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Umgehungsstrecke ist nur die zweite Wahl

Ulberndorfer Ortschaftsrat verabschiedet Willensbekundung zur B 170
Von Regine Schlesinger

Bei den Ulberndorfern wächst die Sorge vor dem Tag, an dem der Transitverkehr wieder durch den Ort rollt. Sie wollen diesem Tag nicht völlig tatenlos entgegen sehen. In einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung diskutierten rund 30 Einwohner am Donnerstag einen Katalog mit ihren wichtigsten Forderungen.

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass es ab Anfang Juli ernst werden könnte mit der Rückkehr der Transitlaster auf die B 170. Dann wird es für Ulberndorf wieder genau so schlimm wie vor der Flutkatastrophe, wenn nicht noch schlimmer. Denn damals bestand wenigstens Hoffnung, dass ab diesem Jahr die Straße im Ort neu gebaut wird, Fuß- und Radweg sowie eine Ampelanlage kommen. Doch das Projekt liegt auf Eis, so lange keine Entscheidung zur B 170 gefallen ist. In diesem Jahr rücken die Bauleute nur zum Stützmauerbau an, gab der Ortschaftsratsvorsitzende Volker Hegewald eine Auskunft des Straßenbauamtes weiter.

Anders als die ebenso vom Krach und Abgasgestank betroffenen Schmiedeberger können sich die Ulberndorfer aber nicht zu einem klaren Ja zum Bau einer Umgehungsstrecke für die B 170 durchringen. Der Ortschaftsrat hatte eine Stellungnahme vorbereitet, in der ein Neubau nur für den Fall gefordert wird, dass die Autobahn Dresden-Prag nicht die erhoffte Entlastung bringt. „Wir wollen nicht auf Teufel komm raus eine neue Straße“, bekräftigte Volker Hegewald.

Wie die Debatte zeigte, sehen das nicht alle Ulberndorfer so. Manch einem schwant, dass die Umgehung die letzte Chance sein könnte, die ungeliebten Laster los zu werden. „Wenn wir diese Alternative verpassen, ist es vorbei. Dann heißt es, ihr wolltet ja nicht“, warnte einer. Doch andere bauen lieber auf die A 17 und fordern, sie von der Maut zu befreien, damit kein Fahrer einen Grund hat, seinen Lkw doch wieder durchs enge Tal der Roten Weißeritz zu bugsieren. Nachtfahrverbot, Rückbau der Grenzzollanlage, Tonnagebegrenzung, gar kein Transitverkehr im Kreis – viele Forderungen schwirrten durch den Saal der Frankenmühle. „Für was stimmt ihr denn nun? Entweder wir schließen uns den Schmiedebergern an oder sonst wird es Brühe“ riss dem Ulberndorfer Wolfgang Bachmann schließlich der Geduldsfaden. Auch Bürgermeister Horst Bellmann mahnte, es sei wichtig, dass die Kommunen im Tal die gleiche Sprache sprechen, wenn sie etwas erreichen wollen.

Doch es bleibt dabei, für Ulberndorf ist eine Umgehungsstrecke nur die zweite Wahl. So steht es in der Willensbekundung, für die jetzt im Ort Unterschriften gesammelt werden sollen. Volker Hegewald hofft, dass es gelingt, einen Termin beim Wirtschaftsministerium zu bekommen, um Willensbekundung und Unterschriften gleich an den richtigen Mann zu bringen.

Das fordert Ulberndorf:

Keine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Verkehrs bis zur Beseitigung der Hochwasserschäden und der Schaffung ausreichender Verkehrsverhältnisse innerhalb des Ortes. (Dazu gehören ein durchgehender Fuß- und Radweg sowie dessen Anbindung an die Kernstadt, der Bau einer Lichtsignalanlage sowie die Verringerung bestehender und zu erwartender Umweltbeeinträchtigungen.)

Untersuchung der ökonomisch und ökologisch vertretbaren Alternativen zum Schutz der Gesundheit und der Lebensqualität der Bewohner des Weißeritzkreises, insbesondere der Ulberndorfer durch die Reduzierung bzw. Verlagerung des Transitverkehrs; rasche Fertigstellung der A 17, Rückstufung der B 170; Planung und Bau einer neuer Trasse, wenn die Rückstufung der B 170 und die zwangsweise Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die A 17 nicht möglich sind.

Sächsische Zeitung, Samstag, 8. März 2003

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