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Bannewitz und Altenberg stehen im Regen

Mit neuer B 170 ersticken beide Orte im Verkehr / Lösungen bislang nur versprochen
Von Mandy Schaks

Am 2. Juli wollen die Kreisräte nun endlich darüber entscheiden, ob eine neue B 170 gebaut werden soll. Während Kreispolitiker sich für die Lösung offenbar mehr und mehr erwärmen, schreiben andere das Straßenbauprojekt schon ab.

Die Stimmung ist nach wie vor gespalten: Soll die neue Trasse zwischen Dippoldiswalde und Altenberg gebaut werden oder nicht? Angesichts der vorzeitigen Freigabe der B 170 für Transit-Lkws aus Tschechien am 1. Juli scheint aber das Meinungsbild zugunsten des Straßenbauprojektes zu kippen. Die Sorge treibt Bürger aus dem Weißeritztal genauso wie Kommunalpolitiker um, das alte Elend geht ab Dienstag von vorn los: Staus, Unfälle, Lärm und Gestank.

Bürgermeister fühlen sich übergangen

Selbst auf den Oppositionsbänken im Kreistag wird man da unruhig und will die Menschen nicht mit ihren Problemen sitzen lassen. Eine neue Trasse, so ist zu hören, klinge plausibel. Vor allem weil eine großräumige Entlastung vom Durchgangsverkehr zwischen Bannewitz und Altenberg im Gespräch ist.

Aus beiden Orten kamen Proteste, weil die Bewohner befürchteten, künftig mit Lkws restlos zugestopft zu werden. Während zwischen Dippoldiswalde und Oberbärenburg mit einer neuen Trasse die B 170 vom Schwerlastverkehr entlastet werden könnte, würden ihre beiden Orte zum Nadelöhr. Deshalb wurde hinter den Kulissen an einer Lösung gearbeitet. „In einer Beratung am 28. Mai wurde uns eine Ortsumgehung in Aussicht gestellt“, sagt der Bürgermeister von Bannewitz Christian Zeibig (parteilos). Richtig vorstellen kann sich das der Ortschef zwar nicht. Aber er hat Verantwortung für seine Leute und will alles prüfen, was ihnen das Leben mit dieser verflixten B 170 erleichtern könnte. „Uns wurde versprochen, dass uns die Pläne ganz schnell vorgestellt werden. Doch geschehen ist immer noch nichts.“

Zeibig war nicht untätig und fragte im Wirtschaftsministerium nach. „Es hieß, es soll noch einen Termin geben, aber ich habe eine böse Ahnung. . .“ Denn der Bannewitzer Bürgermeister hat auch noch im Ohr, dass die B 170 erst am 1. September wieder für Transit-Lkws frei gegeben werden sollte. Diese Hoffnung löste sich nun schon in Luft auf. „Ich fühle mich regelrecht veralbert und bin absolut enttäuscht“, so Zeibig, „weil sich das Wirtschaftsministerium einfach über die Meinung der Bürger hinweg setzt.“

Auch Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) weiß nicht mehr, „ob man den Vereinbarungen mit dem Wirtschaftsministerium noch vertrauen kann“. Alle, die sich mit der leidigen Verkehrssituation auseinandergesetzt hätten, seien sich im Mai einig gewesen, dass jetzt im Juli noch keine Transit-Fahrer über die kaputte Straße geschickt werden dürfen. „Doch dann kommt Wirtschaftsminister Gillo und stellt alles wieder auf den Kopf.“ Kirsten besteht auf einem schlüssigen Verkehrskonzept für den Weißeritzkreis, und das sieht er derzeit noch nicht. Wenn mit der neuen B 170 nicht zugleich eine Entlastung für Bannewitz und Altenberg käme, bliebe alles Stückwerk. „Für Teillösungen bin ich aber nicht mehr zu haben, wir wollen für unsere Ortsumfahrungen die Dringlichkeit im Bundesverkehrswegeplan“, stellt Kirsten klar, der zugleich Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag ist.

Entscheidung des Kreistages überflüssig?

Geht es nach Peter Hettlich, der für die sächsischen Grünen im Bundestag sitzt, braucht der Kreistag am Mittwoch über die neue B 170 gar nicht mehr zu diskutieren. Für den Verkehrsexperten sind die Messen gelesen. Der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes werde wahrscheinlich am selben Tag vom Kabinett beschlossen. Seiner Ansicht nach sei so gut wie sicher, dass die neue Trasse „mit Mitteln des Bundes bis 2015 nicht das Licht dieser Welt erblickt“. Zu hoch seien die Hürden. Ob der Kreistag nun dazu noch entscheidet oder nicht, habe die gleiche Wirkung, „wie wenn ein Sack Reis in China umkippt“, verglich er salopp. „Der Bundesverkehrswegeplan wird dann nicht noch einmal aufgedröselt.“

Kreistag, 2. Juli, ab 17 Uhr im Landratsamt Dippoldiswalde, Haus 2

Sächsische Zeitung, Freitag, 27. Juni 2003

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