedacht, um auf die Zustände aufmerksam zu machen, die nach ihrer Ansicht auf der B170 spätestens dann eintreten, wenn ab Herbst der Anschluss der neuen Autobahn 17 bei Bannewitz an die Bundesstraße befahrbar ist.

"Wir haben uns das überlegt als bekannt wurde, das die Rollende Landstraße eingestellt werden soll", erklärte BI-Mitarbeiter Andreas Warschau gestern. Auch Brigitte Kaden aus Ulberndorf hatte sich dem Aufruf mit ihrem Auto angeschlossen. "Bei uns kann man nicht mehr einschlafen, bekommt kein Auge mehr zu", klagte die B170-Nachbarin.

Landrat Bernd Greif (CDU) war zu der Aktion nicht eingeladen, obwohl er sich nach eigenen Worten mittlerweile gern in die Reihen der Protestierenden einreiht. "Diese Aktion haben wir nicht angemeldet", begründete Warschau, weshalb der Landrat nicht Bescheid wusste. Greif will das Verkehrsproblem auf der Bundesstraße mit einem Maßnahmepaket angehen. "Die Rollende Landstraße (RoLa) muss es weiter geben, aber da ist auch ein Bundeszuschuss denkbar, denn das ist kein rein sächsisches Problem", schlägt er einen ersten Schritt vor. Dies sei ein Bundes- und EU-Problem, schließlich handele es sich um eine Europa- und Bundesstraße. Drei bis fünf Millionen Euro pro Jahr für die RoLa wünscht sich Greif aus Berlin, zusätzlich zu dem Geld aus Tschechien und Sachsen. So soll ein echter finanzieller Anreiz für die Speditionen entstehen, den Huckepack-Verkehr zu nutzen. Außerdem baut Greif auf die Öffnung des Grenzübergangs Reitzenhain für den Lkw-Verkehr. Und er plädiert dafür, die Hochwaldstraße zu öffnen. "Dann sind nur noch die Laster und der örtliche Verkehr auf der B170", nimmt Greif an, das würde schon etwas entlasten. Letzter Punkt seines Maßnahmepakets: "Wir brauchen mehr Polizei weil die Laster nicht nur die B170 nutzen, sondern auch Schleichwege über Dorfstraßen fahren."

Die Forderung, die Bundesstraße nachts zu sperren, findet Greif unrealistisch. "Für diese Straße ist der Bund zuständig", ist er überzeugt. Zwar könne das Landratsamt ein Nachtfahrverbot erlassen, aber für eine solche Regel brauche es einen "besonderen örtlichen und zeitlichen Anlass". Regierungspräsidium und Wirtschaftsministerium hätten der RoLa als Ausweichstrecke bei Sondierungsgesprächen eine Absage erteilt, die Stadt Dresden und der Landkreis Sächsische Schweiz lehnten eine Ballung von Gefahrguttransporten per RoLa ab. Greif hofft jetzt, dass die BI seine Vorschläge mitträgt.

Andreas Warschau sagte gestern vor der Aktion, die Hochwaldstraße zu öffnen, sei kein guter Vorschlag. Dann stieg er in das Multicar. Bis kurz vor Altenberg ging alles glatt, dort wurde er dann jedoch von einem aufgebrachten tschechischen Transporterfahrer angegriffen. Warschau blieb daraufhin nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen, die während der Fahrt nicht aufgetaucht war.

Christoph Springer, Dresdner Neueste Nachrichten 27. Mai 2004

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