Bürgerinitiative B 170 "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten!"

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Die Ängste der Bürger sind keine Illusion

Zum Beitrag "Landrat: Die B170 ohne Transiter ist eine Illusion" (SZ vom 27. Dezember) schreibt Holger Flegel von der Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge - Heimat erhalten":

Nun ist es also heraus. Erst verkündet Sachsens Wirtschaftsminister Martin Gillo in der SZ vom 29. November, dass der rollende Verkehr oberste Priorität besitzt, jetzt zieht Landrat Bernd Greif nach. Überrascht es beim sächsischen Wirtschaftsminister wenig, dass er die Interessen der Verkehrslobby höher schätzt als die Belange der einheimischen Bevölkerung, so erstaunt es schon, dass auch der zur Vertretung dieser Belange gewählte Landrat Greif sich derart über seinen Wählerauftrag hinweg setzt. Mit den Worten: Es sei "besser, der Verkehr verteilt sich" spricht er das offen aus, was die Bürgerinitiativen "B170", "Lebenswertes Erzgebirge-Heimat erhalten" und andere alarmierte Bürger schon seit langem vermuten. Unsere Region soll auf Kosten unseres wertvollsten Gutes, nämlich der Lebensgrundlage der hier ansässigen Bürger, zu einer schnellen und bequemen Transittrasse ausgebaut werden. Die vor allem ausländischen Spediteure werden sich freuen.
Mit dieser Bemerkung führt Greif die offizielle Argumentation ad absurdum. Wenn die "neue B170" gebaut sei, werde die alte für den Schwerlastverkehr gesperrt, hieß es. Nun ist Herrn Greif herausgerutscht, was bisher tunlichst verschwiegen werden sollte. Nach einem Neubau werden beide Straßen genutzt. Dann haben wir den Dreck und Lärm oben wie unten, dann haben wir keine Besserung unten im Tal und wir haben stattdessen die gleiche Situation oben auf dem Kamm, zusätzlich muss dann auch noch die Landschaft des Osterzgebirges weiträumig zerstört werden.
Was geschieht aber mit dem Verkehr zwischen Dippoldiswalde und Dresden und was ist mit Altenberg? Dort werden sich die Transporter Stoßstange an Stoßstange reihen, werden die Anwohner weiter mit Lärm und Gestank malträtieren, werden ihren Dreck längs der Straße hinterlassen und und und...
Und der Verkehr soll ja noch wachsen, verkünden unsere Politiker unisono. Wo soll denn die nächste Alternativstrecke gebaut werden? Und wenn die dann nicht mehr ausreicht, wo dann die übernächste?
Zweierlei erstaunt schon sehr: Einerseits wie kurzsichtig unsere politisch Handelnden agieren. Als ob der Neubau einer Straße die Lösung aller Probleme wäre. Soll hier im Südosten Deutschlands das wiederholt werden, was am Brenner in Österreich schon einmal gescheitert ist? Warum wird nicht versucht, ein tragfähiges und vernünftiges Verkehrskonzept zu erarbeiten und umzusetzen, ohne dass vorher schon Millionen für unsinnige Projekte in den Sand gesetzt wurden und werden. Wir lesen und hören hierzu weder etwas von unserem Wirtschafts- bzw. Verkehrsminister noch vom Landrat Greif. Andererseits entsetzt, wie unverfroren diese Kurzsichtigkeit in der Öffentlichkeit propagiert wird. Deshalb danken wir Herrn Greif für seine klaren Worte: Der Verkehr muss rollen! Auf der alten B170 wie auf der neuen B170. Nun wissen wir mehr.
Doch wir wollen es dabei nicht bewenden lassen. Herr Greif spricht von Illusionen, die von den Bürgerinitiativen und den Bürgern formuliert werden. Wir sprechen davon, dass eine unsinnige Verkehrspolitik nicht auf dem Rücken der hier lebenden Leute realisiert werden darf und wir sprechen davon, dass es so kurz nach den Geschehnissen vom August 2002 über einen Straßenneubau auf dem Kamm zu sprechen, schon unglaublich genug ist angesichts der dadurch noch steigenden Hochwassergefahr.
Aber wir möchten, dass wir gemeinsam zu einer Lösung kommen und würden die politisch Handelnden gern bei ihren Vorhaben unterstützen. Dafür ist es jedoch notwendig, dass wir - die Bürger - und die Politiker an einen Tisch finden und offen eine Lösung für anstehende Probleme suchen. Wir würden uns darüber freuen und könnten dann bezüglich der Bundesstraße 170 zum ersten Mal wirklich erkennen, dass die Bürger der Region ernst genommen werden. Deshalb fordern wir Landrat Greif auf: Nennen Sie uns einen Gesprächstermin, bei dem wir über diese Problematik reden können!

Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 03.01.2003

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