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Altenberger Stadträte fordern Ortsumgehung zur B 170

Die neue Bundesstraße 170 sei nur der Anfang zur Verkehrsentlastung / Weitere Maßnahmen müssten folgen
Von Barbara Breuer

Als der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt im März den Kreis besuchte, war auch die neue B 170 ein Thema. Der Politiker forderte eine klare Entscheidung der Stadt- und Gemeinde-Parlamente zur geplanten neuen Trasse. Auf Antrag der PDS-Fraktion positionierten sich die Altenberger Stadträte Montagabend zu einer Verkehrsentlastung durch die neue B 170, die jedoch weitere Maßnahmen nach sich ziehen muss.

Der sächsische Ministerpräsident wollte unlängst wissen, ob die gewählten Vertreter der Städte und Gemeinden im Weißeritzkreis eine neue Bundesstraße für erforderlich erachten oder nicht. Während ihrer jüngsten Sitzung am Montagabend entschieden die Altenberger Stadträte, dass aus ihrer Sicht die vorgesehene Teilentlastung im Altenberger Gemeindegebiet bis zum Abzweig Oberbärenburg nur ein erster Bauabschnitt sein könne.

Der Grund dafür: Diese Ortsumgehung bringt für die Altenberger keine Entlastung, da der Verkehr weiterhin mitten durch die Stadt rauschen würde. Der Bau der neuen B 170 stellt deswegen nach Meinung der Stadträte nur den Anfang zur grundsätzlichen Lösung des Verkehrsproblems dar. „Ich finde, dass die ganze Trasse zur Verkehrsentlastung des Weißeritzkreises gebaut werden sollte, denn die A 17 wird nicht den ganzen Verkehr aufnehmen“, erklärte Stadtrat Peter Müller (Freie Wähler). Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) pflichtete ihm bei: „Damit wir in Kipsdorf, Ulberndorf und Schmiedeberg überleben können, müssen wir dann auch mal ein paar Hektar Wald opfern.“ Sollte dies im Erzgebirge nicht möglich sein, müsse über die ursprüngliche Alternativroute von Freiberg Richtung Böhmen erneut nachgedacht werden, ergänzte er.

Die Mitglieder des Stadtrates einigten sich auf grundlegende Forderungen, die sie nun an Vertreter von Kreis, Land und Bund schicken wollen. „Ich glaube, dass wir fraktionsübergreifend der Meinung sind, dass die Verkehrsbelastung durch den grenzüberschreitenden Schwerlastverkehr unzumutbar ist“, sagte Kirsten. Aus diesem Grund soll die B 170 erst nachdem die Hochwasserschäden an Bachläufen, Straßen oder Brücken komplett beseitigt sind, wieder für grenzüberschreitende Schwerlasttransporte geöffnet werden.

Zudem verlangen die Stadträte, dass die Hochwaldstraße für den Pkw-Verkehr geöffnet und Straßenbaumaßnahmen an dieser Alternativroute bis nach Dipps erst nach Ende der Bauarbeiten an der B 170 durchgeführt werden. Dies stoße jedoch auf massiven Widerstand bei den Forstleuten. „Sie befürchten, dass ihnen ihre schöne, neue Straße wieder kaputt gemacht wird“, erklärte Kirsten. Sollte dies eintreffen, müsse die Hochwaldstraße eben wieder repariert werden, sagte der Bürgermeister.

Wegen der schmalen Ortsdurchfahrten sollen nach dem Willen der Stadträte Gefahrguttransporte die B 170 grundsätzlich nicht mehr befahren: „Bis zur Fertigstellung der A 17 müssen weitere Grenzübergänge für den grenzüberschreitenden Schwerlastverkehr geöffnet bleiben, damit sich die Verkehrsströme aufteilen.“ Denn durch die EU-Osterweiterung im Mai 2004 werde es zu einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen beim Schwerlastverkehr zwischen Böhmen und Sachsen kommen. „Und dafür brauchen wir Ortsumgehungen von Zinnwald-Georgenfeld bis nach Kipsdorf“, fordern die Stadträte. „Wir benötigen für das gesamte Gemeindegebiet eine Ortsumgehung, sonst ersticken wir hier in den nächsten zehn Jahren am Verkehr“, sagte Kirsten.

Als Alternative zur Umgehung würden die Stadträte auch eine Tonnagebegrenzung auf der B 170 nach Fertigstellung der A 17 akzeptieren. Auch den Erhalt der „Rollenden Landstraße“ bis zur Fertigstellung der A 17 sowie den dazugehörigen Ausbau des Schienennetzes mit entsprechender Infrastruktur bitten die Stadträte zu unterstützen. Sie forderten zudem entlang der B 170 Rad- und Fußwege. Diese sollen innerhalb der Ortschaften mit einem Bordstein von der Fahrbahn getrennt werden.

Sächsische Zeitung, Mittwoch, 9. April 2003

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