Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

Gästebuch | Forum | Kontakt | Impressum
Presse 2005 | Presse 2004 | Presse 2003 | Presse 2002
aktuelle Aktionen | Aktionen der Vergangenheit | Tour de Natur |
Bürgerinitiative | Bündnis 90/Die Grünen | SPD | PDS | CDU | andere |
Briefe von Bürgern/Initiativen | Briefe von Parteien | Antworten |
0

 

Nahziel: Schwerlaster aus dem Tal

Gut besuchte Diskussion der Bürgerinitiativen zur B 170 / Befürchtungen, dass ab Mai die Transiter wieder rollen
Von Franz Herz

Genau das hatte die Diskussionsveranstaltung am Freitagabend über die B 170 und die Neubaupläne nach dem Willen der veranstaltenden Bürgerinitiativen nicht werden sollen: Eine Runde, in der die Bürgerinitiativen und ihre Anhänger mehr oder weniger unter sich waren. Das reichte immer noch, um den Saal in der Ulberndorfer „Frankenmühle“ mit rund 200 Besuchern zu überfüllen. Aber weder das sächsische Wirtschaftsministerium, das einen Neubau der B 170 auf der Höhe befürwortet, noch das sächsische Landwirtschafts- und Umweltministerium, welches das skeptisch sieht, noch das Landratsamt Weißeritzkreis hatten einen Vertreter geschickt. Dennoch gab es interessante Informationen. Nur konnten die an dem Abend nicht von den zuständigen Fachleuten widerlegt oder bestätigt werden.

A 17 fertig vor dem B170-Neubau

Im Mai soll der Schwerverkehr wieder auf der B 170 rollen. Diese Information brachte Holger Flegel, ein Vertreter der Bürgerinitiative „Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten“ von einem Gespräch mit Landrat Bernd Greif mit.

Peter Hettlich, Grünen-Bundestagsabgeordneter, berichtete, wie aus seiner Kenntnis der Neubau der B 170 ablaufen müsste. Der sei in dem zuletzt diskutierten Bundesverkehrswegeplan nicht enthalten. Er fragte: „Wie kann es sein, dass so ein Projekt von heute auf morgen auftaucht?“ Er bezweifelte auch, dass die geschätzten Baukosten realistisch sind. Seiner Einschätzung nach wird die B 170 neu über die Höhen nicht vor 2008, 2009 gebaut werden können. „Vorher werden wir definitiv die A 17 haben.“

An dem Abend zeigte sich auch die schwierige Situation der Bürgerinitiativen (BI). Die „BI B 170“ richtet sich gegen den Schwerlastverkehr auf der bisherigen B 170. Sie entstand, als nach dem Neubau der Grenzzollanlage der Schwerverkehr immer mehr zunahm und die Anwohner belastete. Sie war schon im vergangenen Jahr aktiv, hatte aber Mühe, Menschen zu mobilisieren, wie Brigitte Rössel sagte.

Eine zweite Bürgerinitiative „Oben“ unter den Namen „Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten“ entstand im November 2002, als die Neubaupläne für eine Bundesstraße über die Höhen bekannt wurden. Diese BI bringt deutlich mehr Schwung mit, als der Protest vorher hatte.

Interessensunterschiede traten in der Diskussion deutlich zutage. Als André Kubatzsch von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald die ökologischen Folgen eines Straßenneubaus Forst vortrug, kamen immer wieder Zwischenrufe, dass seine Bedenken den Menschen im Tal nicht weiterhelfen. Ebenso als Gottfried Köhler aus Oberfrauendorf darlegte, wie der Neubau vorhandene Hausbrunnen zerstören wird. Er müsste dann das teure Wasser aus der Leitung kaufen. „Das tun wir schon lange“, schallte es ihm entgegen. Gert Göhler, der als Vertreter des Schmiedeberger Bürgermeisters gekommen war, berichtete, dass der Gemeinderat im Februar über das Thema beraten werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Votum für den Neubau auf der Höhe gibt.“ Dafür erntete er Pfiffe und Beifall.

Weitere Aktivitäten und Demonstrationen

Hingegen kamen immer wieder Appelle, so von Josef Köhler aus Obercarsdorf oder von Margot Welsing aus Elend, dass sich die Bürger nicht in oben und unten spalten lassen sollen. Andreas Warschau vom Heimatverein Waldidylle sagte: „Wir haben uns vielleicht zu sehr auf die B 170 neu konzentriert. Nahziel sollte sein, den Schwerlastverkehr aus dem Tal zu nehmen.“ Bürgermeister Christian Zeibig aus Bannewitz forderte auf, dass alle Bürger einig sein sollten gegen den Schwerlastverkehr.

Bürgermeister Thomas Kirsten aus Altenberg berichtete von den Enttäuschungen, die er bei seinem Einsatz gegen die Verkehrsbelastung erlebte. Er wünschte sich mehr Unterstützung von seinen Bürgern. Er wies wie andere Redner auf die Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts hin. „Wenn wir nur fordern: Alle Gefahrguttransporte auf die Rollende Landstraße, dann fahren die durchs Elbtal und wir haben die gesamte Sächsische Schweiz gegen uns.“

Jens Weber von der Grünen Liga forderte die Gäste der Diskussion auf, am Dienstag die Kreistagssitzung in Dipps zu besuchen. Dort soll die Grüne Kreisrätin Karin Drutsch mann eine Anfrage zur Situation an der B 170 stellen. Am 9. Februar rufen die Bürgerinitiativen zu einer Protestdemonstration vom Bahnhof Ulberndorf in Richtung Dippoldiswalde auf.

Über uns | Site Map | Privacy Policy | Kontakt | ©2005 Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge"