Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Geschichte und Geschichten, Neuigkeiten und Bekanntschaften - darum geht es alle zwei Wochen, wenn die SZ zum Ortstermin im Weißeritzkreis unterwegs ist. Diesmal sah sich SZ-Mitarbeiter Tilo Harder in Rippien, einem Ortsteil von Bannewitz, um.

Das Dröhnen der Brummis macht mürbe

Starker Verkehr ist Rippiens größtes Problem / Öffentliches Leben findet kaum statt

Rippien ist ein Durchfahrtsort. Darunter leiden die Einwohner. Wenn die Autobahn fertig ist, wird es noch schlimmer, befürchten sie. Der Ort schmiegt sich an den Südhang des Gohligs. Von oben hat man einen herrlichen Blick über das Elbtal. Große alte Bauernhöfe liegen um den Dorfplatz. Etwas weiter entfernt stehen kleinere Häuser, die früher von Bergarbeiterfamilien bewohnt wurden. Eintönige Eigenheim- und Reihenhaussiedlungen findet man nicht. Schnell ist man in der Landeshauptstadt, ebenso schnell im Erzgebirge oder der Sächsischen Schweiz.

Glückliche Leute wohnen hier, wäre zu vermuten. Doch wie nach einem Stich ins Wespennest umkreisen die immer wieder gleichen Klagen den Fragenden. "Der Verkehr dröhnt rund um die Uhr", stöhnt Peter Freitag. Die stark befahrene Querverbindung von der B 170 zum Südosten von Dresden geht an seinem Haus vorbei. Häufig begegnen sich Schwerlaster auf der engen Straße. "Bei uns wird ständig die Warnbake umgefahren", schimpft Armin Bellmann. Auch der Fußweg sei schon kaputt. "Man kann sich hier keine Katze halten, die lebt nicht länger als vier Wochen." Auch in ihrem Geschäft sei der Verkehr Thema Nummer Eins, berichtet Friseurin Beate Scholz.

Auf die durch die Belastung entstehende miese Stimmung schiebt Bellmann auch, dass in Rippien selbst nicht mehr viel los ist. "Kulturell läuft gar nichts." Tatsächlich sind die Senioren die einzigen, die sich regelmäßig treffen oder gemeinsame Fahrten unternehmen. Erika Schöne aus Hänichen hält hier die Fäden zusammen. Und so ist der Treffpunkt in der Sozialstation der einzige öffentliche Raum in Rippien.

"Dabei gab es alles", sagt Ortschaftsrat Christian Stephan und zählt auf: "Drei Fleischer, zwei Bäcker, zwei Lebensmittelläden, drei Gaststätten." Nichts davon existiert mehr. Konrad Lux, der seit 45 Jahren eine Baumschule in Rippien betreibt, meint dazu: "Mit den Großmärkten geht die Verkaufskultur zu Grunde." Wenigstens die Busverbindungen sind gut, so dass unmotorisierte Einwohner in die umliegenden Dörfer zum Einkaufen fahren können.

Es gibt nicht einmal ein Dorffest in Rippien. "Etwas Neues aufzubauen, ist schwer", sagt Mario Tippenhauer. "Die Initiative muss von den Leuten kommen." Doch der Ortschaftsrat hat noch Hoffnung.

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 15.07.2003

 

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