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"Gillos Verkehrspolitik stinkt uns"

Tschechische Brummis rollen seit gestern wieder auf der B 170/ Etwa 30 Demonstranten blockierten die Straße

Von MandySchaks
Es gießt wie aus Kannen. In Dippoldiswalde an der Ampelkreuzung auf der Glashütter Straße drängen sich gestern Passanten unter die Schirme. So viele Menschen in Dipps? Mittags? Bei diesem Mistwetter? Plötzlich rennen um die 30 Leute los, mitten auf die B 170- Sie rollen Spruchbänder aus. Andere scheren sich nicht um den Regen, stürzen auf eine benachbarte Wiese und ernten wie wild Bäume in Blumentöpfen. Das Grün pflanzen sie geschwind auf den grauen, nassen Asphalt. Weiß-rote Absperrbänder werden blitzschnell über die Straße gezogen. Autofahrer wissen überhaupt nicht, wie ihnen geschieht, als vor ihrer Nase mitten auf der Kreuzung auch noch eine Ladung Mist von einem Anhänger fällt. Wer immer noch nicht begreift, was hier vor sich geht, dem hilft ein Transparent auf die Sprünge. Flugs wird es über die Straße gespannt, passend zur miefigen, "verlorenen" Fracht: "Gillos Verkehrspolitik stinkt zum Himmel". Seit gestern dürfen wieder Transit-Lkws aus Tschechien über die B 170 rollen.
Die Ampeln zeigen den Fahrern längst wieder grün. Doch nur die aus Richtung Innenstadt können Gas geben. Der Verkehr von Altenberg und von Elend steht. Die B 170 ist blockiert. Mit klatschnassen Haaren stehen die Demonstranten wie angenagelt auf der Straße, taub auf allen Ohren. Das Hupen nervöser Autofahrer scheint sie nicht zu beeindrucken. Im Nu bildet sich eine Blechlawine- Die ersten Fahrer versuchen zu wenden. Manche rennen auf die Straße, wollen nicht glauben, was sie sehen. "Ich muss Mittagessen ausliefern", sagt eine Frau aufgeregt. "Was mache ich jetzt?" Nach kurzem Überlegen findet sie die Antwort selbst, reißt die Autotür auf und ruft schon wieder ganz entspannt ihrem Mitfahrer zu: "Mein Herz, wir fahren zurück, durch die Stadt und dann oben raus."
Auch Mitarbeiter von einem Pflegedienst treten von einem Bein auf das andere. "Die Patienten warten", sagen sie. Eine andere Frau läuft mit den Wagenschlüsseln auf und ab. "Ich komme vom Arzt, habe ein Rezept für meine Mutter, ich muss schnell nach Hause und sie versorgen." Doch wütend ist auch sie nicht: "Ich verstehe die Leute, das ist schon in Ordnung, wenn ich nur vorher von der Aktion gewusst hätte ..."
Schon rollt der erste Streifenwagen an. Zwei Polizistinnen steigen aus und gehen auf die Demonstranten zu. "Wir wollen die Lkws auch nicht", sagt eine der beiden. "Aber Sie dürfen doch nicht einfach die Bundesstraße sperren. Das ist nicht genehmigt." Plötzlich schrillt ei Martinshorn auf. Ein Rettungswagen steht vor der Blockade. Einige Demonstranten reißen schnell die Absperrbänder herunter. Der Wagen hat freie Fahrt. Die Polizistinnen reden mit Engelszungen. Wenn die Demonstranten nicht aufgeben, lassen sie übermitteln, muss jeder Einzelne von ihnen mit einer Anzeige rechnen.
Die Akteure kennen ihre Grenzen. Mit stoischer Ruhe bauen sie ihre Barrikaden ab. Friedlich löst sich die Protestschar auf. Nach etwa 15 Minuten rollt wieder der Verkehr kehr - auch mit Transit-Lkw Selbst Gefahrguttransporte dürfen wieder über die noch immer kaputte Straße. Das ist "unverschämt und Menschen verachtend", sagt Holger Flegel von der Bürgerinitiative B 170.

Sächsische Zeitung 2. Juli 2003

Aktion Dipps
Fotos: SZ Kamprath
Aktion Dipps

 

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