Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Viel Lärm um die B 170 - Bürgerinitiative rechnet mit noch mehr Verkehr - Regierung erwartet «keine nennenswerte Mehrbelastung»

Dresden/Altenberg (ddp-lsc). Christine Höhnel schreckt hoch. Es ist vier Uhr morgens und lautes Hupen reißt sie aus dem Schlaf. Vor ihrem Fenster am Stadtrand von Altenberg hat wieder einmal ein Brummifahrer die Geduld verloren, weil sich ein Stau auf der Bundesstraße 170 nicht sofort auflöst. Aber es sei nicht nur der Lärm, von dem sie genug habe, sagt die 61-Jährige. Auch wegen des Gestanks sei es nicht unbedingt ratsam, das Fenster zu öffnen. Sie wohnt schon seit Jahren an der B 170. Doch erst seit im Januar 2001 die Grenzzollanlage Altenberg-Zinnwald eröffnet wurde, sei die Belastung durch den Transitverkehr nach Tschechien nahezu unerträglich geworden, sagt sie.

Nicht mehr auszuhalten ist es laut Höhnel für viele Anwohner der Fernstraße zwischen Dresden und Zinnwald aber seit einem Vierteljahr. Mit der EU-Erweiterung am 1. Mai hat sich die zollrechtliche Situation verändert. Lkw-Fracht müsse am Grenzübergang nicht mehr kontrolliert werden, bestätigt das Binnenzollamt. Der Wegfall der begrenzten Genehmigungen für den internationalen Lkw-Verkehr sowie die Vereinfachung der Personenkontrollen an den Grenzübergängen hätten ebenfalls die Fahrt auf der Straße beschleunigt, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Nun brausen bis zu 200 Kolosse stündlich durch Altenberg. Das Ministerium verweist auf die bis 2006 geplante Fertigstellung der Autobahn 17 von Dresden nach Prag. «Damit wird die B 170 deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet», sagt eine Ministeriumssprecherin. Sie geht auch davon aus, dass die Verkehrsfreigabe der Autobahnabschnitte von Dresden-Gorbitz bis Prohlis im Oktober diesen Jahres «keine nennenswerte Mehrbelastung» für die B 170 bedeuten werde.

Dem widerspricht die «Bürgerinitiative B 170», die bereits seit Jahren auf die Verkehrslage im Osterzgebirge aufmerksam macht. Die Belastung werde höher, denn die Erzgebirgsroute werde durch die Umgehung Dresdens für den Transitverkehr noch attraktiver, warnt Andreas Warschau von der Initiative. Die Lkw-Fahrer könnten ab Herbst über die dann fertige A 17-Teilstrecke schnell und problemlos auf die B 170 gelangen.

Warschau plädiert deshalb für die Verlagerung von Transporten auf die Schiene. Tatsächlich wurde die Erzgebirgspassage bis zum 19. Juni von der Rollenden Landstraße (RoLa) entlastet. Zehn Jahre verband sie den Güterbahnhof Dresden-Friedrichstadt mit der böhmischen Industriestadt Lovosice. Nach Angaben der Deutschen Bahn ging die Auslastung der RoLa nach dem 1. Mai jedoch stark zurück. Zeitweise sei nur ein Lkw transportiert worden. Der Zuschuss des Freistaates für einen einzelnen Lastwagen sei von rund 60 Euro vor der EU-Erweiterung auf rund 1090 Euro gestiegen, verteidigt das Wirtschaftministerium die mit der tschechischen Seite vereinbarte Abschaffung der RoLa.

Der Gütertransport auf der Straße ist für die Spediteure preiswerter als über die RoLa. 145 Euro habe der RoLa-Zug gekostet, rechnet Adeltraut Krumbiegel vor. Die Disponentin in einer Dresdner Spedition veranschlagt nun für das Benzin auf derselben Strecke 80 Euro.

Da die Deutsche Bahn nur Dienstleister für den Freistaat war, sieht sie das Thema RoLa als erledigt an. Nach Unternehmensangaben wird zwar an neuen Konzepten zur Ausweitung des Containertransportes für Europa gearbeitet. Für Übergangslösungen wie einen kombinierten Straßen-Schienen-Verkehr sei jedoch das Land gefordert. Das Wirtschaftsministerium will eine Studie dazu im August vorlegen.

Warschau, zugleich Landesvorstandsmitglied der Grünen, macht sich indes keine Illusionen über den Verkehr auf der B 170. Die Speditionen werden nach seiner Prognose versuchen, die bei Fertigstellung der A 17 sicher fälligen Mautgebühren zu umgehen.

ddp, 30. Juli 2004 ,von http://de.news.yahoo.com/040730/336/452eu.html

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