Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Die Lkws rollen weiter

Verbitterte Kämpfe zum Schwerlastverkehr auf der B 170 / Lösung nicht in Sicht

Der zunehmende Straßenverkehr im Weißeritzkreis hat die Menschen das ganze Jahr über beschäftigt wie kein anderes Thema. Insbesondere die Belastungen durch die Transit-Lkws auf der B 170 führten zu heftigen Debatten. Doch eine Lösung des Problems ist noch immer nicht in Sicht.

Mandy Schaks

Zum Ende des Jahres konnte der Dresdner Straßenbauamtschef Dietmar Pietsch wenigstens eine gute Nachricht verkünden: Alle Baustellenampeln auf der B 170 sind weg, es gibt 16 Monate nach der Flut wieder freie Fahrt auf der wichtigsten Verkehrsader im Weißeritzkreis. Doch die Probleme sind damit nicht zu Ende. Zum einen gehen die Bauarbeiten 2004 weiter, zumindest in Schmiedeberg etwa ab der Gießerei bis zum Ortsausgang. Was hingegen mit der Kellerkurve in Obercarsdorf wird und der Engstelle in Kipsdorf, ist noch offen. Dafür steht bislang kein Geld zur Verfügung. Zum anderen ist mit einem weiteren Anstieg des Schwerlastverkehrs zu rechnen.

Bürger wie Politiker sind sich seit langem einig: So kann es nicht weiter gehen. Nur über das Wie finden sie nicht zusammen. Aus Sicht der Bürgerinitiativen sei der Bau der A 17 von Dresden nach Prag schon ein Zugeständnis gewesen. Sobald die Autobahn fertig ist, müssen die Transit-Lkws auch gezwungen werden, die B 170 nicht mehr zu nutzen und auf die A 17 auszuweichen, fordern sie. Zudem soll das Schienennetz weiter ausgebaut werden. Auf keinen Fall wollen sie neue Straßen, weil diese immer mehr Verkehr anziehen, wie die Vergangenheit zeigte. Geht es nach dem Willen der Bürgerinitiativen, sollen durch das Osterzgebirge überhaupt keine Transit-Lkws mehr rollen, weil die Verkehrsbelastungen die Lebensqualität beeinträchtigen und zudem den Erwerbszweig Tourismus kaputt machen.

Politiker indes halten diese Forderungen für überzogen und illusorisch. Deshalb wollten sie die Chance beim Schopfe packen, die ihnen die August-Flut vor die Füße spülte. Auch die B 170 war durch die Wassermassen schwer beschädigt worden, so dass das obere Kreisgebiet in den Katastrophentagen von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten war. Grund genug, den Verkehrsweg nicht nur wieder aufzubauen, sondern bei der Bundesregierung gleich eine Alternativtrasse für den Hochwasserschutz anzumahnen. Eine neue Linie war auch rasch gefunden, die über die Höhenrücken von Oberfrauendorf über die Hochwaldstraße nach Oberbärenburg führen sollte.

Die Bürgerinitiative „B 170" im Tal der Roten Weißeritz klatschte über diese Idee jedoch nicht in die Hände, sondern bekam Unterstützung durch die neue Bürgerinitiative „Lebenswertes Erzgebirge – Heimat erhalten", Umweltschützer, Grünen- und SPD-Politiker.

Die sächsische Staatsregierung wartete indes wochenlang auf ein klares Signal aus dem Weißeritzkreis, was nun gewollt ist. Der Kreistag wiederum wartete auf klare Aussagen aus Dresden. Im Juli schließlich rang sich der Kreistag zu der neuen Trasse durch. Zu spät: Am gleichen Tag beschloss die Bundesregierung den Bundesverkehrswegeplan, und der neuen B 170 wird darin ein hohes ökologisches Risiko bescheinigt. Das heißt, vor 2015 passiert überhaupt nichts.

Die Bürgerinitiativen verbuchten diese Entscheidung als Erfolg und kämpfen weiter gegen den Schwerlastverkehr im Osterzgebirge. Landrat Bernd Greif (CDU) ist enttäuscht: „Die Bürgerinitiativen haben das eine verhindert und das andere nicht geändert." Die Transit-Lkws rollen weiter über die B 170.

Die Brücke in der Kellerkurve Obercarsdorf muss neu gebaut werden. Schon vor der Flut war das klar, beim Hochwasser bekam sie einen zusätzlichen Treffer. Doch nun fehlt das Geld.Bis zum Schluss wurde gegen den Schwerlastverkehr auf der B 170 protestiert. Die letzte Demo im Jahr 2003 gab es Mitte Dezember, als etwa 50 Bürger in Altenberg die Fahrbahn blockierten

Sächsische Zeitung, 29. Dezemer 2003

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