Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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„Sie sind die Experten“

Verkehrsfachmann ermutigt Bürger, sich nicht hineinreden zu lassen und Entlastung auf der B 170 einzufordern
Von Mandy Schaks

Die B 170 erregt weiter die Gemüter. Der PDS-Landtagsabgeordnete Falk Neubert aus dem Weißeritzkreis initiierte eine Gesprächsrunde zum Verkehr am Mittwochabend im Dippoldiswalder Heidehof. Etwa 40 Zuhörer verfolgten Fachvorträge und mischten sich in die Debatte ein.

„Wir haben uns schon vor der Flut an die Fachpolitiker der Landtagsfraktionen von SPD und CDU gewandt, um eine fraktionsübergreifende parlamentarische Initiative zu starten, damit die Verkehrsprobleme auf der B 170 gelöst werden“, sagte Katja Kipping, Sprecherin für Verkehr der PDS-Landtagsfraktion. Doch bis heute gebe es dazu keine Antwort. Ihre Vorschläge, wie die Anwohner der B 170 zwischen Zinnwald und Dresden entlastet werden könnten, decken sich weitestgehend mit den Forderungen der beiden Bürgerinitiativen im Weißeritzkreis, die gegen den Transit-Schwerlastverkehr kämpfen. Da die PDS inzwischen weiß, dass ihre Stimme nur schwer Gehör findet, holte sie zum Forum einen Verkehrsexperten von der Fakultät Verkehrswissenschaften der TU Dresden.

Prof. Dr. Udo Becker hielt nicht einfach einen Vortrag und dozierte über Verkehr und seine Belastung. Er nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise und regte die Hirnzellen an, mitzudenken und selbst mitzudrehen am Rad der Geschichte. Konkretes, das sagte er auch rund heraus, zu einer neuen geplanten Alternativtrasse zur jetzigen B 170 kenne er nicht. „Ich habe dazu noch nie einen Plan auf meinem Schreibtisch gehabt“, sagte er. Und fügte sogleich hinzu: „Wer liest, eine B 170 soll über die Höhenlage führen, dem sträuben sich alle Nackenhaare.“ Die Belastungen für Menschen, Pflanzen und Tiere seien zu hoch. „Man kann so einem Projekt nicht guten Gewissens zustimmen.“ Verkehrsplanungen würden nur statisch betrachtet, die dynamische Entwicklung falle immer weg. Als Beispiel nannte er die lange und heiße Diskussion um die A 17. Die Staatsregierung habe stets gesagt, wenn die Autobahn kommt, sind alle Probleme gelöst. „Zehn Jahre lang wurde nicht die Wahrheit gesagt“, erhob Becker Vorwürfe. Jetzt gebe es das Eingeständnis, dass die A 17 nicht allen Verkehr aufnehmen kann. Und statt das Problem von Grund auf zu lösen, kommt nun der Ruf nach einer neuen Straße, einer neuen B 170 zwischen Dippoldiswalde und Waldbärenburg, und wenn die nicht mehr reicht, nach der nächsten.

Becker riet den Zuhörern, sich von niemandem hineinreden zu lassen. Die Bürger selbst seien die Experten, sie wüssten am ehesten, wie die Welt aussehen soll, wie sie im Osterzgebirge leben wollen. Und er machte den Bürgern Mut, mühsam die 1 000 kleinen Schritte selbst zu gehen. „Denn die Situation ist mit einem Neubau nicht zu lösen.“

Er empfahl, entlastende Maßnahmen zusammenzutragen und einzufordern – Gefahrguttransporte auf die rollende Landstraße, Lkw-Maut für die B 170, Nachtfahrverbot, Radwege, Engpässe auf der Straße nicht wegzubauen, sondern zu behalten. . . Die Bürger forderten die Politiker im Saal auf, darunter der Dippser Bürgermeister Horst Bellmann und Freitals Baubürgermeister Ulrich Kretzschmar, sie zu unterstützen. Becker bot an, mit seinen Experten dem Kreistag beratend zur Seite zu stehen.

Sächsische Zeitung, Freitag, 28. Februar 2003

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