Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Mehr als 100 Menschen demonstrieren in Altenberg

Vereinte Bürgerinitiative „B 170“ und „Lebenswertes Erzgebirge“ veranstalteten Aktionswochenende zur Bundesstraße 170

Altenberg. Gegen die unhaltbaren Zustände an der Bundesstraße 170 demonstrierten Samstagvormittag in Altenberg mehr als 100 Menschen. Aufgerufen hatten dazu die beiden Bürgerinitiativen „B 170“ und „Lebenswertes Erzgebirge“. Sie schlossen sich zusammen, um für eine erträgliche Verkehrslösung zu kämpfen.

An der Demonstration beteiligten sich auch Tschechen. So war der stellvertretende Bürgermeister von Dubí, Pavel Pernekr, gekommen. Er setzt sich mit Dubís Bürgermeisterin Ilona Smítková für ein Lkw-Verbot auf der tschechischen E 55 ein. „Ich habe nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet“, freute sich Holger Flegel, Sprecher der Bürgerinitiative.

Erst am Abend zuvor waren rund 50 Menschen dem Ruf der Bürgerinitiative gefolgt, um die Verkehrssituation zu diskutieren. Zunächst erklärte Flegel einige Forderungen der Initiative. Dazu zählen das Verlagern der Gefahrguttransporte auf die Schiene und die Rückstufung der B 170 sowie deren Sperrung für den überregionalen Transitverkehr nach Inbetriebnahme der A 17. „Zudem wollen wir, dass die B 170 erst nach ihrer vollständigen Sanierung für den Transit-Schwerverkehr geöffnet wird.“ Dabei sagte Flegel, dass einigen Leuten im Dresdner Straßenbauamt die zum 1. Juli angekündigte Öffnung der B 170 Bauchschmerzen bereite. „Sie gehen davon aus, dass dort auch 2004 noch gebaut wird“, ergänzte er.

Zu den Diskussions-Teilnehmern zählten auch Ilona Smítková, ihre Stellvertreter und der Pressesprecher der Stadt Dubí. „Wir möchten betonen, dass unsere Vorstellungen von der Zukunft des Lkw-Verkehrs am Grenzübergang Zinnwald sich mit denen der deutschen Bürgerinitiative decken“, sagte Dubís Pressesprecher Jindrich Pech. Auch auf der tschechischen Seite regt sich Widerstand gegen die Öffnung der Trasse für Lkws. So hat eine tschechische Bürgerinitiative bereits 1 200 Unterschriften gegen Lkw-Verkehr auf der E 55 gesammelt. „Außerdem ist auf unserer Seite die E 55 durch das Hochwasser unterspült und die Reparaturen werden bis 1. Juli auf keinen Fall abgeschlossen sein. Es wäre bei uns nur möglich, eine Spur für Lkw zu öffnen“, erklärte Smítková. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es den Tschechen gelingen könnte, die angekündigte Öffnung der B 170 für den Lkw-Verkehr zu verhindern.

Jens Weber, Geschäftsführer der Grünen Liga, warnte davor, zu viele Hoffnungen in die A 17 zu stecken: „Die Autobahn wird mehr Verkehr ins Osterzgebirge ziehen, als sie bewältigen kann.“ Und eine Umgehung für Altenberg werde es bis 2015 auf keinen Fall geben, sagte Flegel. Die hatten die Stadträte der Bergstadt unter anderem gefordert.

Gunther Kaden von der Projektgesellschaft Altenberg schlug vor, sich für grenzüberschreitende Gewerbegebiete mit ausschließlich regionalem Transitverkehr stark zu machen. Auch Eberhard Pohl aus Bannewitz will die B 170 umfunktionieren, „zur Lebensader für die Region, für Erholungssuchende und Gewerbetreibende“. Auf jener Ebene müsse eine Lösung gefunden werden. Dietrich Papsch vom Altenberger Energie-Tisch wies zudem darauf hin, dass 70 Prozent der Lkw-Transporte unnötig seien und Züge weniger Unfälle verursachten als Brummis. Dem schloss sich auch Heike Franke aus Geising an: „Oberstes Ziel muss es sein, die rollende Landstraße nach Fertigstellen der A 17 zu erhalten.“

Ein Dippser kritisierte, dass bis auf Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten und Stadträtin Sabine Schilka keine Politiker gekommen waren. „Vom Kreisverkehrsausschuss müsste doch jemand hier sein“, sagte er. Holger Flegel erklärte, Landrat Bernd Greif erteile ihm regelmäßig eine Absage, weil er noch keine Daten habe. „Ich nenne das Arbeitsverweigerung“, sagte er.

Samstagnachmittag analysierten 20 Interessierten bei einem Workshop die mögliche Verkehrsentwicklung nach Inbetriebnahme der A 17. Sie begannen mit Fachleuten ein Verkehrskonzept für die Region zu entwickeln. Flegel sagte: „Wir machen, wofür Politiker normalerweise viel Geld kriegen.“ (SZ/bbr)

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 14.04.2003

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